Sandra Burri ist gelernte Floristin. Zwar hat sie fast 20 Jahre nicht mehr in ihrem Beruf gearbeitet, aber ihr war immer klar, dass sie, wenn ihre Kinder grösser sind, wieder mit Pflanzen arbeiten möchte. «Ich habe die Blumen vermisst», meint sie schlicht. Dass sie ein passendes Lokal in Schnottwil gefunden hat, ist Zufall und Fügung zugleich. Sandra Burri und ihr Mann wohnen mit ihrer Familie heute in Oberdiessbach. «Ich kaufte oft im Dorfladen in Schnottwil ein und habe dabei auch immer mit Elisabeth Kipfer geplaudert.» Plötzlich war der Laden zu und sie stand vor dem Schild «zu vermieten». «Mir war sofort klar, dass dies der ideale Ort für meinen Blumenladen wäre», erinnert sie sich zurück. Das Lokal liegt an der Hauptstrasse, und es hat Parkplätze vor dem Haus. Ehemann Marcel unterstützte sie, und so nahm sie mit den Hausbesitzern Kontakt auf. Gleichzeitig traf sie Abklärungen, ob es überhaupt machbar ist, in Schnottwil einen Blumenladen zu eröffnen.

Freude bei den Besitzern

«Ich habe grosse Freude, dass hier etwas Neues entsteht», erklärt Elisabeth Kipfer. 100 Jahre lang betrieb ihre Familie einen Laden im Gebäude, und sie selbst stand 31 Jahre lang hinter der Ladentheke. «Als wir den Laden Ende April schlossen, wussten wir nicht, was jetzt passiert.» Sie hätten das Lokal im Internet ausgeschrieben, ergänzt Ehemann Beat Kipfer. Das habe aber nichts gebracht. Bereits im August hat sich ein Nagelstudio im Laden eingemietet, die Geschäftsinhaberin kommt aus einem Nachbardorf. Im März wird zudem ein Coiffeurgeschäft eröffnen. «Wir haben die neuen Mieter dank persönlichen Beziehungen und früheren Begegnungen im Laden gefunden», so Elisabeth Kipfer.

Sandra Burri wird ihren Laden zu Beginn alleine betreiben. Sie hat deshalb auch nicht täglich und teilweise nur stundenweise geöffnet. «Ich bin aber per Natel oder Mail erreichbar und kann flexibel reagieren, wenn das nötig ist.» Ausliefern wird sie ebenfalls selbst. Wenn es zeitlich passt, wird ihr Sohn diese Arbeit übernehmen. Angeboten werden selbstverständlich Schnittblumen, dazu Gestecke und Sträusse. Aber auch Topfpflanzen und Arrangements für draussen sind im Sortiment. Dazu komme die ganze Palette an Floristik für Hochzeiten oder Beerdigungen. «Ich muss zuerst herausfinden, was die Leute möchten und werde mich anpassen», erklärt sie.

Ehemann half mit

In ihrem Ladenlokal hat sie bereits ganz eigene Akzente gesetzt. Oder besser gesagt ihr Ehemann: Er ist zwar heute als Finanzberater tätig, ist aber gelernter Schreiner. Und so hat er viel selbst umgebaut oder Ideen umgesetzt. Sogar ein Gestell, das noch im ganz alten «Tante Liseli-Laden» der Familie Kipfer im einsatz war, wurde restauriert und hat einen neuen Platz gefunden.

Neben den Blumen und Pflanzen finden sich Möbelstücke im Vintage-Stil, die ebenfalls zu verkaufen sind. «Das Ladenlokal soll leben», so Sandra Burri. Möbel, die verkauft sind, müssen ersetzt werden und so sehe es im Laden immer etwas anders aus. Neben dem Ladenlokal hat Sandra Burri einen Werkraum eingerichtet. Dort wird sie auch alte Töpfe bemalen und danach wiederverwenden.

Blumen&Deko: Eröffnung Freitag und Samstag mit Spezialangeboten. Öffnungszeiten: Dienstag-, Donnerstag- und Freitagmorgen von 9 bis 11 Uhr, Freitag von 16.30 bis 18.30 Uhr und Samstag von 8 bis 12 Uhr. www.blumenunddeko.ch