Biberist/ Recherswil
Die untere Emme verbindet Raiffeisenbank-Filialen

Die zwei Raiffeisenbanken Biberist und Recherswil-Gerlafingen-Koppingen wollen 2017 fusionieren. Für die Kunden soll dies allerdings keine Änderungen zur Folge haben.

Rahel Meier
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Die Raiffeisenbank-Filialen Biberist und Recherswil, die 2017 fusionieren wollen

Die Raiffeisenbank-Filialen Biberist und Recherswil, die 2017 fusionieren wollen

Urs Byland
Recherswil wird zum operativen Hauptsitz

Recherswil wird zum operativen Hauptsitz

Urs Byland

Nächstes Jahr wollen die beiden Raiffeisenbanken Biberist und Recherswil-Gerlafingen-Koppigen fusionieren. Neu gäbe es dann im Oberen Kantonsteil noch drei Raffeisengruppen: Raiffeisen Weissenstein (Leberberg, Solothurn, Grenchen), Raiffeisen Wasseramt Mitte (Derendingen, Deitingen, Luterbach, Subingen, Zuchwil), die ebenfalls auf 2017 hin mit der Raiffeisen Aeschi-Buchsi fusionieren will und die Raiffeisenbank untere Emme.

Letzterer Name wurde den Genossenschaftern am Montagabend in Recherswil und am Dienstag in Biberist präsentiert. Die Emme verbinde das Gebiet der beiden Banken und sei für die Einwohner der Region ein Zeichen für Heimat.

Ein Geschäftskreis mit 25 Gemeinden

Der Geschäftskreis der Raiffeisenbank untere Emme würde insgesamt 25 Gemeinden aus den Kantonen Solothurn und Bern umfassen: Aetigkofen, Aetingen, Alchenstorf, Biberist, Bibern, Brügglen, Gerlafingen, Hellsau, Höchstetten, Lohn-Ammannsegg, Lüterkofen-Ichertswil, Hessigkofen, Koppigen, Küttigkofen, Kyburg-Buchegg, Mühledorf, Niederösch, Obergerlafingen, Recherswil, Rumendingen, Utzenstorf, Tscheppach, Wiler, Willadingen und Zielebach.

Die grösste Gemeinde ist Biberist mit über 8300 Einwohnern, die kleinste Rumendingen mit 80. Die neue Bank hätte rund 11 000 Genossenschafter und eine Bilanzsumme von 790 Mio. Franken. 42 Personen würden für die Bank arbeiten (vier davon sind Lehrlinge).

Obwohl Biberist die grösste Gemeinde im Verbund ist, bringt die Raiffeisenbank Biberist nur rund ein Drittel des Umsatzes und des Personales ein und die Raiffeisenbank Recherswil-Gerlafingen-Koppigen zwei Drittel. Der neue Verwaltungsrat würde allerdings paritätisch besetzt.

Vorgeschlagen sind: Felix Schibli (Biberist, Verwaltungsratspräsident); Thomas Wullimann (Koppigen, Vizepräsident); Stefanie Humm (Recherswil), Stefan Juchli (Lohn-Ammannsegg); Beat Kiener (Lohn-Ammannsegg) und Isabelle Oesch (Koppigen).

Die neue Bankleitung ist wie folgt vorgesehen: Marcel Zollinger (heute Recherswil) als Bankleiter, Daniel Mayr (Biberist) als Stellvertreter, dazu kommen Frank Probst und Daniel Ryser (beide Recherswil). (rm)

Ressourcen bündeln

Verwaltungsratspräsident Felix Schibli informierte die Biberister Genossenschafter am Dienstagabend über die Beweggründe für die Fusion mit der Nachbarbank. «Der Wind in der Bankenbranche wird rauer, die Wellen gehen höher.

Wir möchten nicht als kleine Nussschale im Meer treiben.» Deshalb sollen die Kräfte gebündelt und gemeinsam mit Recherswil-Gerlafingen-Koppigen soll eine Bank gegründet werden, die die neuen Vorschriften von Raffeisen Schweiz, die seit dem Jahr 2014 gelten, erfüllt. Die Generalisten seien im Bankgewerbe ausser Mode gekommen, es brauche Spezialisten. «Da kommt eine kleinere Bank an ihre Grenzen.» Gemeinsam habe man eine Position der Stärke und könne die Zukunft besser planen.

Keine Änderungen für Kunden

Für die Kundschaft der beiden Raiffeisenbanken ändere sich nichts. Dies wurde an der Orientierungsversammlung in Biberist immer wieder betont. Alle fünf Standorte (Biberist, Recherswil, Gerlafingen, Koppigen und Utzenstorf) blieben erhalten. «Es gibt keinen Personalabbau», so Bankleiter Daniel Mayr.

Biberist werde künftig der juristische Hauptsitz der Bank, der operative Hauptsitz sei Recherswil. Alle bisherigen Angebote würden an allen Standorten beibehalten. Einzig die Kontonummern würden sich ändern.

Und Doppelmitgliedschaften in der fusionierten Raiffeisenbank gebe es nicht mehr. «Auch künftig wird der gesellschaftliche Teil an der Generalversammlung gepflegt», meinten die Verantwortlichen zudem.

Die Fusion der beiden Banken ist für das kommende Jahr vorgesehen. Darüber abgestimmt wird an den Generalversammlungen: Am 31. März in Biberist und am 8. April in Recherswil-Gerlafingen-Koppigen.