Wasseramt

Die Sozialregionen Wasseramt Ost und Süd sollen zu einer zusammengeschlossen werden

Zehn Gemeindeversammlungen müssen einer Fusion der Sozialregion Wasseramt Ost und Süd zustimmen.

Zehn Gemeindeversammlungen müssen einer Fusion der Sozialregion Wasseramt Ost und Süd zustimmen.

Die Sozialregionen Wasseramt Ost und Süd sind sich strukturell und organisatorisch sehr ähnlich. Ende 2017 fanden die ersten – informellen – Gespräche zwischen den Stellenleitern für eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Sozialdienste statt.

Weil in Derendingen eine Pensionierung anstand, machte man sich Gedanken, ob die beiden Organisationen nicht unter einem Dach zusammengeführt werden könnten. Unfreiwillig wurde dieses Szenario allerdings schon kurz darauf Realität, weil die Leitung in Derendingen krankheitshalber ausfiel und Etienne Gasche (Leiter Sozialdienst Wasseramt Süd) notfallmässig einsprang. Nur ein halbes Jahr später fielen in Gerlafingen gleichzeitig drei der zwölf Angestellten aus. «In Derendingen wurde prompt reagiert und wir durften ebenfalls auf Unterstützung zählen.»

Ressourcen sind knapp

Dass die Zusammenarbeit der beiden Sozialdienste so gut funktionierte, bestätigte die Leitgemeinden Derendingen und Gerlafingen darin, den Zusammenschluss weiter zu prüfen. In Derendingen wird zudem zurzeit, unabhängig von der Situation im Sozialdienst, die Personalstruktur innerhalb der Gesamt-Gemeindeverwaltung überprüft.

«Beide Dienste sind personell sehr knapp aufgestellt», macht Andreas Dvorak (Socialdesign AG) klar. Er hat die Gespräche und Diskussionen rund um den Zusammenschluss begleitet und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Ein wichtiger Aspekt war dabei auch die Befragung des Personals. «Dieses hat keine Angst vor einem Zusammenschluss. Die beiden Dienste arbeiten bereits jetzt zusammen und alle sehen, dass sich Synergien daraus ergeben.» Vor allem könnten bei einem Zusammenschluss die Stellvertretungen für die einzelnen Bereiche gewährleistet werden, was heute nicht immer möglich ist. Die beiden Sozialdienste sind heute für den eigentlichen Sozialdienst, das Arbeitsamt, die AHV-Zweigstelle, das Asylwesen, sowie als regionale Stelle für Mandate und Abklärungen im Auftrag der Kindes- und Erwachseneschutzbehörde (Kesb) verantwortlich.

Das Zusammengehen sei zudem nicht als Sparübung gedacht, und es sei klar kommuniziert worden, dass auch bei einem Zusammenschuss nicht Personal abgebaut, sondern voraussichtlich eher noch mehr Leute eingestellt werden müssen. So müsse vor allem auch die Leitung des neuen Sozialdienstes mit einer Stellvertretung entlastet werden. Der neue Sozialdienst habe rund 30 Mitarbeiter. «Da reicht eine einzelne Führungsperson nicht aus.» Dvorak ist überzeugt, dass der Zusammenschluss Vorteile bringe. In den Kantonen Bern und Graubünden habe man das Sozialwesen schon vor mehr als 20 Jahren professionalisiert und grössere Regionen gebildet und das habe sich bewährt. Als grössere Sozialregion werde man zudem innerhalb des Kantons besser wahrgenommen und erhalte mehr Gewicht, nennt Gasche einen weiteren Vorteil.

Vertrag als Grundlage

«Als Erstes soll mit dem Vertrag, der im Juni an den Gemeindeversammlungen vorgelegt wird, die politisch und juristische Seite geregelt werden», erklärt Etienne Gasche. Auch wenn der Dienst zusammengeführt sei, werde zu Beginn an zwei Standorten weitergearbeitet. «Sowohl in Gerlafingen als auch in Derendingen ist der Sozialdienst eingemietet und die Mietverträge müssen zuerst gekündigt werden.» Keiner der beiden Standorte sei zudem räumlich gross genug, um alle Mitarbeitenden des neuen Dienstes aufzunehmen. «Wir werden neue Räumlichkeiten suchen müssen.» Wo der Sozialdienst dereinst seinen neuen Platz findet, ist zurzeit noch unklar. «Es macht Sinn, dass der Dienst an einem Ort ist, den die Klienten gut erreichen können», so Dvorak.

Bereits definiert ist, dass Derendingen neue Leitgemeinde wird. Der Zusammenarbeitsvertrag lässt übrigens auch weiteren Gemeinden die Möglichkeit offen, sich zu einem späteren Zeitpunkt der neuen Organisation anzuschliessen.

Flexibel bleiben

«Unser Ziel ist es, mit der neuen Organisation effizienter und schlagkräftiger zu werden und uns qualitativ nochmals zu verbessern», erklärt Gasche. «Genau genommen, sind wir ein Dienstleistungsbetrieb.» Eine gewisse Bürokratie lasse sich aber im Sozialdienst nicht vermeiden. «Wir sind dem Kanton unterstellt, und müssen Gesetze und Regeln einhalten.» Die Gesetze und Regeln seien in stetiger Veränderung. Ebenso die Klientel der Sozialdienste. «Wir müssen uns mitverändern und flexibel bleiben», so Gasche.

Der Zusammenarbeitsvertrag der Sozialregion Wasseramt mit den Gemeinden Aeschi, Bolken, Deitingen, Derendingen, Drei Höfe, Etziken, Gerlafingen, Halten, Horriwil, Hüniken, Kriegstetten, Obergerlafingen, Oekingen, Recherswil und Subingen muss in den Gemeindeversammlungen genehmigt werden. Nur wenn alle Gemeinden zustimmen, wird der neue Sozialdienst per 1. Januar 2020 tatsächlich gegründet.

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