Luterbach
Durch Einfamilienhaus-Quartiere gekennzeichneter Dorfcharakter soll bleiben

Der jetzige Gemeinderat wird das Räumliche Leitbild nicht abschliessen können, das bleibt dem neuen, grösseren vorbehalten.

Gundi Klemm
Merken
Drucken
Teilen
Einfamilienhaus-Ambiente soll in Luterbach erhalten bleiben.

Einfamilienhaus-Ambiente soll in Luterbach erhalten bleiben.

Hanspeter Bärtschi

In neun Themenbereichen, untergliedert in 31 Leitsätze, hat die Luterbacher Planungs- und Umweltkommission (PUK) die räumliche Weiterentwicklung des Dorfes skizziert.

Vorausgegangen war bereits ein gut besuchter öffentlicher Workshop Ende Juni 2016, an dem die Bevölkerung ihre Vorstellungen eingebracht hatte. Besonders im Gedächtnis ist geblieben, dass diese Veranstaltung verbunden war mit einem Schulprojekt, in dem Heranwachsende Akzente für ein aus ihrer Sicht lebenswertes Luterbach setzten.

Dies alles hat die PUK mit Unterstützung von Reto Affolter und Ladina Schaller (Planungsbüro WAM) zum Entwurf des Räumlichen Leitbildes zusammengeführt. Der Gemeinderat nahm die Ausarbeitung zur Kenntnis, entschied sich aber gegen den vorgeschlagenen ambitionierten Zeitplan. Um möglichst in dieser Legislatur das behördenverbindliche Planungswerk, das «unser Dorf für rund 15 Jahre prägt» abzuschliessen, sollte schon Mitte Februar die Mitwirkung starten.

Schnellschuss verhindern

Stimmen im Rat votierten aber nachdrücklich für eine zweite Lesung, um Schnellschüsse zu verhindern. Mit dem nochmaligen Blick auf den Entwurf am 20. Februar kann der jetzige Gemeinderat indes die engmaschig vorgeschlagene Terminierung nicht einhalten.

Der Gemeinderat hat:

- zwei bewilligte, von der Baukommission als vorteilhafte beurteilte Gestaltungspläne für die Jurastrasse im Bereich AEK zur Publikation verabschiedet;

- von der Projektvorstellung zum Bau einer zweiten Turnhalle im OZ 13 in Subingen gehört und eine Delegation für die Informationsveranstaltung am 28. März bestimmt;

- bedauert, dass mit dem Verkauf des bisherigen Postgebäudes die letzte öffentliche Telefonzelle im Dorf verschwindet. Dies auch, weil der Versorgungsauftrag der Swisscom Ende 2017 endet;

- zahlreiche Rückmeldungen erhalten zur Neuordnung des Postbetriebs als Agentur im Coop. Die Gemeinde hatte die Bevölkerung zu Meinungsäusserungen und Verbesserungsvorschlägen aufgerufen. (gku)

Dies bedingt, dass der demnächst neu zusammengesetzte Gemeinderat und die künftige PUK diese Aufgabe übernehmen. «Wir wollen nichts überstürzen, weil sich Luterbach wegen der grossen Industrieansiedlungen sowieso jetzt im Umbruch befindet», bekräftigte Gemeindepräsident Michael Ochsenbein.

Entwicklungsschwerpunkte

Da Räumliche Leitbilder als Grundlage einer künftigen Ortsplanungsrevision dienen, hat der Kanton allen Gemeinden Themenbereiche vorgegeben. Inhaltlich aber sind die neun Bereiche (Positionierung und Zusammenarbeit, Bevölkerungsentwicklung und –struktur, Entwicklung Bauzone und Einwohnerdichte, Arbeiten, Öffentliche Bauten und Anlagen, Siedlungsqualitäten, Verkehr und Mobilität, Umwelt/Natur und Landschaft, Nicht-Siedlungsgebiet) den Bedingungen und Perspektiven in Luterbach angepasst.

«Wir erwarten ein Bevölkerungswachstum in den kommenden Perioden von jetzt rund 3400 auf eine Obergrenze von 4500 Personen», taxierten Ratssprecher zugleich aber auch die mögliche Begrenzung durch die bestehende Infrastruktur. Die jetzigen Baulandreserven und die angestrebte Verdichtung nach innen erlauben bei fixen Siedlungsgrenzen eine moderate Weiterentwicklung, ohne den durch ansprechende Einfamilienhaus-Quartiere gekennzeichneten Dorfcharakter empfindlich zu verändern.

Hochhaus im Bachacker?

Den Nutzungsmöglichkeiten des Ortskerns kommt grosse Bedeutung zu. Geliebäugelt wird mit dem Bau eines Hochhauses im Gebiet Bachacker. Für die Zonen Attisholz-Süd und Schöller besteht dank Testplanung bereits das «Leitbild Arbeiten». Für eine bessere Fussgängererschliessung ins Attisholz-Gebiet könnte eine vorgeschlagene neue Gleisquerung am Bahnhof sorgen.

Ebenso wünschenswert ist der Ausbau des Bus-Angebots vor allem in Randzeiten und eine Verbindung von Riedholz über Luterbach nach Derendingen. Thema des Leitbilds sind weiter sichere Schulwege, deren bereits anvisierte Routenführung etlichen Gemeinderäten aber schon zu detailliert erschien. Die Pflege von Natur und Landschaft und insbesondere der Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten im künftigen Aare-Uferpark, längs der Emme, an zugänglich gemachten Bachläufen und in den umgebenden Wäldern wird als wichtiges Ziel der «attraktiven Wohn- und Arbeitsgemeinde» postuliert.