Lüterkofen
Ein Jass macht auch Kindern Spass

Stöck, Wys, Stich hiess es beim Ferienpass Bucheggberg in Lüterkofen.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Ferienpasskinder gehen voll konzentriert ins Spiel.apb

Die Ferienpasskinder gehen voll konzentriert ins Spiel.apb

Agnes Portmann

Herz, Ecke, Kreuz, Schaufel: gar nicht so einfach, die Karten zu unterscheiden, nach den Werten zu sortieren und erst noch richtig in der Hand zu halten. Das Angebot des Bucheggberger Ferienpasses, «Jassen, das Schweizer Traditionsspiel», macht es möglich. Acht Jugendliche, zwei Mädchen und sechs Knaben, begutachten im Foyer der Mehrzweckhalle in Lüterkofen konzentriert ihre Karten. Für die eine Hälfte bedeutet das Jassen Neuland, die andere Hälfte hat gewisse Vorkenntnisse. «Jassen kann man überall, es braucht nicht viel dazu», motiviert Bruno Jordi. «Karten, ein Blatt Papier, etwas zum Schreiben.» Der Langenthaler, der an diesem Morgen an einem seiner Ferientage in die Geheimnisse des Jassens einführt, meint gut gelaunt: «Es macht Spass, mit Kindern etwas zu machen.»

Spass macht es sichtlich auch den beiden Viererteams, die den klassischen Schieber spielen. Obwohl, was hier so alles auf die Schnelle kapiert werden muss, ist kein Pappenstiel. Kennt man die Farben und die Kartenwerte erst einmal, gilt es, auch Trumpf und Wys zu bestimmen und immer die beste Karte auszugeben. Schliesslich ist das Zählen sowie das Schreiben auf der Schiefertafel in römischen Zahlen eine zusätzliche Hirnleistung. «Die Kinder lernen sehr schnell», meint dazu Bruno Jordi.

Inklusive «Obenabe, Undenufe»

Die Stärkung in der Pause ist wohlverdient. Dabei erzählen die Jugendlichen von ihren Beweggründen, an diesem Kurs teilzunehmen. «Ich pokere zwar lieber, aber weil in der Schweiz so viel gejasst wird, will ich es lernen», gibt David preis. Es erstaune ihn jedoch, dass hier in der Deutschschweiz mit französischen Karten gejasst werde. Cool findet Lea das Spielen in der Runde, und sie zeigt sich mit ihren Vorkenntnissen zufrieden, die ihr Papa ihr beigebracht hat. Der zwölfjährige Patrick verrät: «Meine Mutter kann jassen, mein Vater aber nicht. Nun kann ich es ihm lehren.» Die Brüder Gian und Till bekunden, dass sie ihr Vater motiviert hat. Sie haben auch gleich ihre Cousine Emma mitgenommen. Einfach mal schauen, was das ist, wollte Jan. Von Carlo ist zu erfahren, dass in der Innerschweiz das Ass auch «Sau» genannt wird.

Nach der Pause heisst es verfestigen und zusätzlich die Varianten «Obenabe, Undenufe» ausprobieren. Bruno Jordi gibt geduldig Auskunft und greift ein, wenn die Jassregeln missachtet werden. Er informiert aber auch über Gepflogenheiten, wie etwa das Händereichen nach einem Match.

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