«Weier», im Dorfzentrum von Riedholz gelegen, ist kein idyllisch gelegenes Gewässer. Früher lag dort wirklich ein Weiher. Dann wurde dieser aber aufgefüllt. Man munkelt, mit Abraum vom Attisholz-Gelände. Damals in den 50er Jahren habe dies niemand gestört, man sei eher froh gewesen, den Gestank des stehenden Gewässers loszuwerden.

1954 wurde am Rand der Deponie eine Mehrzweckhalle gebaut. Schon kurz nach deren Bau seien Risse in den Kellerräumlichkeiten zu verzeichnen gewesen. Die Rede war von Absenkungen wegen der unstabilen Unterlage. Dann wurden im Keller der Mehrzweckhalle auch Gerüche festgestellt.

Die Erinnerung an die Aufschüttung des Weihers war noch schwach vorhanden, als die Gemeindeverantwortlichen sich 2011 aufmachten, das Dorfzentrum zu entwickeln. AKDO («Aktivierung Dorfzentrum und diverse Bauten») soll Riedholz mit einem Schlag von vielen Problemen befreien. Eine neue Mehrzweckhalle, ein neuer Kindergarten, eine Überbauung für das Wohnen im Alter, und, und, und. Ein Kernpunkt ist der Verkauf der Wiese hinter der heutigen Turnhalle an Investoren. Dies sollte bis zu 4 Millionen Franken in die Kasse spülen und zusammen mit anderen Landverkäufen einen erklecklichen Anteil der Kosten für AKDO decken.

Von der Wiese zur Deponie

Bei der Baugrunduntersuchung wurden künstliche Auffüllungen festgestellt. Der Bericht zur Voruntersuchung nach Altlasten-Verordnung ermunterte das Amt für Umwelt, den Deponiestandort als sanierungsbedürftig einzustufen, was weitere Abklärungen erfordert. Die Sanierung der Wiese droht, einen Teil des von der Gemeinde erhofften Erlöses in Luft aufzulösen.

Gerade eben hat der Gemeinderat zwei Kredite über insgesamt gut 30'000 Franken für die Detailuntersuchung und die Weiterführung der Innenraum-Gasmessungen gutgeheissen. Sollte eine Sanierung nötig werden, wird der Kanton verfügen, wer wie viel beitragen muss. Infrage kommen der Verursacher, falls noch vorhanden, die Eigentümerin (Gemeinde), Kanton und Bund.

Servitut auf der Wiese

Auf der Wiese lastet der Fluch. So dürften es die Gemeindeverantwortlichen sehen. Nicht nur offenbarte sie unerwartet eine Deponie im Untergrund, die im kantonalen Altlastenkataster nicht aufgeführt war. Viel schwerer wiegt, was offenbar erst vor wenigen Monaten entdeckt wurde.

Nachdem der Besitzer seinerzeit den Weiher aufgefüllt hatte, möglicherweise für gutes Geld, schenkte er das Land der Gemeinde. Das Land gehörte zum damaligen Restaurant Neuhaus, dem heutigen, nicht mehr betriebenen Magic-Park. Damals wurde im Grundbuch eingetragen, dass das geschenkte Land nicht überbaut werden darf. Wie viel der Wiese, die in der Zwischenzeit in die Wohnzone 4 eingezont wurde, nicht bebaut werden darf, dazu wird geschwiegen.

Dieses Servitut gilt auch heute noch. Nutzniesser ist der Besitzer des Magic-Parks, Josef Fleuri, der nun Lunte gerochen hat. Natürlich versucht die Gemeinde, diese Last von der Wiese wegzukriegen. Die Verhandlungen mit Fleuri stünden vor dem Abschluss, erklärt die Gemeindepräsidentin. Auch von Seiten des Liegenschaftsbesitzers werden Gespräche bestätigt. Fleuri geht dabei aufs Ganze. Nicht nur verkauft er im Internet Bestandteile seines Magic-Parkes, die Gemeinde soll doch gleich seine Liegenschaft kaufen.

Josef Fleuri kaufte vor ziemlich genau 20 Jahren die Liegenschaft zu einem Spottpreis von unter 800'000 Franken. Sie war ursprünglich mit über 3 Millionen Franken von der zusammengebrochenen Bank in Kriegstetten belehnt worden. Nun soll er auf ein Angebot der Gemeinde warten. Platzen die Gespräche, verlangt Fleuri zu viel für den Verkauf oder bietet die Gemeinde zu wenig, kann die Wiese hinter der Mehrzweckhalle vorläufig nicht überbaut werden.