Angefangen hat alles mit einem gekauften Bierbrau-Set. Das Resultat war mässig, viel zu wässrig. «Wir können das besser», waren sich Joel Arn und Raffael Schreiber einig. Und so vertieften sich die beiden Freunde in Bücher, surften im Internet und eigneten sich so nach und nach das nötige Wissen an, um das gebraute Bier in die Richtung zu lenken, die ihnen zusagte. Sowieso funktionieren die beiden nach dem Motto «selber machen, was selber gemacht werden kann». Die Werkstatt in ihrem Haus in Lüsslingen ist gut ausgestattet, der Garten liefert viel Essbares, das nicht nur frisch verarbeitet, sondern auch eingefroren und eingemacht wird. Und die Pizza kommt bald schon aus dem eigenen Pizzaofen, der zurzeit gebaut wird.

Vielleicht wächst im Garten irgendwann auch mal Hopfen. Im Moment wird dieser noch zusammen mit all den anderen Zutaten online bestellt. Und danach heisst es Zeit und Geduld haben, bis das Bier so weit ist, dass es von Hand in Flaschen abgefüllt werden kann. Flaschen, die auch von Hand gewaschen und nach der Befüllung von Hand mit einem Etikett versehen werden. Denn schon bald war den beiden klar: es soll nicht nur einfach für den Eigenbedarf gebraut werden, sondern das Bier soll einen Namen, ein Label und somit eine eigene Handschrift erhalten.

«Das Logo hatten wir schon lange vor Augen: Ein Totenschädel mit Irokese», so Raffael Schreiber, dessen Freundin das Logo kreiert hat. Aus dem Schädel mit Irokese wurde «Centurio», ein Römer mit einem typischen Helm. Wie so oft liegt die Herkunft des Namens auf der Hand respektive bei den beiden sozusagen vor der Nase. «Wir wohnen in Lüsslingen am Römerweg», erzählen sie. So einfach ist das.

Das Centurio Amber brauen sie im Moment nur für sich sowie für ihre Freunde und Familie. Doch vorschweben würde ihnen schon mehr: «Wir suchen einen geeigneten Raum, um im grösseren Stile brauen zu können. Und vor allem so, dass die Lebensmittelkontrolle Freude an uns hat und wir dann das Bier verkaufen dürfen», so Joel Arn. Umgebung Solothurn wäre gut, Wasseranschluss müsste vorhanden sein, und wenn der Raum früher vielleicht schon im Gastronomie- oder Lebensmittelbereich genutzt worden war, würden mit grosser Wahrscheinlichkeit auch noch andere einzuhaltende Bedingungen bereits erfüllt sein. Ziel wäre, dass sich die Brauerei selber finanzieren kann.

Gebraut würde in den Räumlichkeiten aber nicht nur das bereits bewährte Centurio Amber sowie ein Pale Ale und das Aurora (Red Ale), welches sich gerade in der Testphase befindet. «Als Nächstes werden wir sehr wahrscheinlich ein Bier mit Vanillegeschmack ausprobieren - und wir haben noch viele weitere Ideen», sind sich die beiden Brauer einig.

Wer den Centurio-Brauern gerne mal über die Schultern schauen möchte: Am Sa, 21. Juli, findet ab 11 Uhr im Chuchilade Solothurn ein Schaubrauen statt. Weitere Infos und die Kontaktdaten gibts hier.