Etziken
Ein fehlender Zebrastreifen sorgt für erhitzte Gemüter

Im Zuge der Sanierung Luzernstrasse in Etziken wurde ein Fussgängerstreifen bisher nicht wieder angebracht. Grund dafür ist ein Konflikt von Privatgrundstücksbesitzerin und Kanton.

Corinna Haag
Drucken
Teilen
Die Insel ist schon da, der zugehörige Zebrastreifen fehlt jedoch noch.

Die Insel ist schon da, der zugehörige Zebrastreifen fehlt jedoch noch.

ZVG/ Martin Rechsteiner, solothurn-news.ch

Etziken ist ein kleines Dorf mit einer Hauptstrasse, die Luzernstrasse, die dieses Jahr einer Strassensanierung unterzogen wurde. Gleichzeitig sollten die Trottoirs verbreitert werden, um die Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern zu erhöhen.

Im März begannen die Bauarbeiten. Die Strasse wurde geöffnet, der Fussgängerstreifen verschwand zwangsläufig. Dafür wurde auf der Ost-Seite dorfeinwärts das Trottoir verbreitert, sowie eine Insel in der Mitte der Strasse angebracht. Auch auf der West-Seite sollte eine Verbreiterung des Trottoirs erfolgen. Dies ist bis jetzt aber noch nicht geschehen.

Nun gibt es zwar eine Insel und auch das Trottoir ist schon abgeflacht. Noch fehlt aber sowohl ein Zebrastreifen, als auch ein anständiges Trottoir auf der West-Seite.

Die Insel ohne Zebrastreifen sieht noch sehr einsam aus und macht auch wenig Sinn.

Die Insel ohne Zebrastreifen sieht noch sehr einsam aus und macht auch wenig Sinn.

ZVG/ Martin Rechsteiner, solothurn-news.ch

Martin Rechsteiner, Vater von zwei schulpflichtigen Kindern, ist nicht sehr zufrieden mit der Situation vor seiner Haustür. Seine Kinder sind zwei von etwa 15, die regelmässig über die stark befahrene Strasse müssen, um zur Schule zu kommen. Wie er auf Anfrage meint, sei die Baustelle nicht weiter schlimm gewesen, aber dass nun ein strategisch wichtiger Fussgängerstreifen nicht erneuert werde, störe ihn.

Da er bei den Bauarbeitern nachgefragt hat, meint er zu wissen, was der Grund für den schleppenden Fortgang der Strassensanierung ist: Ein Konflikt zwischen Kanton und Grundstückseigentümerin. Dass der Fussgängerstreifen irgendwann komme, bezweifelt Rechsteiner nicht. Vielmehr störe ihn, dass in der Zwischenzeit kein Provisorium oder Ähnliches an dessen Stelle trete.

Die Eltern im Quartier würden sich zumindest zu den Morgen und Mittagszeiten so organisieren, dass jemand an der Strasse stehe, wenn die Kinder hinüber müssen. Auf Dauer sei dies jedoch keine Lösung, findet Martin Rechsteiner. Am Einfachsten sei es doch, einen Fussgängerstreifen zu machen oder zumindest ein «Achtung Kinder»-Schild.

Differenzen mit der Grundstückseigentümerin

Peter Portmann vom Amt für Verkehr und Tiefbau Kanton Solothurn weiss um die Problematik. Auf Anfrage meint er: «Der sich dort befundene Fussgängerstreifen musste verschoben werden, da er sich hinter der Bushaltestelle befand und so eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellte.» Wenn der Bus dort hielt und Fussgänger über die Strasse wollten, seien sie für die Autofahrer nicht zu sehen gewesen, was zu einer unsicheren Lage geführt habe.

Um die Sicherheit zu erhöhen – das war ja unter anderem das Ziel dieser Sanierung – habe man den Fussgängerstreifen verschoben und obendrein noch die Insel auf der Strasse platziert.

Tatsächlich sei es zu Differenzen mit der Eigentümerin des Grundstücks gekommen. Deshalb verzögere sich der Abschluss der Baustelle um einige Wochen. Allerdings habe man die Situation bereits gesichtet und warte nur noch auf den endgültigen Entscheid. In wenigen Wochen sei das Problem vom Tisch.

Auf die Frage hin, weshalb man kein Provisorium an alter Stelle errichte, meint Portmann, dass dies wenig Sinn mache, da man ja genau diese Gefahrenquelle zu vermeiden versuche.

Die Situation sei einfach unglücklich. Auch wäre das Anbringen eines «Achtung Kinder»-Schildes oder Ähnliches eher kontraproduktiv, da bei Ortsdurchfahrten dies grundsätzlich gelte. Die Frage stelle sich dann, warum man ein Schild an einer Stelle anbringen würde und 100 Meter weiter dann nicht mehr.

Aktuelle Nachrichten