Luterbach
Die Wagabunten müssen Borregaard-Areal wieder verlassen

Die Bewohner des Wagenplatzes der Wagabunten müssen das Borregaard-Areal in Luterbach nach zwei Wochen schon wieder verlassen. Sie wären gerne länger geblieben.

Christof Ramser
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Die Wagabunten müssen bereits wieder weiterziehen.

Die Wagabunten müssen bereits wieder weiterziehen.

Hanspeter Bärtschi

Seit bald zwei Wochen stehen die Bau- und Wohnwagen der Wagabunten auf der Industriebrache Attisholz. Die sechs jungen Menschen sind mit ihren mobilen Behausungen von Solothurn her gekommen, wo sie aus baurechtlichen Gründen nicht bleiben konnten. Dies, obwohl sich Stadtpräsident Kurt Fluri um eine Lösung bemüht hatte.

Auch der Aufenthalt in Luterbach wird von kurzer Dauer sein. «Wir haben ihnen am Dienstag mitgeteilt, dass sie den Standort verlassen müssen», sagt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. Das Land gehört dem Kanton Solothurn und wird entwickelt. Firmen sollen angesiedelt werden, Wohnüberbauungen entstehen. Bereits am Freitag müssen die Wagabunten abziehen. Der Grund sei, dass man das gleiche Gelände nicht verschiedenen Parteien vermieten könne, sagt Mäusli. Das Militär und die Polizei führten dort Übungen durch. «Auf dem Areal passiert zurzeit einiges.» Zudem sei das Wohnen in einer Industriezone ohnehin nicht erlaubt.

Strom von Solarzellen

Die Wagabunten indes haben sich auf dem Areal eingerichtet. «Wir würden gerne längerfristig hierbleiben», sagt ein Bewohner der alternativen Siedlung. Ihre Namen wollen die einzelnen Bewohner nicht nennen. Sie seien allesamt arbeitstätig und hätten vielseitige Kontakte, und die Art und Weise, wie sie ihre Wohnsituation gestalten, komme nicht überall gut an.

Derzeit leben sechs Personen im Wagendorf. Man sei aber offen für jeden, der sich entscheide, ebenfalls so leben zu wollen. Das Leben ohne Mietvertrag, Zentralheizung, Waschküche oder Abwart erfordere viel Engagement. Die Stunden, die sie arbeiten müssten, um den Zins in einer Mietwohnung zu bezahlen, würden die Wagabunten für die Instandhaltung und Arbeiten in ihrer Siedlung investieren. «Dies bedeutet einen grossen Aufwand.»

Von der öffentlichen Versorgung habe man sich weitgehend abgekoppelt. Den Strom liefern Solarzellen, Wasser beschaffe man sich von Kollegen in Kanistern. Geheizt wird im Winter mit kleinen Holzöfen.

Wohin gehts nun?

Ob die Wagabunten am Freitag den Standort verlassen, werde man nun intern besprechen. «Dazu können wir noch keine Aussage machen.» Auch wohin es sie nun ziehen werden, sei noch nicht klar.

Die Kommunikation untereinander wird von Kantons- wie von Bewohnerseite als gut bezeichnet. Die Leute seien sympathisch, sagt Bernhard Mäusli. Er würde es begrüssen, wenn sie bald einen neuen Standort für ihre Wagensiedlung finden würden.