Bolken

Die Stiftung der Zimmermann-Brüder wird aufgelöst

Der letzte der Zimmermanns, Josef (1874 bis 1954), gründete die Stiftung.

Der letzte der Zimmermanns, Josef (1874 bis 1954), gründete die Stiftung.

Die Gebrüder Otto, Albert und Josef Zimmermann meinten es gut mit ihrem Heimatdorf Bolken. Vor gut 65 Jahren, am 8. September 1954, wurde die Stiftung «Gebrüder Otto, Albert und Josef Zimmermann» gegründet.

In den Statuten wurde folgender Stiftungszweck erwähnt: «Die Zinserträgnisse auf dem Stiftungsvermögen sind alljährlich nach Abzug der Steuern und Verwaltungskosten zu übersenden an die Einwohnergemeinde Bolken mit 63 Prozent, an die Bürgergemeinde Bolken mit 32 Prozent und an die römisch-katholische Kirchgemeinde Aeschi mit 5 Prozent.»

Demnach blieb das Stiftungsvermögen über all die Jahre gleich hoch, während der Zinsertrag verteilt wurde. Das Kapital betrug Ende 2018 über 151'000 Franken und dürfte 1954 bei 150'000 Franken gelegen haben. Wie hoch mögen damals die Zinserträgnisse gewesen sein? Einige Tausend Franken jährlich waren es sicher. Da sich das Vermögen aber wegen des Stiftungszweckes nicht vermehren konnte, die Zinsen seither rückläufig sind und heute die Gebühren höher sein dürften als die Erträge, hat der Stiftungsrat entschieden, die Stiftung aufzulösen. «Aufgrund des langjährigen Niedrigzinsumfeldes kann die Stiftung keine Erträgnisse generieren. Es ist deshalb von einer Unmöglichkeit zur Umsetzung des Stifterwillens auszugehen.»

Wenn der Stiftungszweck unerreichbar geworden ist und auch nicht durch eine Änderung der Stiftungsurkunde aufrechterhalten werden kann, sieht das Gesetz vor, dass die Stiftung durch die zuständige Kantonsbehörde aufgelöst werden kann. Das entsprechende kantonale Amt schlug drei Varianten vor: Liquidation, Umwandlung der Stiftung in eine zweckgebundene oder Anlage des Vermögens in Aktien und Anleihen. Der Stiftungsrat beschloss einstimmig die Liquidation. Die Gemeinderäte der Einwohner, Bürger und der Katholiken stimmten der Liquidation zu. Das vorhandene Vermögen soll zu den gleichen Prozentsätzen wie im Stiftungszweck geschrieben an die drei Gemeinden verteilt werden. Das Vermögen ist im Übrigen in Termingelder angelegt. Darüber kann teilweise erst 2024/25 verfügt werden.

Das Geld nutzen für soziale und ideelle Zwecke

Die Vertreter der drei Gemeinden versichern, dass die Gelder der Stiftung zu sozialen und ideellen Zwecken eingesetzt werden sollen. Der Regierungsrat genehmigt die Liquidation per Ende 2019. Die Einwohnergemeinde erhält 94'500 Franken, die Bürgergemeinde 48'000 und die katholische Kirchgemeinde 7500 Franken.

Zu den drei Zimmermann-Brüdern ist heute in Bolken nur noch wenig bekannt. Ledige sollen es gewesen sein. Ihr Haus hätten sie dem Göttibueb vermacht. Dieses ist heute noch bewohnt. Ohne Nachkommen oblag es dem letzten der Zimmermanns, Josef, die Stiftung in seinem Todesjahr 1954 errichten zu lassen. Daran erinnert ein Gedenkstein beim Schulhaus Bolken.

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