Als Dank für den Beethoven-Preis schrieb Richard Strauss – er ist kein Spross der berühmten Dynastie – 1943 die «Festmusik der Stadt Wien» und widmete sie dem Gemeinderat. Später schrieb er selber jene Kurzfassung, die dem Blasmusik-Arrangement von Eric Banks zugrunde liegt.

Eine richtig schöne festliche Eröffnungsmusik. Die war auch nach der bewährten, von Bernhard Wüthrich geleiteten Eröffnung durch das Ensemble der Musikschule Bucheggberg noch passend. Sie zeigte gleichzeitig, dass Walter Krebs seine Formation schon für die ersten Töne richtig aufgewärmt hatte.

Zauberhafte Tonmalerei
Die Musizierenden schienen es kaum erwarten zu können, eine bedeutungsvolle Anschaffung erstmals vor Publikum vortragen zu können. «Imagasy» heisst sie und ist eine Blasmusikkomposition des Deutschen Thomas Kraas (*1984). Angeregt dazu wurde dieser durch die Beobachtung eines Kindes, das sich fortlaufend selber malend in Fantasiewelten versetzte. Genau so vielfarbig und zauberhaft tönt das Werk auch.

Folgerichtig verkauft es sein Verleger auch in den entsprechenden Sprachen als Tonmalerei. Das Stück ist in der Schweiz in der zweiten Stärkeklasse klassiert, deshalb will es die Musikgesellschaft Messen als Selbstwahlstück an das Eidgenössische Musikfest im Juni in Montreux mitnehmen.

Für den Rest des Konzertes hat sich die Formation offensichtlich am berühmten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker orientiert. Sie begann mit «Geschichten aus dem Wienerwald» des jüngeren Johann Strauss, arrangiert John Glenesk Mortimer. Der 1868 uraufgeführte Tanzwalzer ist untrennbar mit dem Einzug des Walzers in die Ballsäle verbunden. Der Walzer hatte definitiv sein negatives Image verloren. Es ist nicht ganz einfach, dabei die vielen Streicher gebührend zu ersetzen.

Das schaffte aber Mortimer. Noch besser gelang es jedoch Klaus Butterstein. Eduard Strauss – der fast auf den Tag genau vor 100 Jahren verstarb – hätte sich sicher gefreut über dieses «Bahn frei». Ein Lächeln hätte ihm mit Sicherheit auch die Interpretation durch die Messener abgerungen.

Gelungene Interpretationen
Schöner als der Norweger Edvard Grieg kann man ein natürliches Phänomen wie den Sonnenaufgang kaum beschreiben. Vladimir Studnicka gelang es, diese «Morgenstimmung» aus «Peer Gynt» so gefällig für Harmoniemusik umzuschreiben. Mit dem Konzertmarsch «Gruss aus Wien» von Robert Stolz zogen die Messener danach das Tempo wieder an. Sogar etwas wagemutig wurden sie danach mit dem Hans-Eibel-Arrangement von «Leichte Kavallerie» von Franz von Suppé.

Auch bei den Zugaben orientierten sie sich an Wien. Eine erstaunlich gelungene Interpretation von Johann Strauss’ «Auf der Jagd» als erste und der auch im Goldenen Musiksaal traditionelle «Radetzky-Marsch» als letzte Zugabe beendeten ein tolles Neujahrskonzert.