Kammersrohr

Doppeltes Pech mit dem Finanzausgleich

Kammersrohr: hat genügend Eigenkapital und belässt den Steuerfuss auf 65 Prozent.

Kammersrohr: hat genügend Eigenkapital und belässt den Steuerfuss auf 65 Prozent.

Der Steuerfuss in Kammersrohr bleibt trotzdem auf 65 Prozent, denn Eigenkapital ist genug vorhanden.

Ein Drittel der Einwohnerschaft hat sich im Wohnzimmer des vermieteten Gemeindehauses versammelt. Man nimmt Platz auf Sofa, Bett, Stühlen und Salontisch. Die Zusammenkunft gleicht eher einem Familienfest als einer Gemeindeversammlung. Man tauscht sich aus und viele bringen Leckereien fürs anschliessende Apéro mit. Wer fehlt, hat sich in der Regel persönlich beim Gemeindepräsidenten entschuldigt. Pünktlich um acht Uhr wird es dann mucksmäuschenstill, und die Gemeindeversammlung der kleinsten Gemeinde im Kanton beginnt.

Ein Drittel der Bevölkerung ist gekommen

«In unserem Gemeindesaal ist heute sogar der letzte Stuhl besetzt – das gibt es nicht jedes Mal», freut sich Gemeindepräsident Ueli Emch über die elf Anwesenden. Ein beachtlicher Anteil in der Gemeinde, die lediglich 32 Einwohnerinnen und Einwohner zählt. «Wir müssen euch leider wieder einen Aufwandüberschuss präsentieren», begann Finanzverwalterin Isabella Howald ihre Ausführungen zum Budget. Man habe nämlich doppeltes Pech: Im Finanz- und Lastenausgleich seien die Gebergemeinden vom Kanton noch über vier Jahre hinweg durch den Härtefallausgleich entlastet worden, das sei nun vorbei.

Zudem werden für die Berechnung des Finanz- und Lastenausgleichs die Gesamtsteuereinnahmen der Jahre 2016 und 2017 herangezogen, welche beide in Kammersrohr mit hohen Steuereinnahmen gesegnet waren. «Wir bezahlen dieses Jahr somit rund 21'000 Franken in den Finanz- und Lastenausgleich – letztes Jahr waren es nur etwa 10'000 Franken», erklärte Howald.

Bei einen Gesamtaufwand von 168'082 Franken ist dies ein grosser Brocken. Es resultiert voraussichtlich ein Aufwandüberschuss von 343'98 Franken. Immerhin müssen keine Fremdmittel aufgenommen werden. «Wir können den Überschuss durch das Eigenkapital decken», so die Finanzverwalterin. Der Finanzierungsfehlbetrag beträgt 26'678 Franken, der Selbstfinanzierungsgrad ist mit minus 209 Prozent sehr tief.

«Unser Quellwasser ist einwandfrei»

In Zukunft sei zu erwarten, dass die Bildungskosten aufgrund der höheren Schülerzahlen steigen. Allerdings könne man ab 2021 aber auch eine Neubewertungsreserve der Gemeindeliegenschaft auflösen und damit Einnahmen generieren.

Die Annahme der Steuererträge bleibt gegenüber 2019 unverändert, und das Budget wurde mit dem bisherigen Steuerfuss von 65 Prozent für natürliche und juristische Personen gerechnet. Dieses war denn auch völlig unbestritten, die elf Stimmberechtigten genehmigten Voranschlag und Steuerfuss diskussionslos und einstimmig.

Auch die Investitionsrechnung mit lediglich zwei Investitionsbeträgen gab zu keinen Diskussionen Anlass. Die gemeinsame Feuerwehr Günsberg, Balm und Kammersrohr schafft ein neues Tanklöschfahrzeug an, wobei der Gemeindeanteil rund 10000 Franken entspricht. Die zweite Investition geht an den Zweckverband Zaul (Abwasserregion Unterer Leberberg) für die Hochwasserentlastung unterhalb der Gemeinde Hubersdorf.

Zum Schluss informierte Gemeinderat Lorenz Nussbaumer über die Wasserversorgung. «Unser Quellwasser ist einwandfrei», gab er bekannt. Bei der Betriebskontrolle seien keine Schadstoffe nachgewiesen worden, und auch der tiefe Wasserstand vom Sommer wurde durch den starken Regen im August wieder angehoben.

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