Lommiswil
Die unsichere Zukunft der Wasserversorgung hinterlässt ihre Spuren im Budget

Die Gemeindeversammlung Lommiswil genehmigt ein leicht defizitäres Budget 2021 und diskutiert die Höhe der Abschreibungen im Bereich der Wasserversorgung.

Andreas Toggweiler
Drucken
Teilen
Im mehr als 100 Jahre alten Weissensteintunnel soll die Wasserleitung zur Gänselochquelle provisorisch erneuert werden. Nur weiss man noch nicht, wie viel das kostet.

Im mehr als 100 Jahre alten Weissensteintunnel soll die Wasserleitung zur Gänselochquelle provisorisch erneuert werden. Nur weiss man noch nicht, wie viel das kostet.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Die unsichere Zukunft der Wasserversorgung von Lommiswil hinterlässt ihre Spuren im Budget. Zwar nicht in der Erfolgsrechnung, sondern in der Spezialfinanzierung Wasser. Die Höhe der Abschreibungen in der pendenten Situation war es, die an der Budget-Gemeindeversammlung vom Dienstag unter den 32 Stimmberechtigten, die sich in der Dorfhalle versammelt hatten, zu einigen Diskussionen führte.

Unsichere Kosten und Terminplan

Zu Beginn orientierte Gemeinderätin Daniela Tillessen, Vorsitzende des «Ausschuss Wasser» über den Stand der Umsetzung der im September überwiesenen Motion. Diese fordert den Bau einer neuen provisorischen Leitung durch den Weissensteintunnel, um die Gänselochquelle in Gänsbrunnen auch nach der Sanierung des Tunnels durch die BLS weiter nutzen zu können.

«Wir können noch keine Vorlage über den Verpflichtungskredit präsentieren, weil uns wesentliche Informationen seitens der BLS noch fehlen», erklärte Tillessen. Der Gemeinderat gehe davon aus, dass, sobald hier Klarheit herrscht, eine ausserordentliche Gemeindeversammlung einberufen wird, die über den Kredit entscheiden wird. Man rechnet im Lauf des ersten Quartals 2021 damit. «Sicher ist aber nichts, die Sanierung des Tunnels wurde schon einmal verschoben», gab Tillessen zu bedenken.

Diskussionspunkt war nun, wie hoch die Abschreibungen im Bereich Wasserversorgung sein sollen, die genau von diesem Bauprojekt abhängen. Die budgetierten 20000 Fr. erschienen einem Votanten deutlich zu tief. Er schlug 110000 Fr. vor. Die Versammlung nahm diesen Vorschlag mit 21 gegen 9 Stimmen an. Damit resultiert laut Finanzverwalter Thomas Beer ein Defizit von 43000 Fr. in der Wasserversorgung. Ein weiterer Antrag, angesichts der Unsicherheit noch nichts zu budgetieren, wurde zuvor mit 13 gegen 17 Stimmen abgelehnt.

Gemeindepräsident Norbert Häberle orientierte über den Stand der Ortsplanung. Das Dossier sei am 24. November beim Amt für Raumplanung zur Vorprüfung eingereicht worden. Nach eventueller Nachbesserung werde der Gemeinderat im Sommer 2021 die Mitwirkungsphase einleiten. Mit einer Auflage wird im Herbst 2021 gerechnet, mit der Genehmigung im April 2022.

Vertrag mit AEK über Stromnetz gekündigt

Häberle orientierte weiter, dass das Angebot der SBB-Tageskarten der Gemeinde auf 1. Januar 2021 abgeschafft werde. Es sei (für die Gemeinde) defizitär und werde von der SBB nur noch bis 2023 angeboten. Ferner orientierte Häberle über Änderungen in der Verwaltungsorganisation. Die Firma BDO wurde vom Gemeinderat beauftragt, die Neuorganisation des Rechnungswesens der Verwaltung zu begleiten.

Die Versammlung genehmigte ferner die Revision des Bestattungs- und Friedhofreglementes und beschloss einstimmig, den Pachtvertrag mit der AEK für das gemeindeeigene Stromnetz per Ende 2022 zu kündigen. Damit erhalte man die Möglichkeit, weitere Optionen zu prüfen, auch wenn man mit der AEK bisher eine «sehr gute Zusammenarbeit» pflegte.

Ja zu Ringleitung und Pumpe

Das Budget 2021 rechnet bei Ausgaben von 7,108 Mio. Fr. und Einnahmen von 6,710 Mio. Fr. mit einem Defizit von 398000 Franken. Damit sei der Aufwandüberschuss um 85500 Fr. höher als im Budget 2020, erklärte Finanzverwalter Thomas Beer. Die Investitionsrechnung schliesst bei Ausgaben von 612000 Fr. und Einnahmen von 681300 Fr. mit einem Nettoergebnis von 69300 Fr. «Hier kann sich nächstes Jahr noch sehr viel ändern», meinte Beer.

Die Steuersätze bleiben 2021 unverändert bei 120% für natürliche Personen und 97% für Firmen.

Weitere Investitionskredite, welche die Versammlung separat zu beschliessen hatte, betrafen ebenfalls die Wasserversorgung. Für die «Ringschlussleitung Grossmatt» bewilligte der Souverän einstimmig einen Betrag von 135000 Fr. und weitere 85000 Fr. für eine redundante Pumpe für das Stufenpumpwerk Bellach (Kostenanteil Lommiswil), hier mit 25 gegen 2 Stimmen bei 4 Enthaltungen.

Aktuelle Nachrichten