Gemeindepräsidien

Ein Blick auf die Neuwahlen im Bezirk Lebern zeichnet ein unheilvolles Bild

In einem Jahr werden die Gemeindepräsidien neu bestellt. Im Leberberg kündigt sich ein markanter Erfahrungsverlust an.

Wie präsentiert sich die Situation im Bezirk Lebern? Wer stellt sich erneut der Wahl fürs Gemeindepräsidium und wer hört auf? Die Nachfrage in den Gemeindepräsidien zeigt ein unheilvolles Bild. Von den dreizehn Gemeinden im Bezirk Lebern (ohne Grenchen und Bettlach) werden in drei Gemeinden noch in diesem Jahr Neuwahlen stattfinden. In zwei weiteren Gemeinden muss eine neue Person für das höchste Gemeindeamt gesucht werden. In acht Gemeinden wird wahrscheinlich die bisherige Person eine weitere Legislatur regieren.

Neuwahlen noch in diesem Jahr

Sozusagen im Fluss ist die Situation in Riedholz. Hier muss eine neue Gemeindepräsidentin oder ein neuer Gemeindepräsident bereits in diesem Jahr gewählt werden, weil die bisherige Gemeindepräsidentin Jasmine Huber auf Ende 2019 demissionierte. Die Anmeldefrist für die Gemeindepräsidiumswahl läuft am Montag 30. März ab. Die Gemeindepräsidentin ad interim Sandra Morstein hat erklärt, dass sie kandidieren wird. Weitere Kandidaturen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Gewählt wird am 17. Mai.

In der gleichen Situation befindet sich neu Oberdorf. Dort hat Gemeindepräsident Patrick Schlatter an der letzten Gemeinderatssitzung seine Demission per Ende Juni eingereicht. Wie er in seinem Schreiben erwähnt, weiss er um das Interesse im Dorf am Gemeindepräsidium. «Ich bin also sicher, dass es nicht zu einer Vakanz des Amtes kommen wird.» Auch hier erfolgt die Wahl am 17. Mai.

Überraschend in den Kreis von Gemeinden mit Neuwahlen ist Balm bei Günsberg geraten. Bereits auf  Freitag hat diese Woche Balms Gemeindepräsidentin Pascale von Roll ihre Demission eingereicht (siehe Kasten). Auch hier ist der Wahltermin bekannt und wie in Oberdorf und Riedholz am 17. Mai.

Demissionen zum Ende der Legislatur

Einen Rücktritt auf Ende Legislatur kündigt Rüttenens Gemeindepräsident an. Gilbert Studer wird dann 24 Jahre dem Gemeinderat angehört haben. Die letzten acht Jahre war er Gemeindepräsident. Eine Nachfolge wird seine Partei im Herbst kommunizieren. «Noch sind wir in der Findungsphase», so Studer. Eine Kandidatur würden sich auch die Grünen überlegen, so Gemeinderat Fabien Choffat, seien sie doch die zweitstärkste Partei im Dorf. «Wir sind uns der Verantwortung bewusst und werden schauen, ob wir jemanden finden, der das Amt will und auch die Kompetenzen mitbringt.» Jetzt sei es aber noch zu früh für konkrete Aussagen.

Die Lommiswilerinnen und Lommiswiler werden sich ebenfalls auf ein neues Gesicht einstellen müssen. Norbert Häberle wird nach einer Legislatur als Gemeindepräsident nicht mehr antreten. «Wir werden das jetzt innerhalb der Behörden diskutieren müssen.» Ihm wäre am liebsten eine Nachfolge aus dem Gemeinderat. Er habe in den vergangenen vier Jahren eine spezielle und spannende Zeit erleben dürfen. Mit ein Grund für seinen Nichtantritt sei seine Pensionierung, die kürzlich erfolgte.

