Zehn Tuschzeichnungen, eingefasst in schlichte Goldrahmen, hängen in den neu renovierten, nicht öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung. Die Bilder zeigen währschafte Bauernhäuser, den Speicher oder das Wasserrad. Sie stammen aus der Feder von Many Jäggi.

Der in Recherswil aufgewachsene Künstler hat viele markante Recherswiler Gebäude zu Papier gebracht und so für die Nachwelt verewigt. Zum Teil stehen die Gebäude noch, manche sind schon längst abgerissen oder abgebrannt. Der Künstler hat der Gemeinde die zehn Drucke zu einem symbolischen Preis überlassen.

Vielseitiger Künstler

Many Jäggi hat in seiner Kindheit gerne gemalt und gezeichnet. Nach seiner Lehre als Buchbinder bildete er sich künstlerisch weiter. Auf Drängen von Bekannten hin wagte er sich, seine Werke der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Ausstellung im Schlössli in Biberist im Jahr 1976 brachte den Durchbruch. Viele Ausstellungen folgten.

Jäggi ist ein vielseitiger Künstler, der sehr unterschiedliche Techniken beherrscht. Neben Tuschzeichnungen hat er auch Aquarelle gemalt. Er entwarf Fahnen für Vereine und Fasnachtswagen. Das Igeli, das die «Iguschränzer» und die Schützengesellschaft in ihrem Logo führen, entspringt ebenfalls seinem Ideenreichtum. Auf Initiative des Verschönerungsvereins malte Jäggi das grosse Wandbild im Werkhof Saal 1, das die vielfältige Vereinstätigkeit im Dorf repräsentiert.

Wenig bekannt im Dorf

Die Gemeindeangestellten fanden es schade, einen solchen Schatz der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Die Idee für eine Ausstellung begann zu keimen. Eine solche würde auch darauf aufmerksam machen, dass es im Dorf einen Künstler gibt. «Die Leute sind sich dessen gar nicht bewusst», bedauert die Gemeindeschreiberin Gabriella Meili.

Im Rahmen von «Recherswil bewegt» öffnet die Gemeindeverwaltung nun ihre Türen. In Anwesenheit des Künstlers können Interessierte die Tuschzeichnungen betrachten und einen Blick in vergangene Zeiten werfen. Jäggi weiss zu jedem der Gebäude eine Geschichte zu erzählen.

Ausstellung: Samstag 5. Mai, 11 bis 13.30 Uhr, im Werkhof 1. Stock.