Langendorf
Drei «Waldmänner» pflegen das Mühlibächlein

Im Heimlisbergerwald fliesst nur noch der Anfang des alten Mühlibächleins. Dass der letzte Abschnitt des Baches nicht ganz verschwindet, ist der Fronarbeit von drei pensionierten Männern zu verdanken.

Christian Sutter
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Von links: Max Kaufmann, Fridolin Flury und Willy Kissling im Einsatzam Mühlibächli im Heimlisbergerwald.

Von links: Max Kaufmann, Fridolin Flury und Willy Kissling im Einsatzam Mühlibächli im Heimlisbergerwald.

Christian Sutter

Den Einheimischen ist das Mühlibächlein auch unter dem Namen «Busletebach» geläufig, unter dem es sogar in einigen offiziellen Dokumenten erwähnt ist. Abgeleitet wird es tatsächlich vom grösseren «Busletebach», der von Lommiswil her in den Langendörfer Wald fliesst. Erstmals erwähnt wird das Mühlibächlein bereits etwa im Jahre 1350.

Der bis heute verbliebene Abschnitt des Bachlaufes gehört zum Bürgerwald und wird aktuell von den Langendörfer Bürgern Willy Kissling und Max Kaufmann unterhalten. Unterstützt werden sie dabei vom ehemaligen Förster Fridolin Flury. Ohne diesen Einsatz würde das Mühlibächlein allmählich auch auf dem letzten Abschnitt ganz verlanden und für immer verschwinden.

Kaufmann und Kissling stützen das Ufer regelmässig neu ab, befreien das Bächlein von Treibholz und Laub und halten den Uferweg in Stand. Flury hilft bei schwereren Arbeiten auch mal mit der Motorsäge aus und schneidet Baumstämmchen passgenau auf die entsprechenden Uferabschnitte zu, die es zu stützen gilt. Verbaut wird alles Material, das der umliegende Wald unmittelbar liefert.

Geschätztes Naherholungsgebiet

Das Engagement von Kissling und Kaufmann entstand eher zufällig. Ihnen ist vor gut dreizehn Jahren der schlechte Zustand des Wasserlaufes aufgefallen und sie begannen spontan, Laub und Äste aus dem Wasser zu holen. Daraus wurde rasch ein beherztes Engagement, welches bis heute andauert. Flury schloss sich ihnen an. Kissling erzählt,» das Bächlein wird geschätzt als Naherholungsgebiet und nicht selten sieht man im Sommer Kinder darin barfuss gehen.» Die Wenigsten wissen allerdings, dass dieser idyllische Ort nur noch dank dem Einsatz dieser drei «Waldmänner» besteht.

Unterstützung erhalten sie sporadisch von der Oberstufe der Ortsschulen, wie Kaufmann erwähnt. «Unter der Regie von Lehrer Christoph Loretz kommen etwa zweimal jährlich Oberstufenklassen und legen Hand an, vor allem im Herbst zum entlauben des Bächleins», hält Kaufmann fest. Es habe einige dabei, die mit Werkzeugen umzugehen wissen, führt er weiter aus. Selbst der Bürgerammann, Franz Aebi, habe auch schon Hand angelegt, führt Kaufmann weiter aus.

Ungewisse Zukunft

Bis 1945 floss das auch als Stadtbach bekannte Mühlibächlein durch ganz Langendorf bis nach Solothurn. Am 17. Februar 1945 zerstörte ein Erdrutsch auf dem Gebiet des Staalenhofs das Bachbett und verschob selbst die Schienen der Solothurn – Münsterbahn um einige Meter nach Süden. Da für den Wasserlauf durch die Modernisierung der Wasserversorgung kein Zweck mehr bestand, wurde dieser nie mehr instand gestellt.

Dass heute das Mühlibächlein noch auf seinem letzten Abschnitt in Fronarbeit unterhalten wird, schätzt auch die Bürgergemeinde. Franz Aebi bestätigt, dass sonst niemand mehr den regelmässigen Unterhalt ausführen würde. «Wir können auf eine Funktionärsliste mit etwa 30 Personen der Bürgergemeinde zurückgreifen, aber eine Lösung mit Stellvertretungen oder Nachfolgelösung ist für das Bächlein nicht angedacht», hält Aebi fest.

Gefordert wäre allenfalls der Forstbetrieb Leberberg, führt Aebi weiter aus. Das Bächlein fliesst zudem auch über das Gemeindegebiet von Bellach und Oberdorf. Die Bürgergemeinde Langendorf unterstützt den Einsatz von Kissling, Kaufmann und Flury und stellt Material zur Verfügung wie etwa Nägel, Holzschrauben oder Scharniere. Alles, was der Wald nicht selbst liefert. In naher Zukunft ist der Unterhalt durch die drei «Waldmänner» noch gesichert.