Treffen der Bürgergemeinden
Drei Posten informieren über Natur und Esskultur in Selzach

Vertreter des Verbandes der Bürgergemeinden und Waldeigentümer Solothurn-Lebern-Wasseramt sowie Delegationen der Bürgergemeinden aus dem Verbandsgebiet trafen sich im Infozentrum Witi. Sie kamen in Genuss von Natur und etwas Esskultur.

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Der erste Posten am Treffen der Bürgergemeinde befand sich im Infozentrum Witi. (Archiv)

Der erste Posten am Treffen der Bürgergemeinde befand sich im Infozentrum Witi. (Archiv)

Rahel Meier

Bürgerpräsident Eduard Flury informierte die Besucher, dass die Bürgergemeinde Selzach 288 Jucharten (1 Jucharte = 36 Aren) Bürgerland sowie das Bürgerhaus im Känelmoos besitzt, in welchem eine Wohnung vermietet wird sowie der Forstbetrieb Leberberg eingemietet ist. Auch der Sülshof ist Eigentum der Bürgergemeinde.

Danach wurden die Gäste in Gruppen auf verschiedene Posten geschickt. Beim ersten Posten orientierte Viktor Stüdeli im Infozentrum über die Witischutzzone Solothurn–Grenchen, welche durch den Regierungsrat 1994 beim Bau der A5 ausgeschieden worden ist. Die Schutzzone soll als unüberbaubare Landschaft erhalten bleiben. Eine naturnahe Landwirtschaft biete Gewähr für einen Lebensraum für Tier- und Pflanzenwelt.

Die Witi sei ein wichtiger Rastplatz für Wat- und Zugvögel dank periodisch vernässter Böden. Der Bundesrat hatte das Gebiet der Witi 1992 ins Inventar der Wasser- und Zugvogelreservate von nationaler Bedeutung aufgenommen. Auch auf das Verhalten der Störche wie Nahrungsangebot, Brutverhalten und Winterquartier kam Stüdeli, der für das Infozentrum Führungen durchführt, zu sprechen.

Wannengraben und Rauchhaus

Revierförster Thomas Studer begrüsste die Gruppe im Wannengraben. Der Wannengraben liegt westlich von Altreu und bildet zusammen mit dem Eichacker ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und steht als kantonales Naturreservat unter Schutz. Der Wannengraben wurde auf einer Parzelle von Pro Natura Solothurn neu angelegt. Dieser ist 110 Meter lang, 10 Meter breit und 2 Meter tief. Es sollen vor allem Tiere gefördert werden, welche an das Wasser gebunden sind. Das Gebiet war seinerzeit stark mit Problemkräutern wie Japanischer Staudenknöterich bewachsen und dies erfordert auch heute noch aufwendige Unterhaltsarbeiten.

Beim dritten Posten wurden die Gäste von Kurt Zumstein bei einem der ältesten Häuser in Altreu begrüsst. Zumstein hat die Liegenschaft von den Schwiegereltern übernommen. Das Haus wird auch als Rauchhaus bezeichnet. In der Küche steht der Herd, in welchem beim Räuchern mit Buchenholz geheizt wird. Der Ofen hat kein Kamin. Der Rauch zieht vorerst über die im Gewölbe aufgehängten Speckseiten, Hammen und Würste hinweg und entweicht durch einige Löcher. Die geräucherte Ware findet weitherum ihre Abnehmer.

Zum Abschluss begaben sich die Gäste zur Hornusserhütte, wo sie mit Alphornklängen, dargeboten von Anna Rudolf, empfangen wurden. (mgt/uby)

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