«Mini Lehr und ich»
Dieser Luterbacher ist ein Forstwart mit Ambitionen

Daniel Flury ist Forstwart-Lehrling, stammt aus Luterbach und ist Hauptprotagonist der SRF-Sendung «Mini Lehr und ich». Er will damit aktiv Werbung machen für seinen Beruf.

Marina Stalder
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Daniel Flury bei sich zu Hause in Luterbach. Er liebt das Geräusch eines fallenden Baumes.

Daniel Flury bei sich zu Hause in Luterbach. Er liebt das Geräusch eines fallenden Baumes.

Hanspeter Bärtschi

Selbstsicher sitzt er auf dem Tisch und posiert gekonnt für das Bild. «Die vom Radio haben auch gesagt, dass ich wohl langsam weiss, wie der Hase läuft», sagt Daniel Flury und lacht.

Für den 19-jährigen Forstwarts-Lehrling aus Luterbach ist die Arbeit mit den Medien nichts Neues. Er wurde im vergangenen Jahr im Rahmen der SRF-Sendung «Mini Lehr und ich» an acht Drehtagen von einem Fernsehteam an seinem Arbeitsplatz begleitet und hat sich rasch an die Präsenz des Teams gewöhnt. «Es war für mich schnell normal, dass das Fernsehteam dabei war. Einzig mussten jedes Mal extra Sicherheitsvorkehrungen für sie getroffen werden, da die Arbeit im Wald laut Suva die gefährlichste Arbeit überhaupt darstellt.»

Zurzeit etwas handicapiert

Dass man sich bei der Forstwartsarbeit schnell verletzen kann, ist auch bei Daniel zu Hause erkennbar. Er ist wegen der Operation an seiner Hand bis Ende August arbeitsunfähig. Er musste operieren, weil bei ihm das Karpaltunnelsyndrom festgestellt wurde und ihm starke Schmerzen bereitete. Der Karpaltunnel liegt auf der Handinnenseite und beherbergt den Nerv, der zu Daumen, Zeigfinger und Mittelfinger führt. Beim Karpaltunnelsyndrom wird dieser Tunnel zu eng und drückt auf den Nerv. Auch sein Bruder liegt handicapiert zu Hause. Er humpelt, weil er einem Cousin, ebenfalls ein Forstwart, bei der Arbeit ausgeholfen und sich dabei am Bein verletzt hat.

Zwei Berufsbilder

«Forstwart» und «Förster» sind zwei verschiedene Berufe, die beide mit der Arbeit rund um den Wald zu tun haben. Der Forstwart absolviert eine Lehre. Der Förster holt sich im Anschluss daran noch weitere Qualifikationen an einer höheren Fachschule.

Förster =Förster/innen HF sind Fachleute in der Waldwirtschaft und in waldverwandten Bereichen. Nach dem Besuche einer höheren Fachschule leiten sie Forstbetriebe, führen Mitarbeitende, verantworten die Waldbewirtschaftung und beteiligen sich am Vollzug des Waldgesetzes.

Forstwart = Forstwarte und Forstwartinnen EFZ erledigen im Wald anfallende Arbeiten. Sie fällen Bäume, legen Pflanzungen an und pflegen Wälder, Hecken und Biotope. Zudem erstellen und warten sie Wege, Hangsicherungen, Bach- und Lawinenverbauungen.

«Es ist für mich momentan ziemlich mühsam, dass ich nicht arbeiten kann. Ich arbeite sehr gerne und möchte lieber draussen sein, statt mich hier zu langweilen», erklärt Daniel Flury. Froh sei er aber trotzdem, dass er während der Hitze vergangener Woche nicht arbeiten musste, sondern die Kühle drinnen geniessen konnte.

Vision: Eigenes Unternehmen

Auch wenn ihn seine Hand momentan nicht in Ruhe lässt, ist an ein Aufgeben nicht zu denken. Flury wird Ende August wieder voll in den Beruf einsteigen. «Die Tatsache, dass es ein körperlicher Beruf ist, der nicht von allen ausgeübt werden kann, dass er im Wald stattfindet und die Arbeit mit grossen Geräten erlaubt, haben mich von Beginn weg in den Bann gezogen.» Es gibt für ihn nur wenige Dinge, die schöner sind als das Geräusch eines fallenden Baumes. Um ehrlich zu sein, mag er die Holzerei halt einfach ein wenig lieber als die Pflege.

Ob er sich in Zukunft denn als eigenständiger Unternehmer sieht? «Im Hinterkopf schwirrt immer der Traum, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Aber unsere Branche ist klein, die Konkurrenz gross und ich bin einfach keiner, der die anderen Leute in die Pfanne hauen will.»

Werbung für den Beruf

Wie kam er aber dazu, während dem Stress der Lehrzeit und der nahenden Lehrabschlussprüfung zusätzlich noch an einer Fernsehsendung teilzunehmen? «Das lief alles über meinen Lehrer. Er fragte mich dann, ob ich nicht Lust hätte, an der Sendung teilzunehmen, und da dachte ich, warum eigentlich nicht?» Der ausschlaggebende Grund, war aber die Öffentlichkeit, welche man dadurch erreichen kann. «Ich möchte, dass mehr Leute vom Forstwarts-Beruf erfahren und sich dann vielleicht auch eher für eine Lehre in diesem Beruf entscheiden.»

Auf die Frage, die uns allen unter den Nägeln brennt, nämlich ob er die Abschlussprüfung denn nun bestanden hat, will er aber nicht antworten. «Das ist ja schliesslich der Höhepunkt der Sendung und den will ich nicht vorwegnehmen.»

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