Oberdorf

Ein ganz spezieller Frühlingsputz: Marienkirche wurde sorgfältig saniert und gereinigt

Seit dem Frühling waren Fachleute im Innern der Marienkirche in Oberdorf an der Arbeit. Die Kirche wurde sogfältig saniert und erstrahlt ab Allerheiligen wieder in neuem alten Glanz.

Im Frühling wurde mit der Innensanierung der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Oberdorf begonnen. Aus diesem Grund fand die Fachtagung Innenrenovation 2020 der Inländischen Mission in Oberdorf statt. Interessierte aus der ganzen Schweiz liessen sich von Fachleuten vor Ort informieren.

1,2 Mio. Franken hat die Kirchgemeindeversammlung für die Innensanierung der Marienkirche in Oberdorf gesprochen. An dieses Budget muss sich Architekt Peter Widmer, der die Arbeiten koordiniert, halten. Ein erster Kostenvoranschlag lautete auf 1,8 Mio. «Dann haben wir begonnen zu reduzieren. Denn sparen kann man nur mit Weglassen.»

Die Budgetvorgabe hatte demzufolge Konsequenzen. «Wir haben uns grösstenteils darauf beschränkt, die Kirche wieder in den Zustand zu bringen, den sie nach der letzten Sanierung im Jahr 1956 hatte.» Laut Widmer hat in den 50-er-Jahren ein «recht dominanter Pfarrer» die Sanierung geleitet. Es gebe darum baulich einige besondere Geschichten. Aber das Bild das die Kirche damals machte, war trotzdem ein stimmiges.

Konkret heisst das, dass 2020 vor allem Putzen und Auffrischen angesagt war. Auch diese Arbeiten mussten aber minutiös und durch Fachleute ausgeführt werden. «Die Kirche soll nach der Sanierung ein einheitliches Bild machen.» So wurden die Stukkaturen mit Schwamm und Pinsel sorgfältig Zentimeter um Zentimeter geputzt.

«Erst während der Reinigung konnte man entscheiden, wo stärker eingegriffen werden soll und wo nicht.» Die Bilder wurden ebenfalls in Handarbeit gereinigt. Nicht alle Arbeiten wurde in der Kirche selbst ausgeführt. Teilweise wurden die Statuen und Bilder ins Atelier gebracht und dort behandelt.

«Was machen wir? Was lassen wir?»

Viele der Arbeiten in der Kirche waren aber auch einigermassen banal. Was kaputt war, wurde ersetzt. So fehlten beispielsweise Finger an Heiligenfiguren, oder Krönchen waren defekt. «Dabei mussten wir uns auch immer wieder fragen, wollen wir hier stärker eingreifen, oder zeigen wir, dass sich auch in einer Kirche halt Dinge abnützen können?»

Dazu wurden die Fenster ausgebaut, gereinigt und frisch gekittet. Viel Arbeit gab es an der Orgel, deren Holz teilweise verzogen war. Peter Widmer wurde unterstützt von Stefan Nussli. Er war selbst jahrzehntelang als Restaurator tätig und hat darum einen Blick für Details entwickelt. Er war vor allem als beratender Fachmann gefragt, der bei Unsicherheiten eine Drittmeinung abgeben konnte.

Modern und alt miteinander verbinden

Eine heikle Aufgabe war es weiter, die Kirche mit modernster Technik aufzurüsten. Die Heizung (siehe Kontext unten) war dabei nur eine der Herausforderungen.

Wo werden Steckdosen angebracht, ohne dass sie auffallen? Wie kann man einen Beamer und eine Leinwand installieren? Lautsprecher wurden platziert. Zusätzlich sollten alle diese neuen technischen Errungenschaften möglichst einfach nur noch per Knopfdruck zu bedienen sein.

Hinweis:

Die sanierte Kirche wird am 22. November mit einem feierlichen Gottesdienst eingesegnet, normale Gottesdienste werden ab Allerheiligen dort gehalten.

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