Biberist

Die unbekannten Welt- und Europameister fahren auf dem Einrad

In Biberist trainieren mehrere Welt- und Europameister. Sie sind Weltspitze in der Sparte Einradhockey. Im August wurde sogar die Europameisterschaft im Wasseramt ausgetragen

Praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit fanden in Biberist Europameisterschaften statt. Die von der Schweiz auf Platz 1 und Platz 3 beendet wurden. Ein drittes Schweizer Team schied vorzeitig aus. Drei Nationalteams? Das ist möglich im Einradhockey. Einradhockey wird, wie es der Name sagt, auf dem Einrad ausgeübt. Dabei wird mit Eishockeyschläger und Tennisball gespielt. Pro Team sind ein Goalie und vier Feldspieler im Einsatz. Die Teams sind unabhängig von Alter und Geschlecht zusammengesetzt. Biberist ist eine Hochburg, wenn es um Einradhockey geht. Darum haben Fabio Gianformaggio, Simeo Grimm und Christian Jäggi – drei Mitglieder des ATB Biberist – nun auch eine Auszeichnung von der Gemeinde und einen symbolischen Check in der Höhe von 500 Franken erhalten.

Der Verein zählt rund 60 Mitglieder

«Ich habe als Kind jemanden Einrad fahren sehen und fand das faszinierend. Dann habe ich es selbst ausprobiert, und es hat mir gefallen. Zum Einradhockey kam ich erst später.» Christian Jäggi ist Präsident des ATB Biberist und hat diesen Sommer an den Europameisterschaften Bronze gewonnen. Das ist aber nicht die einzige Medaille, die er sich bisher erspielt hat.
Wer Einrad fährt, kann diverse Sportarten ausüben. Neben Einradhockey gibt es beispielsweise auch noch Einradbasketball, Weitsprung und Hochsprung, Freestyle, Downhill oder ganz einfach Rennen auf Zeit. In Biberist wird am Mittwoch normalerweise Einradhockey geübt. Am Montag findet ein Training statt, in dem es um das Fahren, und um Tricks oder Akrobatik geht. Rund 60 Mitglieder zählt der ATB Biberist, 35 davon spielen Einradhockey und wiederum knapp 20 sind Jugendliche.

«Eigentlich sollte die Einrad-EM in den Niederlanden stattfinden», erklärt Jäggi. Die Veranstalter mussten aber kurzfristig absagen. Und so sprang Biberist ein. «Wir haben allerdings nur die Einradhockey-Europameisterschaft übernommen. Die anderen Disziplinen fanden nicht statt.» Mit der Dreifachhalle und der Truppenunterkunft, die als günstige Unterkunft für die Teams angeboten werden konnte, waren die Bedingungen optimal. Dazu konnten sich die EM-Teilnehmer am Morgen und am Mittag im «Läbesgarte» verpflegen. An der Europameisterschaft in Biberist nahmen Teams aus England, Wales, der Schweiz und aus Deutschland teil. In diesen Ländern ist Einradhockey stark verbreitet. Einrad wird auch in anderen Ländern gefahren. Aber je nach Land liegen die Stärken in den einzelnen Disziplinen an einem anderen Ort.

Konzentration und Stocktechnik

Der Modus für die Schweizer Meisterschaften – der auch an der EM angewandt wurde – ist anders, als man sich das vom Fussball oder Eishockey gewöhnt ist. Es werden nicht einzelne Runden, sondern Turniere durchgeführt. Dabei spielen alle Mannschaften gegeneinander (je 18 Minuten). In der darauf folgenden Zwischenrunde, in der nur noch die besseren Teams dabei sind, sind es dann 2 mal 15 Minuten und die beiden Finalspiel dauern dann je 2 mal 20 Minuten.

https://www.srf.ch/play/tv/sportpanorama/video/die-schweizer-sind-im-einrad-hockey-top?id=ae8e45ee-9c4c-4315-ba31-1a70be836aa6

Die Schweizer sind im Einrad-Hockey top

 

«Einradfahren ist gut fürs Gleichgewicht, aber auch für die Konzentration», meint Jäggi. Wer Einradhockey spiele, müsse zusätzlich auch noch taktisch denken können und die Stocktechnik beherrschen. Körpereinsatz werde nicht toleriert und von den Schiedsrichtern gepfiffen. Darum gebe es auch relativ wenig Verletzungen. «Selbstverständlich kann man fallen und sich etwas brechen», so Jäggi. Aber Checks wie im Eishockey seien tabu.

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