Gleich drei bekannte regionale Betriebe finden im Chirsbaumacker, an der Burgunderstrasse 2 und 4 in Biberist, eine neue Heimat. Dazu gehören das Atelier Herzog AG, aktuell in Solothurn an der Gibelinstrasse beheimatet, und das in Biberist an der Solothurnstrasse gelegene Carrosserie- und Lackierwerk Kaufmann.

Der dritte im Bunde kann nicht genannt werden, weil die bestehenden Mietverträge noch nicht aufgelöst wurden. Diese Firma könnte ihre geplanten zwei Gebäude auf dem Chirsbaumacker bereits bauen. Ein entsprechendes Baugesuch sei bewilligt worden.

Carrosserie Kaufmann und Atelier Herzog AG besitzen eigene Parzellen, bauen aber teilweise gemeinsam. So soll zuerst eine einfach realisierbare Gewerbehalle entstehen. Diese könnte bereits Ende Jahr stehen, wenn nicht Einsprachen das Bauvorhaben verzögern.

In der gemeinsamen Gewerbehalle einziehen wird das Atelier Herzog AG. Im Hallenteil von Carrosserie Kaufmann sucht Firmeninhaber Patrick Kaufmann einen Mieter. «Ich bin im Gespräch mit Interessenten, kann aber noch nichts dazu sagen.»

Schlaflose Nächte

Die zweite, in der gemeinsamen Baupublikation ausgeschriebene Gewerbehalle soll der neue Firmensitz der Carrosserie Kaufmann werden. Der Bau ist komplizierter, weil für die Lackierräume spezielle Anforderungen erfüllt werden müssen. Patrick Kaufmann hatte manch schlaflose Nacht, wie er berichtet, bevor er sich für den Neubau und den Umzug entschieden hatte. «Es ist ein Abwägen.

Einerseits profitiere ich von den tiefen Zinsen, andererseits führt die Eurokrise dazu, dass Neuwagen und Occasionen günstiger sind. Die Fahrzeuge werden deshalb immer schneller liquidiert, weil sich eine Reparatur nicht lohnt», erklärt der im Bucheggberg lebende Biberister. Die Platznot am bisherigen Standort an der Solothurnstrasse 60, gleich in der Nähe des geplanten Neubaus, hat sicher mitgeholfen, einen neuen Standort zu suchen.

Sein Buchhalter habe ihn zudem beruhigt. «Er sagte, der Schritt in die Selbstständigkeit sei damals grösser gewesen als heute der Schritt zur Umsiedlung.»

Patrick Kaufmann hofft darauf, dass Einsprachen das Bauvorhaben nicht verzögern. «In der Nachbarschaft haben wir eine Wohnzone. Da müssen wir Rücksicht darauf nehmen. Wir haben aber alles gut geplant und noch einen Grünstreifen zwischen Betrieb und Strasse eingeplant.» Auch der Schadstoffausstoss des Carrosserie- und Lackierwerkes soll kein Problem sein.

Die Anlage sei topmodern und der Ausstoss von Schadstoffen sechs Mal geringer als die Grenzwerte. Ein weiterer Vorteil des Neubaus wird das grosse Eingangstor sein. Dieses ermöglicht es ihm und seinem achtköpfigen Team, künftig vermehrt auch Schäden an Nutzfahrzeugen zu beheben.

«Optimal gelegen»

Das Atelier Herzog AG verlässt seinen Standort in Solothurn, «weil wir grösser werden und mehr Platz benötigen», so Firmeninhaberin Liliane Herzog. Der neue Standort sei für ihr stilles Gewerbe optimal gelegen, auch logistisch.

«Wir sind schnell auf der Autobahn.» Das Atelier mit den vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist mit ihren Produkten, die oft ein grosses Volumen aufweisen, auf viel Platz angewiesen.

Seit 28 Jahren betreibt die visuelle Gestalterin und Standbauerin Liliane Herzog ihr Atelier. Verantwortlich ist etwa für die Sonderschau und weitere Stände an der Solothurner Herbstmesse. Laut Bauverwaltung Biberist sind zwei Einsprachen zum Bauvorhaben eingegangen.