Noch kein definitives Ja für eine weitere Legislatur

Zu den Gemeinden, in denen die Gemeindepräsidentin oder der Gemeindepräsident sich noch nicht entschieden hat, gehört Bellach. Gemeindepräsident Fritz Lehmann erklärt: «Ich bin in einem Alter, in dem man sich einen solchen Schritt gut überlegt.» Er werde sich wohl Anfang nächstes Jahr entscheiden, ob er nochmals antreten will. «Ich finde, man sollte jüngere Leute wählen, solche, die jetzt am Karren ziehen und nicht uns Alte.» Die Abgänge in anderen Gemeinden im Bezirk bedauert er sehr. «Wir hatten es bisher in Bellach nicht schlecht, aber ich denke, Vorgänge wie in Riedholz führen dazu, dass sich manch einer fragt: Habe ich das noch nötig.» Auf jeden Fall werde er aber nicht wegen der Leute in Bellach oder wegen des Amts nicht mehr antreten, sondern einzig und allein wegen seines Alters.

Noch keine inhaltliche Aussage will Gregor Schneiter, Gemeindepräsident von Hubersdorf, machen. «Wir beschäftigen uns erst nach den Sommerferien mit dem Thema.» Auf Nachfrage erklärt er, dass für ihn alles offen sei.

Ebenfalls auf der Kippe ist die Situation in Flumenthal. «Im Moment bin ich wirklich noch am Überlegen, ob ich eine weitere Legislatur machen will», erklärt Gemeindepräsident Christoph Heiniger. «Früher habe ich immer gesagt, man soll nicht mehr als drei Legislaturen im Amt bleiben.» Ob Heiniger weiter macht, wäre abhängig davon, ob eine Nachfolge bereitsteht. «Wir werden das Thema sicher im Gemeinderat diskutieren. Aktuell möchte ich nicht ausschliessen, dass ich nochmals antrete, aber ich kann auch nicht das Gegenteil sagen.»

Würde sich in Günsberg ein geeigneter Kandidat ins Amt drängen, würde es sich der amtierende Gemeindepräsident Rolf Sterki überlegen, ob er nochmals antreten will. Er hänge nicht am Amt. «Die Chance ist aber gross, dass niemand kandidiert. Dann werde ich es nochmals machen.»

Bewährte Kräfte treten nochmals an

In Feldbrunnen-St. Niklaus dürfen sich die Einwohner auf eine weitere Legislatur mit ihrer Gemeindepräsidentin Anita Panzer freuen. «Das hätte ich mir vor sieben Jahren auch nicht gedacht. So wie es im Moment aussieht und ich Wertschätzung für meine Arbeit erhalte, mache ich weiter», erklärt sie. Tendenziell wird sie also weiter regieren, «wenn nicht gesundheitlich, beruflich und privat etwas Aussergewöhnliches passiert.»

Auch Hans-Peter Berger will eine Legislatur anhängen. «So ich gewählt werde.» Er wurde 2001 zum Gemeindepräsident von Langendorf gewählt und ist damit im Leberberg der amtsälteste Gemeindepräsident.

Sie habe es sich lange überlegt, sagt Silvia Spycher, seit Herbst 2013 Selzachs Gemeindepräsidentin. Aber jetzt sei klar, dass sie das Amt eine weitere Legislatur ausüben will. Sie begründet dies unter anderem damit, dass der Bauverwalter Thomas Leimer pensioniert wird, und sie die Gemeinde durch diese schwierige Phase führen will. «Falls ich gewählt werde, wird das aber sicher meine letzte Legislatur sein.»

Im Jahresübergang von 2015 auf 2016 übernahm Ueli Emch das Gemeindepräsidium ad interim in Kammersrohr, der kleinsten Gemeinde im Kanton. Er sprang ein für den überraschend verstorbenen Terry Spillmann. Ein halbes Jahr später wurde er in stiller Wahl gewählt. «So wie es aussieht, werde ich das Amt nochmals für eine Legislatur übernehmen.» Eine Voraussetzung müsse aber erfüllt sein. «Wir müssen einen Gemeinderat zusammenbringen.»

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