Recherswil
Die Unterzeichner der Schul-Motion möchten mehr

Die Recherswiler Erst- und Zweitklässler sollen im Dorf bleiben, schlägt der Gemeinderat betreffend der Motion «Unsere Kinder gehen im eigenen Dorf zur Schule» vor.

Rahel Meier
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Das Schulhaus Recherswil soll alle Recherswiler Schulkinder aufnehmen. So möchten es viele Eltern.

Das Schulhaus Recherswil soll alle Recherswiler Schulkinder aufnehmen. So möchten es viele Eltern.

Hanspeter Bärtschi

In einem Flugblatt, das dem «Azeiger» beigelegt wurde, werden die Recherswiler dazu aufgefordert, an der Gemeindeversammlung nächsten Donnerstag teilzunehmen. Es geht um die Motion «Unsere Kinder gehen im eigenen Dorf zur Schule». 172 Personen haben die Motion unterzeichnet (wir berichteten). Ausgelöst wurde die Motion durch die Klassenzuteilung für das Schuljahr 2014/15, in dem laut Flugblatt «die Klassen komplett durcheinander gemischt wurden und selbst die Kleinsten nicht mehr in Recherswil die Schule besuchen können».

Kindergartenkinder im Dorf

Der Gemeinderat empfiehlt, die Motion nicht erheblich zu erklären und macht einen Gegenvorschlag. Dieser geht dahin, dass in der Schulvereinbarung mit Obergerlafingen, die sowieso überarbeitet werden muss, grundsätzlich festgehalten wird, dass die Erst- und Zweitklässler in ihrem Wohnort in die Schule gehen. «Für die Kindergartenkinder hatten wir das von Anfang an so festgeschrieben.» Das ist für die Motionäre zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Aber sie möchten mehr: «Denjenigen, denen der Vorschlag des Gemeinderates zu wenig weit geht, empfehlen wir, der Motion zuzustimmen und sie für erheblich zu erklären. Damit würde der Gemeinderat beauftragt, an einer nächsten Gemeindeversammlung Massnahmen vorzuschlagen, die weiter gehen als die oben zitierten», schreiben die Motionäre in ihrem Flugblatt.

«Die Motionäre erklären im Gespräch, dass sie die gemeinsame Schule mit Obergerlafingen behalten wollen», erklärt Gemeindepräsident Hardy Jäggi. Soll die Motion wie gefordert umgesetzt werden, dann könne dies aber nur mit der Kündigung der Schulvereinbarung geschehen. «Anders ist es nicht möglich.»

Kommunikation verbessern

Jäggi gibt zu, dass die Situation in den letzten Jahren nicht immer optimal war. «Wir hatten alle zwei Jahre eine neue Schulleitung mit neuen Ideen. Die Kommunikation mit den Eltern funktionierte zu wenig gut. Auch sonst sind Fehler passiert», meint er. Es gebe Anliegen der Eltern, die verständlich seien. Beispielsweise, dass Geschwister nicht auf zwei Dörfer verteilt werden sollten, weil so der gemeinsame Mittagstisch fast unmöglich werde. «Aber es ist so, dass wir eine Volksschule sind, keine Gemeindeschule. Die Vorgaben für den Schulbetrieb kommen vonseiten des Kantons. Der Schulleiter hat die operative Führung der Schule inne», so Jäggi deutlich. Die Forderung der Motionäre nach einer «Strategie für die gemeinsame Schule» sei deshalb ebenfalls schwierig umzusetzen. «So oder so werde man das Gespräch mit Obergerlafingen suchen. Wir müssen besser definieren, was wir mit der gemeinsamen Schule wollen.»

Rolf Caccivio ist seit dem Frühling Schulleiter in der gemeinsamen Schule Recherswil/Obergerlafingen. Fragt man ihn nach den Kriterien für die Schülereinteilung, listet er eine ganze Reihe von Vorgaben auf. Dazu gehört beispielsweise die Klassengrösse, aber auch die Ausgewogenheit der Geschlechter. Die Religionszugehörigkeit spielt ebenfalls eine gewisse Rolle, weil die Klassen für den Religionsunterricht getrennt werden müssen. «Wir versuchen zudem, die Klassen so zusammenzusetzen, dass die Kinder zwei Jahre lang zusammenbleiben», erklärt Caccivio. Die Eltern hätten ausserdem die Möglichkeit, die Einteilung anzufechten. «Das hat aber nur ein einziges Elternpaar auch gemacht.»