Biberist
Die Summer Big Band gibt es alle Jahre wieder - aber nur für eine Woche

Nach der Probewoche gab die neu organisierte Band fünf Konzerte - und begeisterte nicht nur mit einer Stilrichtung. Jetzt ist die Gruppe für ein Jahr nicht mehr zu hören . In einem Jahr, also nächsten Sommer, kommt sie wieder zusammen.

Hans Blaser
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Miron Rhode, Trompete.

Miron Rhode, Trompete.

Hans Blaser

Summer Big Band? Noch nie gehört. Kein Wunder – es gibt sie nur gut eine Woche lang. Aber es gibt sie jedes Jahr wieder neu und das seit gut zwanzig Jahren, organisiert von Patrick Kappeler. Dieses Jahr hat eine Gruppe aus der Band erstmals die Organisation übernommen. Ganz verlassen hat aber Kappeler die Big Band nicht. Ganz im Gegenteil – er steht nun nicht mehr am Pult, sondern sitzt mit einem Altosaxofon in der Reedsection. Aber aufgrund der klassischen Big-Band-Sitzordnung ist er prädestiniert, von seinem Platz aus die Einsätze und vor allem die Schlussakkorde zu koordinieren.

Neuer musikalischer Chef der Band ist Jonas Beck. Der mag aber nicht am Pult stehen, sondern spielt an seinem Platz die Bassposaune. Wie bisher traf sich die Band eine Woche im Lager. An den beiden nachfolgenden Wochenenden trat sie an insgesamt fünf Konzerten vor Publikum. Nach dem letzten in Biberist verschwindet sie nun wieder ein Jahr in der Versenkung.

Verdoppelt präsentierte sich das Schlagwerk. Dazugestossen ist Perkussionist Roger Moser. Damit konnte sich Nicolas Wolf auf das Drum Set konzentrieren. Zwei neue Gesichter waren mit Sebastian Wey und Dominik Meyer auch in der Posaunenreihe zu entdecken.

Band-Debüt von Livia Spring

Ihr Debüt als überzeugende Vokalistin gab Livia Spring. In «I Remember You» konnte sie ihr Gefühl für Lyrik ausspielen. In «Minnie The Moocher» durfte sie sich zur Chefin aufspielen, was ihr offensichtlich auch Spass bereitete. Ihre Jazzstimme fügte sich gut in die Band ein. Gelegentlich ging ihre Stimme aber im Sound der Instrumente unter. Das wäre vielleicht im Freien beim Schlössli anders geworden. Des unsicheren Wetters wegen musste das Konzert ins Pfarreiheim verlegt werden.

Die Band erwies sich als gut aufgestellt und spielfreudig. Sie lässt sich aber nicht in eine Stilrichtung einzwängen und spielt alles, wonach sie Lust hat und was für Bigband arrangiert käuflich ist. Das können Jazz-Traditionals sein. So wurde etwa «Take The A-Train» von Billy Stryhorn (Arrangement Alan Baylock) gespielt. Man scheute sich auch nicht eine Michael-Jackson-Nummer zu wählen. Wäre ja auch schade, wo es doch ein so tolles Arrangement davon gibt.