Kunst
Drei Künstler, eine Ausstellung: Symbiotische Vielfalt in Biberist

Manchmal kommt zusammen, was irgendwie zusammenpasst. Oskar Fluri, Jakob Bigler und Beat Breitenstein stellen gemeinsam im Schlösschen Vorder-Bleichenberg in Biberist aus.

Eva Buhrfeind
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Beat Breitenstein, Oskar Fluri und Jakob Bigler zeigen im Schlösschen Vorderbleichenberg Gemeinsamkeiten.

Beat Breitenstein, Oskar Fluri und Jakob Bigler zeigen im Schlösschen Vorderbleichenberg Gemeinsamkeiten.

H. Bärtschi

Auch wenn sich die drei Künstler, der Wasserämter Fluri, der Thaler Bigler und der Seeländer Breitenstein vorher nicht kannten, sie bilden mit ihrer Ausstellung im Schlösschen Vorderbleichenberg in Biberist eine harmonische Symbiose.

Vor allem Oskar Fluri und Jakob Bigler stellen mit ihren freundlichen Farben dem Grau des Februars frühlingshafte Nuancen entgegen. Den 1949 geborenen Oskar Fluri kennt man in der Region als Bühnenbildner verschiedenster Bühnenstücke, aber auch als Künstler.

Hier nun zeigt er sich als raffinierter Bühnenbildner und als feinstimmiger Zeichner zugleich. Feine lineare Bleistiftgerüste bilden das räumliche Grundkonzept seines illustrativen Spiels mit dem Zwei- und Dreidimensionalen, mit Raum und Figur, geometrischer und naturhafter bis floraler Form; wenn er die Formen und Motive wandelt und verwandelt, bis zur Abstraktion steigert und wieder zur Natur, zur Geschichte zurückkommt.

Immer wieder spielen Blumen, Blüten, der Fisch, Wasser, das Lineare und die farbige Fläche, das Konzept und die Imagination, das Freie und das Geordnete ein gemeinsames Stück:

Mit dem Aquarell fein austariert, illustrativ, fantasievoll und kulissenhaft in Szene gesetzt, tariert er die Balance von technischer Strenge der rasterartigen Raumidee mit den fabelhaften Figurationen seiner Geschichten aus. Szenisches und Märchenhaftes, das man im ersten Stock in den Originalen seines Bilderbuches bestätigt findet.

Auch Jakob Bigler ist eine Art Erzähler. Vor allem aber lebt in seinen Bildern die ausgeprägte Freude an der malerischen Bildgestaltung. Mit Farbe und Gestik, mit Bild und Zeichen setzt er spontane Begebenheiten, philosophische Eingebungen mit Pinsel und Siebdruck zu vielschichtigen Bildmomenten um.

Wichtig für Bigler ist die Spontaneität, das freudvolle, unmittelbare Arbeiten auf der Leinwand. Mit jugendlichem Elan erzählt und bebildert der 1940 Geborene Eindrücke, Gesehenes und Gehörtes.

Da greifen Informelles und Formelles ineinander. In gestisch bewegte Farbspuren hineinwachsende Blätter deuten allegorische Tiefen an, Abstraktes formt sich, Figuratives abstrahiert sich, Florales lässt sich ausmachen, Noten und eine Geige, Kühe und die Freiheitsstatue.

Jakob Bigler macht sich die Kunst, die Farben und Bilder zu eigen, um die Betrachter in seine freudvolle wie schöpferisch reiche Bildwelt, ob nun figurativ verwoben oder abstrakt belebt, zu entführen.

Die Eiche ist ausschliesslich das Material für Bildhauer und Plastiker Beat Breitenstein, um die Gegensätze von ursprünglicher Natur und künstlerischer Raffinesse, geometrischer Grundform und gewachsener Struktur, konkreter Raumidee und freier Fantasie in spannungsvoller Balance zu halten.

Mittels Oxidationsprozessen dunkel, teils hell gefärbt, um so die Eigenheiten des Holzes hervorzuheben, greift der 1954 geborene Breitenstein die Strukturen und Maserungen des Holzes auf, vertieft oder betont sie oder setzt neue, konträre Strukturen mit der Kettensäge ebenso wie mit der weissen Kreide.

Strukturen der Natur, die er als eine Art Relief versteht, sind für ihn wichtig in der Konzentration auf das Wesentliche der konstruktiven Spannung. Der Baumstamm zu einem Trichter ausgehöhlt und leicht geöffnet, spielt mit dem Sinnbildhaften einer kraftvollen Natur.

Die strenge Ästhetik der konkret gestalteten Wandobjekte erhält durch die eingesetzte, schmale Glasplatte eine spielerische Note. Die schlanke, aus einzelnen Formen zusammengesetzte Stele zeigt einen archaischen Charakter, während die Bodenarbeiten aus rechteckigen Platten, unregelmässig in der Höhe und Fläche, reich an Spuren und Strukturen, teils mit Glasplatte intensiviert, alle künstlerischen Intentionen und Wirkungen in sich vereinen.

In der Kapelle dann haben sich die drei Kunstschaffenden zu einer gemeinsamen Installation zusammengetan.

Schlösschen Vorderbleichenberg, Biberist. Bis 22. März. Mi und Do 16–19 Uhr, Sa und So 14–18 Uhr. Matinée-Konzert: Sonntag 15.3., 11 Uhr mit Philipp Stampfli und Band.