Biberist
Die Unterrichtsräume heissen für einmal Weiden-, Pflock-, Stein-, Korbzimmer

Für fünf Klassen des 7. Schuljahres der Kreisschule Biberist heisst es während einer Woche naturnahe Schule unter dem grünen Blätterdach.

Agnes Portmann-Leupi
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Velopark im Wald
13 Bilder
Holztafeln weisen zu den Unterrichtsorten
Schüler lernen in Biberist eine Woche lang im Wald
Unterricht im Korbzimmer: Die Schule im Wald bringt neue Erfahrungen.
Die Schüler helfen mit, das «Goetheanum» zu renovieren
Anschauliche Mathematik unter dem Goetheanum
Pflockzimmer
Kreatives Gestalten im Steinzimmer
Kreatives Gestalten im Steinzimmer
Kreatives Gestalten im Steinzimmer
Sarasini-Zelt für die morgendlichen und abendlichen Rituale Hier beginnen und enden die Tage für die Schulklassen
Ewiges Feuer im Sarasini-Zelt

Velopark im Wald

Agnes Portmann-Leupi

Für einmal heissen die Unterrichtsräume Weiden-, Pflock-, Stein-, Korbzimmer. Holztafeln weisen auf sauber geputzten und mit Stecken eingefassten Wegen zu den Unterrichtsorten rund ums «Goetheanum», einem gedeckten Picknick-Platz mit Feuerstelle westlich des Buchhofs. Inmitten dieser kreisrunden und mit Ästen eingefassten Zimmer findet für eine ganze Woche der Unterricht der fünf Klassen des 7. Schuljahres der Kreisschule Biberist statt.

Die 95 Schülerinnen und Schüler der Sek B und E lernen die Bäume und Tiere kennen, untersuchen den Boden, betätigen sich kreativ mit Naturmaterialien, setzen sich mit Geschichten und Sagen rund um den Wald auseinander, suchen die Stille. Sie sitzen auf Holzrugeln dieses Baums, den der Revierförster der Bürgergemeinde Solothurn, Alois Wertli, eigens zu Beginn der Woche gefällt hat. «Viele Kinder haben wenig Bezug zum Wald. Unser Ziel ist, Respekt für diesen Lebensraum auf- und Ängste vor dem dunklen Wald abzubauen», sagt die Teamvorsteherin Julie Balmer.

«Goetheanum» renoviert

Mit der Waldprojektwoche haben die Lehrpersonen mit ihren Klassen aber noch eine ganz besondere Aufgabe übernommen. Das in die Jahre gekommene «Goetheanum» wäre nämlich ohne ihr Zutun vom Abriss bedroht. Wäre, denn die Jugendlichen sind mit sichtlicher Freude unter der Aufsicht von Jürg Schädelin, Lehrer und Architekt, am Restaurieren, Hämmern, Sägen und Malen. Dafür hatten die Schüler bereits vorgängig Holz, Bedachung und Farbe zu berechnen und zu bestellen – Mathematik lässt grüssen – sowie die Balken zu behandeln. Unterstützt wurden sie dabei von mehreren Handwerksbetrieben.

Für die Schülerin Chelsea hat sich dadurch sogar ihr Wunschberuf herauskristallisiert, sie will Zimmerin werden. Den Platz vor dem «Goetheanum» haben die Schüler zudem nivelliert und mit Mergel eingedeckt sowie gleichzeitig das verstopfte Wasserrohr gereinigt. Wanderer und Jäger dürfen sich über die erneuerte, bedachte Grillstelle freuen. Als Paradebeispiel bezeichnet Julie Balmer die Kombination von Handwerk und geistiger Arbeit, in welcher Berufskunde, Selbstständigkeit, Selbstwertgefühl oder Kreativität lustvoll gefördert wird.

Rituale im Sarasini-Zelt

Eine Gruppe Schüler arbeitet an einem eigenen Vita-Parcours, denn Bewegen, Walken, Laufen, Koordination und Klettern sollen nicht zu kurz kommen. Einen Abend verbringen die Knaben mit ihren Lehrern und die Mädchen mit ihren Lehrerinnen unter sich. Die Mädchen grillieren, singen, begehen beim Eindunkeln zu zweit den Kerzenweg. «Aber ganz ohne Mutprobe», beteuert Julie Balmer.

Die Tage beginnen und enden für die Schulklassen gemeinsam im Sarasini-Zelt auf der Wiese des Buchhofs. Gemeinsam haben sie bereits das Zelt mit den vielen Militärblachen zusammengeknöpft und aufgestellt. Darin brennt ein Feuer, ganz dem Jahresthema «Feuer und Flamme» der Sek B und E entsprechend. Das Motto beflügelt sichtlich Schüler und Lehrpersonen und lässt die Projektwoche als gelebte Integration in die Geschichte eingehen.

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