Kriegstetten
Die Spielfreude ist am Pfingstkonzert zurückgekehrt

An ihrem Pfingstkonzert präsentierte sich die örtliche Musikgesellschaft in neuer Kluft und mit neuem Dirigenten. Nicht neu war der Termin. Seit Jahren konzertiert die Musikgesellschaft Kriegstetten an Pfingsten.

Hans Blaser
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Die Musikgesellschaft Kriegstetten – kostümiert «für die Alp».

Die Musikgesellschaft Kriegstetten – kostümiert «für die Alp».

Hans Blaser

Auch nicht neu war der Apéro nach dem Konzert. Nur war es diesmal – passend zum Thema des Showteils – ein Älpler-Zvieri. Es gab also wie gewohnt zwei unterschiedliche Teile. War aber alles andere wirklich neu? Neu war das Outfit. Denn die MG hat sich ohne grosses Aufsehen neu eingekleidet. Das Tenue kommt schwarz und rot daher, aber leicht abgewandelt. Das Rot ist ein diskreteres Weinrot geworden und das Hemd ist in dunklem Anthrazit gehalten.

Neue Leitung tut dem Verein gut

Neu ist auch der Dirigent aus dem Gürbetal – Markus Stalder. Er passe gut zu ihnen, heisst es aus dem Verein. Diesen Eindruck vermittelte auch das Konzert. Auch das Repertoire scheint breiter geworden zu sein. Dass sich auch kleine Vereine sich nicht auf Märsche und Polkas beschränken müssen, zeigten die Kriegstetter mit «Jugendfreude». Die kleine Ouvertüre, wie Peter Fihn sein Werk bezeichnet, ist das beste Beispiel dafür. Die Tempowechsel wurden gut gemeistert. Es war durchaus das Bemühen um guten Klang zu spüren. Dass sich bezüglich Klangkultur etwas getan hat, wurde jedoch bei «Ground Pavane» von Bruce Fraser noch deutlicher. Die wurde zwar extrem langsam gespielt. Das Augenmerk wurde aber – nicht zum Nachteil für das Publikum – auf die Intonation gelegt. Mit Stalder sei die Spielfreude zurückgekehrt, hiess es auch. Damit konnten auch Stücke angegangen werden wie Klaus Buttersteins Arrangement zu «Hello Mary Lou» mit einem beschwingten Trompetensolo. Sicht- und spürbar wurde diese Spielfreude bei «La Bonita». Mit diesem schon fast in lateinamerikanischer Tempofestigkeit präsentierten Samba peilte die Musikgesellschaft das Ende des ersten Teils an. Mit Frantisek Kmochs Marsch «Schönes Prag» schloss sie ihn dann ab. Traditionsgemäss hatte sie ihn schon mit einem Marsch eröffnet. Entschieden hatte sie sich für Edmund Löfflers «Friends for ever».

Seit einigen Jahren bietet der Verein in seinem zweiten Teil durchaus auch Musik. Diese wird jedoch mit Show-Elementen verbunden. Die werden nicht einstudiert, sondern folgen spontan einem Konzept, das einmal mehr von Robert Wälchli ausgeheckt wurde. Die Anhaltspunkte dazu sind die schlichte Dekoration und die individuell angepasste, aber dezente Kostümierung. Mit dem neuen Dirigenten wollte man das noch sachte angehen und wählte als Thema «Uf dr Alp». Der Neue erwies sich aber als trittfester und wanderfreudiger Berggänger. Passend zum Thema wählte die Musikgesellschaft als Zugabe «Bergkristall». Weil das Publikum danach noch auf eine weitere Zugabe Lust bezeugte, liess sie noch den Marsch «San Carlo» von Oscar Tschuor folgen.