Bellach
Die Waldvielfalt hautnah erleben

Die Bürgergemeinde Bellach organisierte die traditionelle Waldbegehung, die trotz Regen gut besucht wurde.

Lucilia Mendes von Däniken
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Die Waldbegehung hat in Bellach Tradition. (Archiv)

Die Waldbegehung hat in Bellach Tradition. (Archiv)

Keystone

Der Wald lockt bei Hitze dank des Schattens unter den Bäumen. Er lockt aber auch bei Regen, weil die Bäume «Schärme» geben. Das dachten sich wohl auch die rund 100 Bellacherinnen und Bellacher, die der Einladung der Bürgergemeinde gefolgt sind und an der Waldbegehung teilgenommen haben. Es lag aber wohl auch daran, dass dieser Anlass in Bellach bereits Tradition hat und immer wieder Überraschendes zu bieten hat.

Auch das diesjährige Programm war sehr vielseitig. Hans Haas vom Forstbetrieb Leberberg startete gleich mit einem Highlight: eine seit einem Monat vom Buchdruckerkäfer befallene Fichte musste gefällt werden.

So konnte die Schar, nach dem sie sich aus der Gefahrenzone begeben hatte, zuschauen, wie dieser Baum innert kürzester Zeit gefällt wurde und krachend zu Boden ging. Weiter wurde das Problem der Neophyten aufgezeigt. Zudem wurde demonstriert, wie die Waldstrassen mit Geräten wie dem Abrandgerät oder dem Laubgebläse instand gehalten werden.

Wildschwein wieder heimisch

Beim Bellacher Forsthaus stellte sich dann noch die Jagdgesellschaft Revier Oberdorf-Hasenmatt vor. Von Jagdleiter Beat Schmitt konnte man erfahren, dass die Wildschweine wieder im Bellacher Wald anzutreffen sind. Was nicht selbstverständlich ist, da diese im 18./19. Jahrhundert ausgerottet worden waren. Inzwischen sind sie wieder zurück und richten zum Teil grosse Schäden an. Lag die Schadenssumme im Revier im Jahr 2010 bei rund 90'000 Franken, so sind sie im vergangenen Jahr bereits auf 120'000 Franken angestiegen. Was viele nicht wissen: 50 Prozent dieser Summe müssen die Jagdgesellschaften übernehmen.

Quiz brachte alle ins Schwitzen

Nach einem kleinen Imbiss ging es dann weiter mit der Waldbegehung. Nächster Posten war die Trinkwasserquelle Römersmatt. Während die Ausführungen von Brunnmeister Simon Stüdeli recht technisch waren – man erfuhr zum Beispiel, dass der Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Bellach bei 200 Litern pro Tag liegt – so war im Gegenzug die Möglichkeit der Besichtigung einer Brunnstube mit Nervenkitzel verbunden. Durch einen Schacht konnte man der Sache im wahrsten Sinne «auf den Grund» gehen.

Abgerundet wurde der Anlass mit dem traditionellen Znacht beim Weiherhof, wo auf die Beteiligten nebst Speis und Trank auch ein spannender Wettbewerb wartete. Anhand von Fotos und Fragen konnte das Wissen über die Gemeinde Bellach getestet werden. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, welches sogar ein paar «Ur-Bäucher» ins Schwitzen brachte.