Luterbach

Ein Dach für Kirchgemeinde und Tagesstrukturen: Vorprojekte sorgte für Diskussionen an der Versammlung

Im Pfarreiheim der Katholiken sollen künftig auch die Tagesstrukturen von Luterbach untergebracht werden.

Im Pfarreiheim der Katholiken sollen künftig auch die Tagesstrukturen von Luterbach untergebracht werden.

Die geplante Umsetzung der Tagesstrukturen in Luterbach warf an der Gemeindeversammlung hohe Wogen.

Für gewöhnlich ist an einer Budgetgemeindeversammlung die Besprechung des Budgets das Hauptthema. Nicht so in Luterbach. Knapp zwei Stunden lang diskutierten die 75 anwesenden Stimmbürger und -bürgerinnen über die Tagesstrukturen.

Im September hatte der Gemeinderat vom Volk den Auftrag gefasst, ein solches Angebot zu realisieren. Nun liegt ein Vorprojekt auf dem Tisch, das die Tagesstrukturen für schulpflichtige Kinder im Pfarreiheim integrieren will. Der Gemeinderat beantragte, die Vereinbarung mit der römisch-katholischen Kirchgemeinde und den Kredit für den Umbau von 700 000 Franken zu genehmigen.

Frische, gesunde Mahlzeiten haben oberste Priorität

Kritik an diesem Projekt kam aus vielen Ecken. Einigen war das Vorhaben zu teuer, jemand war grundsätzlich gegen Tagesstrukturen. Eine Votantin sah es als problematisch an, Schule und Kirche zu vereinen. Die Mietdauer von zehn Jahren betrachteten manche nur als provisorische Lösung.

Forderungen kamen auf, sich mehr Zeit zu nehmen, um eine Lösung mit weniger Kompromissen zu finden. Bemängelt wurden auch Grösse und Nutzungsdauer der Küche. Der Hauptknackpunkt schien denn auch die Verpflegung zu sein.

Heute existiert ein Mittagstisch in der Schule, wo die Mahlzeiten frisch zubereitet werden. Die Befürchtungen gingen um, dass zu wenig Zeit und Platz zur Verfügung stünden, um weiterhin frische altersgerechte Mahlzeiten anzubieten. Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (CVP) bekräftigte mehrmals, dass ein gesundes, feines Essen oberste Priorität habe. Petra Gfeller aus der Versammlung stellte den Antrag, die Nutzungszeit für die Küche ab halb elf, wie in der Vereinbarung vorgesehen, auf halb neun abzuändern.

Kinder könnten das Pfarreileben bereichern

Philipp Zoller sieht das Vorhaben als Dolchstoss gegen das Pfarreileben. Zoller engagiert sich seit 35 Jahren unentgeltlich für die Kirchgemeinde. «Damit wird das Pfarreiheim zerstückelt und kaputtgemacht», klagte er.

Kirchgemeindepräsident Markus Jost betonte, dass man das Leben der Kirchgemeinde keineswegs abwürgen wolle. Er sieht mit diesem Angebot für Schüler in ihren Räumen eher eine Bereicherung. Schliesslich nahm die Versammlung mit 40 Ja-, 23 Nein-Stimmen und einigen Enthaltungen die Projektfinanzierung und die Vereinbarung mit der Kirchgemeinde an, ergänzt mit dem Antrag von Petra Gfeller für eine Verlängerung der Nutzungszeiten. Nun muss noch die Kirchgemeinde darüber abstimmen.

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