12 Kandidatinnen und Kandidaten balgen sich um die 7 Sitze im Gemeinderat Riedholz. Vor vier Jahren waren es nur neun Personen. Damals war die Situation zudem speziell, weil der Gemeinderat nach der Fusion von neun auf sieben Personen verkleinert wurde.

Die FDP verlor vor vier Jahren überraschend zwei der damals vier Mandate. FDP-Ortsparteipräsident Dieter Schaffner glaubt nun aber an seine starke Liste. Mit Gemeindepräsidentin Jasmine Huber als eigentlichem Zugpferd, dem Bisherigen Michael Järmann und einem Ersatzgemeinderat setze die Partei auf Kontinuität. Kann sie auch einen der vor vier Jahren verlorenen Sitze zurückholen? «Wir wünschen uns schon einen dritten Sitz», erklärt Schaffner.

Dann könnte Jasmine Huber auf eine stärkere Hausmacht im Gemeinderat zählen. «Das wäre wichtig», so Schaffner. Konkurrenz im Dorf sieht er vor allem in der CVP, die bei der Verkleinerung des Gemeinderates vor vier Jahren von 9 auf 7 Sitze keinen Sitz verlor. «Den Sitz der SVP bringen wir wahrscheinlich nicht mehr weg.» Es gebe halt viele im Dorf, die SVP wählen. Schaffner bedauert es, niemanden aus dem Dorfteil Niederwil für die FDP-Liste gewinnen zu können. Und auch die Jungen habe die FDP nicht richtig ansprechen können.

SVP greift FDP an

In dieser Rechnung will aber die SVP nicht mitmachen. Die stärkste Konkurrenz der FDP will punkten, sicher den einen Sitz verteidigen und eventuell um einen Sitz zulegen. «Es werden insgesamt drei Sitze frei. Ich schätze unsere Chancen hoch ein. Die FDP wird Federn lassen müssen», so Ortsparteipräsidentin Stephanie Ritschard. «Wir haben uns im Dorf einen Namen gemacht.» Ihre beiden Mitstreiter auf der SVP-Liste seien im Dorf gut vernetzt. Zudem wachse das Dorf zu schnell. Da will die SVP korrigierend eingreifen. «Wir haben nun genug FDP-Politik gemacht.»

Sie spüre in den Gesprächen mit der Bevölkerung, dass ein Wechsel gewünscht werde. «Betrachtet man die Entscheide im Gemeinderat genauer, kann man sich als Bürgerliche nicht mit diesen identifizieren», so Ritschard, die nicht nur während der Legislatur den wegziehenden SVP-Gemeinderat Dominik Ingold ersetzte, sie politisierte bereits im Bernischen im Gemeinderat einer Gemeinde.

Mit Ingold verliert der Dorfteil Niederwil seinen Gemeinderat. «Ich habe Kontakt mit drei Interessenten aus Niederwil, die aber jetzt noch nicht so weit sind zu kandidieren. Aber ich behalte sie auf meiner Liste», sagt Ritschard. Ungemach erlitt die Partei mit den Wahlcouverts. Der SVP-Flyer ging vergessen (siehe Kasten).

SP rechnet sich Chancen aus

Auch die SP rechnet sich Chancen aus, die beiden Sitze zu verteidigen und gar einen dritten zu holen. Sie verliert allerdings Jacqueline Rüede, die 12 Jahre lang im Gemeinderat sass und vor vier Jahren als Einzelkämpferin zwei Sitze holte. Immerhin tritt mit Beat Graf ein Bisheriger an. Wahlkampfthemen gebe es, so Parteipräsident Josef Boner, mehr als genug. Als Stichworte nennt er die Entwicklung des Areals Attisholz Nord, damit verbunden auch gleich die umweltverträgliche Inertstoffdeponie im Attisholzwald und schliesslich die Ortsplanrevision. Wichtig ist der SP auch eine gute Schulbildung für alle und dazu gehöre eine bedarfsorientierte Planung des Schulraumangebotes.

Die CVP verliert ihre beiden bisherigen Gemeinderäte und mit Parteipräsident Marcel Eheim auch noch den Vizegemeindepräsidenten. Zudem kann die Partei nur zwei Leute, davon einen Ersatzgemeinderat, präsentieren. «Wir sind realistisch und rechnen damit, dass wir nur einen Sitz holen werden», meint Eheim ehrlich. Auch die CVP konnte niemanden aus dem Dorfteil Niederwil für die Wahl rekrutieren. Die Partei wolle sich in Riedholz für eine vernünftige und zahlbare Gemeindepolitik stark machen. «Unbezahlbare Fantasieprojekte können wir nicht unterstützen», so Eheim weiter.