Annelies und Fritz Jörg verbrachten einen Grossteil ihres Arbeitslebens in der «Enge». Der Betrieb war nicht nur ihre Arbeitsstätte, sondern auch ein Stück Heimat. Nicht selten haben sie sich darum auch Zeit genommen, bei ihren Gästen an den Tisch zu sitzen. Nun ist die Gasthof Enge AG verkauft worden. Ab morgen Mittwoch übernimmt Markus Krell, der neue Eigentümer, die «Enge». Krell ist in der Region bekannt als Pächter des Restaurant Bad Kyburg. Diesen Betrieb führt er vorläufig parallel weiter.

Hier gibt es noch einen Stammtisch

Die «Enge» ist weit herum bekannt als Speiserestaurant und hat viele Stammgäste. Der gelernte Metzger Fritz Jörg legte immer grossen Wert darauf, das Fleisch für sein Restaurant selbst zu verarbeiten. Dementsprechend lobten die Gäste auch die Qualität. «Uns war es auch immer sehr wichtig, dass wir das Mittagsmenü zu einem vernünftigen Preis anbieten können», so Fritz Jörg.

Neben der normalen Speisekarte boten Annelies und Fritz Jörg auch immer Spezialitäten an. Im Januar die Rösti-Karte, im Frühling Spargeln. Die bewährte Sommerkarte und dann natürlich auch Wild. Jeweils am Märetmontag lag das Märetkärtli mit Spezialitäten wie Ochsenschanzragout, Erbssuppe mit Gnagi, Kutteln oder Kalbskopf vor. Ebenfalls weit herum bekannt ist der «Suure Mocke», den es im Heso-Restaurant gab, das das Ehepaar Jörg 20 Jahre lang führte.

Auch wenn die «Enge» am Mittag oder Abend komplett ausgebucht war - der Stammtisch blieb immer frei für diejenigen Gäste, die nur ein Bier trinken wollten. Jörgs legten auch grossen Wert darauf, dass die Vereine immer ihren Platz im Lokal hatten.

Zur «Enge» gehören 22 Hotelzimmer, die durchschnittlich zu 85 Prozent ausgelastet sind. «Wir haben Gäste aus der ganzen Welt», so Fritz Jörg. Dies hat sicher auch mit der guten Lage direkt neben der Autobahnausfahrt und dem grossen Parkplatz, der zur Verfügung steht, zu tun. Und die Bushaltestelle liegt gleich um die Ecke.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

«Ich verlasse diesen Ort mit einem lachenden und einem weinenden Auge», meint Annelis Jörg. Der Betrieb sei heute auf einem sehr guten Stand. «Wir haben immer wieder etwas erneuert, aber immer in Etappen», ergänzt ihr Ehemann. Dank der treuen Stammkundschaft habe man auch schwierige Zeiten, beispielsweise während des Autobahnbaus, überstanden. «Gerade unseren Stammkunden können wir nicht genug Danke sagen. Wichtig war auch, dass wir immer sehr zuverlässiges Personal hatten.»

Fritz und Annelies Jörg wollten die «Enge» schon länger verkaufen. Schliesslich sind sie in der Zwischenzeit längst im Pensionsalter. Dass es nun tatsächlich zum Verkauf kam, hat ein bisschen mit Zufall und viel mit persönlichen Beziehungen zu tun. Herbert Klossner hatte viele Jahre ein Architekturbüro in Solothurn, wohnt im Bucheggberg und führt heute immer noch eine Immobilienfirma. Er kennt sowohl Markus Krell, als auch das Ehepaar Jörg. Durch diese persönlichen Beziehungen war es dem Immobilienspezialisten möglich beide Parteien zusammen zu bringen und mit enger Begleitung der Verhandlungen den Verkauf erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Seit 30 Jahren mit viel Herz Gastgeber

Markus Krell ist seit 30 Jahren im Gastgewerbe tätig. Dabei hatte er diverse Funktionen inne, war aber immer angestellt. «Deshalb war für mich klar, dass ich gerne einen eigenen Betrieb übernehmen möchte.»

Dass sein Wunsch in Erfüllung geht, freut Krell. Obwohl es mit dem Kauf der «Enge» plötzlich schnell ging. «Fritz und Annelies Jörg sind sehr kooperativ und ich freue mich darauf, das Haus zu übernehmen. Ich bin mit Leidenschaft Gastgeber», erklärt er. Und verspricht, dass der Betrieb im bewährten Rahmen weitergeführt wird, und auch das Personal bleibe.