Die Rechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 62'855 Franken ab. Das freute Gemeinderat und Ressortleiter Christian Stephani. Er erklärte 35 Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung die auffälligsten Abweichungen zum Budget.

So schliesst der Bereich öffentliche Ordnung und Sicherheit, Verteidigung unter anderem so gut ab, weil im letzten Jahr 26'389 Franken aus dem Fonds der Ersatzabgaben für Schutzbauten entnommen werden konnten. Minderausgaben von 11'600 Franken ergeben sich auch in der Bildung. «Das ist der grösste Brocken in unserer Rechnung», so Stephani.

Fast 1,5 Mio. Franken würden gesamthaft aufgewendet. Mehrausgaben gab es aber auch in diesem Bereich. Die Lärmschutzwand bei der Mehrzweckhalle war nicht budgetiert und die aufwendige Sanierung der Storen der Mehrzweckhalle war ebenfalls teurer.

«Die Spitex hat gut gearbeitet», so Stephani. Man habe 10'000 Franken weniger ausgegeben, als budgetiert war. Dafür waren die Ausgaben für die Sozialhilfe um 18 Prozent oder 59'000 Franken höher als erwartet. Obwohl der Winterdienst fast doppelt so viel kostete wie budgetiert, schliesst auch der Bereich Verkehr ganz leicht unter Budget ab. Und im Bereich Umweltschutz und Raumordnung musste die Abrechnung für das Ingenieurbüro, das die Hochwasserschutzmassnahmen für die Oesch erarbeitet hat, nachträglich bewilligt und bezahlt werden.

Die Gemeinde Halten hat insgesamt mehr Steuern eingenommen, als erwartet. Der Steuerertrag der natürlichen Personen ging allerdings leicht zurück. Höher ist dafür der Betrag aus dem Finanz- und Lastenausgleich.

Spielraum ist klein

Die Spezialfinanzierungen verfügen per Ende 2017 alle über ein solides Eigenkapital. Investiert wurden im vergangenen Jahr 312'595 Franken. Budgetiert waren 100'000 Franken mehr. Weil die Abrechnung der Photovoltaikanlage und der Sanierung der Dorfstrasse/Eggenstrasse noch nicht abgeschlossen ist, werden diese Beträge im Jahr 2018 anfallen.

«Die Rechnung 2017 liegt im normalen Rahmen», so Stephani abschliessend. Auffallend sei, dass die beiden grössten Bereiche, Bildung und Soziales, immer teurer würden. Sie machen in Halten 85 Prozent der Steuereinnahmen aus. «Damit wird unser finanzieller Spielraum immer kleiner.»

Alt Gemeindepräsident Eduard Gerber gab als einziger Votant einen Kommentar zur Rechnung ab, die er als «gut aussehend, aber bescheiden», betitelte. «Auf die Dauer sollte die Gemeinde einen Ertragsüberschuss von jährlich 200'000 Franken erarbeiten können.» Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt. Einstimmig gaben die Stimmberechtigten auch die zweite Tranche des Kredites für die Erarbeitung der Ortsplanung frei. Das räumliche Leitbild, als erster Schritt, wurde 2017 genehmigt. Nun stehen 75'000 Franken für die Erarbeitung der eigentlichen Ortsplanung zur Verfügung.

Videokamera installieren

Gemeindepräsident Beat Gattlen nützte das Traktandum «Verschiedenes», um über weitere Themen, die den Gemeinderat beschäftigen, zu informieren. So soll das richterliche Verbot auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle künftig durchgesetzt werden. Dauer-Nacht-Parkierer, die den Parkplatz zurzeit brauchen, werden zuerst mit einem netten Hinweis beglückt und auf das Parkverbot aufmerksam gemacht. Nützt das nichts, dann würden sie im Wiederholungsfall verzeigt und gebüsst. Der Gemeinderat sieht aber davon ab, Parkgebühren zu verlangen.

Sorgen machen dem Gemeinderat die Vandalen, die immer wieder rund um die Mehrzweckanlage wüten. Im letzten Winter mussten die Aussentoiletten geschlossen werden. «Wir haben sie im April wieder aufgemacht. Aber es dauerte nicht lange, waren sie schon wieder versaut», erklärte Gattlen. Man habe die WC-Anlage deshalb wieder geschlossen. Weil der Gemeinderat nun genug hat, hat er beschlossen, eine Videokamera zu installieren. «Und ich kann versichern, dass es keine Attrappe sein wird.» Man hofft, die Vandalen damit entweder fernzuhalten, oder sie zu erwischen.

Kurz sprach Gattlen auch die anstehende Sanierung der Kantonsstrasse an, die kommenden März starten soll. Der Gemeinderat werde bis Ende Monat von den kantonalen Behörden über den Stand des Projektes informiert. Klar sei, dass der Verkehr während der Bauzeit nur einspurig geführt werden könne. Während der Brückensanierung werde der Verkehr komplett umgeleitet. «Was wir nicht wissen, ist, ob wir die Sanierung mitfinanzieren müssen, oder ab 2019 die neue Regelung gilt, mit der der Kanton alle Ausgaben selbst übernehmen müsste.» Es geht für Halten um eine halbe Million Franken. 300'000 Franken seien bereits in einer Vorfinanzierung beiseitegelegt.