Luterbach
Die SVP profitiert gewaltig von den stillen Wahlen

Neu sind 19 statt 9 Sitze im Luterbacher Gemeinderat zu verteilen. Die Parteien einigten sich auf Stille Wahlen.

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Michael Ochsenbein hatte den Wunsch, den Gemeinderat zu verdoppeln. Er hält immer noch das Gemeindepräsidium inne.

Michael Ochsenbein hatte den Wunsch, den Gemeinderat zu verdoppeln. Er hält immer noch das Gemeindepräsidium inne.

Michel Luethi

Die Eingabe der Kandidatinnen-Liste für die Gemeinderatswahlen stand unter dem Zeichen der Vergrösserung des Gemeinderats von neun auf 19 Mitglieder.

Die verbleibenden politischen Kräfte von Luterbach, die CVP, FDP und SVP, anerkannten, dass einerseits die Vergrösserung an sich, aber auch das Ausscheiden der SP eine Unsicherheit enthalten könnte, schreibt Gemeindepräsident Michael Ochsenbein in einer Mitteilung.

Die drei Parteien seien sich einig gewesen, dass in der Situation des Dorfes, wo vieles in raschem Umbruch ist, politische Stabilität und bewährte Strukturen hoch zu gewichten sind. Man einigte sich wie vor vier Jahren auf Stille Wahlen.

Das Wegfallen der SP in Luterbach zeichnete sich seit Jahren ab, sei aber trotzdem ein «politischer Schock» für Luterbach. Dies einerseits aus historischer Sicht, war die SP Luterbach die Herkunft des Bundesrats Willi Ritschard, und andererseits aus aktueller Sicht, verzeichnete die SP bei den Kantonsratswahlen den grössten Wähleranteil aller Parteien. Es ist zu hoffen, dass sich in der kommenden Legislatur wieder eine SP Luterbach formieren und 2021 zu den Gemeinderatswahlen antreten wird, so der Gemeindepräsident.

Oft sei gemunkelt worden, man werde die nötigen 19 Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat nicht finden. Das Gegenteil sei eingetreten. Weit mehr Luterbacherinnen und Luterbacher als die erforderliche Kandidatenanzahl zeigten Interesse.

In vielen Gesprächen wurde die Situation der Gemeinde besprochen und es zeigte sich, dass alle Interessierten immer zum Wohle der ganzen Gemeinde dachten und handelten, so Ochsenbein. So würden jetzt einige ihre politische Arbeit zuerst im Zukunftsrat starten und bei Bedarf in den Gemeinderat nachrutschen. Der Zukunftsrat startet übrigens am 19. Juni und Interessierte können sich nach wie vor auf der Gemeindeverwaltung melden.

Die gewählten Gemeinderäte

Für den Gemeinderat gemeldet und in stiller Wahl gewählt wurden: Dysli Hanspeter (SVP), Fischer Claire (SVP), Gasser André (CVP), Hediger Kurt (CVP), Höhle Therese (CVP), Jacomet Pascal (SVP), Magno Alexander (CVP), Moser Remo (CVP), Nussbaumer Jürg (FDP), Ochsenbein Michael (CVP), Pfäffli Mascha (Parteilos), Probst Martin (CVP), Rothenbühler Hans (CVP), Rüegsegger Ueli (CVP), Rutschmann Urs (SVP), Schläfi Hans Peter (FDP), Stampfli Silvia (SVP), von Felten Christoph (SVP), Weber Benedikt (FDP).

Im aktuell 9-köpfigen Gemeinderat ist die Sitzverteilung wie folgt: 4 CVP, 2 SP, 1 FDP, 1 SVP, 1 BDP. Im künftig 19-köpfigen Gemeinderat sind die Sitze wie folgt verteilt: 9 CVP, 6 SVP, 3 FDP und 1 Parteilos. Damit hat die SVP stark zugelegt.

Eine Anmeldung fürs Präsidium

Für das Gemeindepräsidium hat sich mit dem bisherigen Gemeindepräsidenten Michael Ochsenbein nur eine Person angemeldet. Er wird demnach als alter und neuer Gemeindepräsident in die neue Legislatur 2017–2021 starten. Vorbehalten bleibt die öffentliche Publikation vom 5.–7. April. (mgt/uby)

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