Zwei Jahre hat die Gemeinde vergeblich nach einem Pächter für das Restaurant «Zum Durstigen Wanderer» gesucht. Nun haben einige Einwohnerinnen und Einwohner selbst die Initiative ergriffen. Sie haben die Genossenschaft «Zum Durstigen Wanderer» gegründet, die das Restaurant künftig tragen wird. Esther Luterbacher Graf ist eine der Initiantinnen und stellte das Konzept und die Trägerschaft an der Gemeindeversammlung vor, wie sie dies bereits an der Gemeinderatssitzung tat.

Entstanden sei die Idee ursprünglich an einem Quartierfest der Schützenstrasse im Herbst letzten Jahres, auch ihr verstorbener Mann Markus Graf sei massgeblich daran beteiligt gewesen. Anfang Mai wurde nun die Genossenschaft gegründet, an welcher sich bereits über 50 Genossenschafter beteiligt und einen Gesamtbetrag von 170'000 eingegeben haben. Somit ist das Ziel von 230'000 Franken, die man als Startkapital benötige, schon fast erreicht.

Umbau des Lokals

Damit im Restaurant eine Wohlfühlatmosphäre entstehen kann, ist aber zwingend auch eine Auffrischung der Lokalität nötig. Diese muss durch die Liegenschaftsbesitzerin – also die Gemeinde – getragen werden. Für den geplanten Umbau beantragte der Gemeinderat einen Kredit von 200'000 Franken.

Architekt Wolfgang Aeberhard hat das Sanierungskonzept erarbeitet, das unter anderem die Öffnung des Korridors zwischen Gaststube und Säli sowie den Ersatz des Bodens beinhaltet. Die WCs werden saniert, die Terrasse umgestaltet, zudem entstehen Bar-Theke, Weinwand und Sitzbank.

Auffrischen möchte man auch den Namen, informierte Esther Luterbacher Graf, und zwar soll der «Durstige» in Anlehnung an den weltweit berühmtesten Feldbrünneler, den Maler Frank Buchser, unter dem Namen «Buchser Bar und Chuchi» eröffnen. «Das neue Dorfrestaurant wird um Kunst, Kultur, Kreativität und Exotik erweitert, man soll sich wohl und willkommen fühlen», betonte sie. Der «Buchser» soll von 9 bis 23 Uhr durchgehend geöffnet sein, die Speisekarte wird durch ein Gastkoch-Konzept ergänzt.

Restaurant erwünscht!

Die Voten aus der Versammlung waren – bis auf eine einzige eher kritische Eingabe – allesamt positiv. Man wolle in die Seele des Dorfes investieren, die letzte Chance auf ein Restaurant packen, die engagierten und vertrauenswürdigen Initianten unterstützen. Zu begrüssen sei auch, dass die aufwendige Suche nach potenziellen Wirten endlich ein Ende habe, mehreren Dutzend Bewerbern habe man nämlich in den letzten zwei Jahren die Liegenschaft gezeigt. Auch würde das Restaurant endlich wieder eine Rendite abwerfen, der Mietpreis beträgt zu Beginn 3000 Franken.

Und tatsächlich war sich die Gemeindeversammlung so einig, wie sie dies selten ist: Der Verpflichtungskredit wurde bei fünf Enthaltungen ohne Gegenstimme einstimmig genehmigt, der Grundsatzentscheid für das Dorfrestaurant somit gefällt.

Hervorragende Rechnung

Einstimmig genehmigt wurde auch die «hervorragende Rechnung», die vom Ressortverantwortlichen Urs Schweizer präsentiert wurde. Anstatt des budgetierten Ertragsüberschusses von 63'000 Franken wurde ein Gewinn von 237'000 Franken erzielt, der nun dem Eigenkapital zugeführt wird. Bemerkenswert ist vor allem, dass zuvor bereits hohe zusätzliche Abschreibungen getätigt werden konnten, der Überschuss vor Gewinnverwendung beträgt 724'000 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 125 Prozent, das Nettovermögen pro Einwohner beläuft sich auf 1572 Franken.

Schweizer verdeutlichte, dass vor allem die Steuereinnahmen für dieses gute Ergebnis gesorgt haben, räumte aber auch ein, dass man den Steuersatz von derzeit 65 Prozent durch den neuen Finanzausgleich längerfristig nicht mehr halten könne. Momentan profitiere man noch vom Härtefallausgleich, doch das ändere sich in den nächsten Jahren. Diesbezüglich warnte er: «Die Differenz zwischen Feldbrunnen und den richtig günstigen Gemeinen, zum Beispiel in Schwyz oder Nidwalden, wird stetig grösser.» Wenn der Kanton versuche, die Steueroase Feldbrunnen trocken zu legen, müsse er auch damit rechnen, dass das Steuersubstrat komplett verloren gehe, weil gute Steuerzahler in günstigere Gemeinden abwandern würden.