Derendingen
Doch nicht so hoch wie geplant – Der Streit um das Emmenhof-Hochhaus wird beigelegt

Überraschende Kehrtwende in der Auseinandersetzung um das geplante Hochhaus im Emmenhof-Areal in Derendingen. Der Investor baut nicht höher als 30 Meter, worauf die Einsprecher einlenkten.

Urs Byland
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Das Hochhaus wird nun nicht so hoch, wie es ausgesteckt wurde (Mast im Hintergrund).

Das Hochhaus wird nun nicht so hoch, wie es ausgesteckt wurde (Mast im Hintergrund).

Urs Byland

Nachdem der Regierungsrat im März die Pläne von Investor Bruno Planzer gutgeheissen hatte, zogen zwei Parteien ans Verwaltungsgericht weiter. Während die eine Beschwerde zurückgezogen wurde, wurde an der Sammelbeschwerde von 13 Parteien festgehalten. Nun haben diese Parteien aber mit Bruno Planzer in Gesprächen eine Einigung gefunden, wie Radio 32 berichtete. So soll in einem Dienstbarkeitsvertrag eine maximale Höhe von 30 Metern des geplanten Hochhauses festgeschrieben werden.

Emmenhof

Rund um die ehemalige Baumwollspinnerei Emmenhof, in der später die Teigwarenfabrik Scolari einquartiert war, soll eine grosse Überbauung inklusive eines Hochhauses realisiert werden. Mit dem grössten Bauprojekt in Derendingen könnten auf einer Fläche von rund 50'000 Quadratmetern gegen 320 Wohnungen entstehen.

Die Neubauten werden sich in der Regel an der Höhe der Spinnerei orientieren. Einzige Ausnahme bildet das Hochhaus, welches zentrales Element der Überbauung werden soll. Das Projekt wird in Etappen realisiert. (uby)

Investor Bruno Planzer, der 2012 seine schweizweit bekannte Planzer Transport AG mit Sitz in Dietikon an die nächste Generation weitergab, bestätigt die Einigung. «Anfangs waren es 64 Einsprecher, die diverse Dinge kritisierten.» Der Regierungsrat habe aber grünes Licht für den Gestaltungsplan eines Überbauungsprojektes gegeben, das Bruno Planzer (80 Prozent) und Markus Ehrat (20 Prozent) im Emmenhof realisieren wollen. «Einige Einsprecher haben weitergezogen. Wir haben jetzt auf einen Kompromiss eingewilligt.»

Statt 52 Meter soll das Hochhaus, welches der Kernpunkt der Kritik der Einsprecher sei, nun maximal 30 Meter hoch werden, plus Aufbauten wie Kamin etc. «Wir wollten einen jahrelangen Streit vermeiden, der nur viel Geld kosten würde», sagt Bruno Planzer. Zudem seien er und sein Partner Fremde in Derendingen.

«Wenn wir als Sieger aus diesem Streit hervorgegangen wären, würde dies nur böses Blut über Jahre hinweg bringen. Das hätte Spuren hinterlassen», ist Planzer überzeugt, weshalb er und sein Partner eingelenkt hätten. «Wir sind Schweizer und suchen den Kompromiss.» Er auf jeden Fall sei mit dieser Lösung glücklich. Nicht wegen der Höhe des Hochhauses, sondern weil die Auseinandersetzung aus dem Weg geräumt ist.

Zuerst ein Mehrfamilienhaus

Der Weg ist nun frei. Es hat keine Einsprecher mehr gegen den Teilzonen- und Erschliessungsplan Emmenhof mit Zonenvorschriften sowie Gestaltungsplan «Areal Emmenhof» mit Sonderbauvorschriften. Der entsprechende Regierungsratsbeschluss wird rechtsgültig. Laut Roger Spichiger, Bauverwalter von Derendingen, soll bald ein erstes Baugesuch eingereicht werden. «Begonnen wird im Südosten beim Restaurant Traube. Dort entsteht ein Mehrfamilienhaus.»

Bruno Planzer ergänzt, dass das Mehrfamilienhaus Platz für 14 Wohnungen haben wird. Danach folge die Revitalisierung des Schluchtbachs. Anschliessend wird die Überbauung in Etappen realisiert. «Dort haben wir für lange Zeit genug zu tun.»