Vor 25 Jahren haben sich die beiden in Assisi kennen gelernt; Doris Vogt aus Zuchwil und Youssef Bouizy aus Casablanca. Ihre Verbundenheit zur weiten Welt hat sie seither nicht verlassen und zeigt sich im Führungsstil ihres Bed & Breakfasts in Zuchwil.

Nachdem das Ehepaar das alte Elternhaus von Doris Vogt-Bouizy im Birchiquartier renoviert hatte, konnten sie ihr Gästehausvorhaben im letzten Jahr starten.

Seit sie das Bed & Breakfast führen, seien viele Gäste bei ihnen eingekehrt. «Sie kommen, um Bekannte in der Umgebung zu besuchen, wollen Solothurn besichtigen oder es sind einfach Leute, die länger bleiben und hier arbeiten», erzählt Doris Vogt-Bouizy.

Ihr Ehemann schenkt, ganz in marokkanischer Manier, vom selbst gemachten Pfefferminztee ein und ergänzt: «Es unterscheidet sich sehr, wie lange sie bleiben. Manchmal sind es Dauergäste, manchmal Kurzaufenthalter.»

So übernachteten auch schon Schriftsteller von den Solothurner Literaturtagen oder Produzenten, die an den Filmtagen im Januar teilnahmen. «Unsere Gäste sind oft eher sensible und intellektuelle Persönlichkeiten. Ihnen gefällt unsere Philosophie und auch die eher spartanische und offene Einrichtung», so Doris Vogt-Bouizy.

Die einfache Möblierung passt zur Philosophie der beiden. Es hängen keine Vorhänge vor den Fenstern, was die Räume sehr offen wirken lässt. «Wir möchten die Gäste nicht in ihre Zimmer zurückdrängen, sondern sie nach draussen in den Garten locken und den Kontakt mit ihnen pflegen», so Youssef Vogt-Bouizy.

Die Lage des B&Bs scheint perfekt; rasch ist man in der Solothurner Altstadt und kann trotzdem die Ruhe in Zuchwil geniessen. Dies kommt nicht von ungefähr, weiss Doris Vogt-Bouizy. «Wir haben alle Nachbarn vor unserer Eröffnung eingeladen und ihnen gezeigt, was wir im Haus meiner Eltern gemacht haben. Dass die Atmosphäre im Haus stimmt, liegt zu einem grossen Teil an der tollen Stimmung, die in der Nachbarschaft herrscht.»

Dass sie die Lebensart ihrer gastfreundlichen Eltern so weiterführt, trägt dazu bei, dass die Gäste viel positive Energie im Gasthaus antreffen.

Auch die kulturellen Begegnungen mit den Gästen helfen da mit. So erwarten sie in Kürze eine vierköpfige A-cappella-Gruppe, die an einem gemeinsamen Fest singen wird. «Es muss bei uns einfach leben, wir machen gerne Musik mit unseren Gästen, oder reden über Gott und die Welt.» Für Youssef Vogt-Bouizy sei mit dem «Au Jardin» eine neue Welt aufgegangen, die ihn seine marokkanische Gastfreundschaft ausleben lasse.

«Ich lebe mein Hobby und mache, was ich gut finde und mir Spass bereitet.» Eine Wespe fliegt um ihn herum. Er bleibt ruhig und schmunzelt. «Letztens hatten wir auch einen grossen Grashüpfer im Haus. Sehen Sie? Bei uns lebt wirklich alles!»