Selzach
Die Sommeroper wagt sich an ein Stück von Richard Wagner

Im Jubiläumsjahr wagt sich die Sommeroper Selzach an ein Werk von Richard Wagner, dies mithilfe des «Theater Orchesters Biel Solothurn».

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Das Passionsspielhaus in Selzach wurde 1895 erbaut. (Archivbild)

Das Passionsspielhaus in Selzach wurde 1895 erbaut. (Archivbild)

zvg

Im Jubiläumsjahr geht die Sommeroper Selzach neue Wege – und bleiben ihrem Prinzip der lokalen Verankerung trotzdem treu: Mit Richard Wagners romantischer Oper «Der Fliegende Holländer» kommt erstmals eine veritable Grossproduktion auf die Bühne des Passionsspielhauses in Selzach. Solistenstars von Hawaii bis Südkorea arbeiten zusammen mit den über 200 Mitwirkenden, die das bewährte Team aus der Region bilden.

Ab 1972 blieb das Passionsspielhaus, am Jurasüdfuss zwischen Biel und Solothurn gelegen, leer und unbespielt. Mit der Sommeroper wurde es seit 1988 wiederbelebt. Gebaut worden war es 1895, wobei der Opernkomponist Richard Wagner (1813–1883) selber den Anstoss zum Bau des Hauses gegeben haben soll. Zudem bestehen zahlreiche inhaltliche Verbindungen zwischen dem Werk des deutschen Komponisten und den Passionsspielen.

Gerade im «Holländer», einer Art säkularisierter Passionsgeschichte mit der Erlösungsfrage im Zentrum, ist der Bezug zur christlichen Passion offensichtlich, schreiben die Verantwortlichen der Sommeroper in einer Mitteilung.

Richard Wagner

Richard Wagner

Keystone

Dank der noch intensiveren Kooperation mit «Theater Orchester Biel Solothurn» (Tobs) wagt sich die Sommeroper im Jubiläumsjahr erstmals an das Werk von Richard Wagner. Tobs-Intendant Dieter Kaegi zeichnet für die Inszenierung verantwortlich, Tobs-Chorleiter Valentin Vassilev leitet die Chöre und Konstantin Nazlamov aus dem Tobs-Ensemble singt den Steuermann. Und wie immer setzen sich Orchester und Chor aus Musikerinnen und Musikern der Region zusammen.

Spezialisten am Werk

Die musikalische Leitung liegt in den Händen des deutschen Wagner-Spezialisten Constantin Trinks. Für die Besetzung der Hauptrollen konnten internationale Stars gewonnen werden. Allen voran der US-Amerikaner Jordan Shanahan, der dem Publikum von Konzert Theater Bern bestens bekannt ist. Er teilt die Titelrolle mit dem deutschen Heldenbariton Karsten Mewes.

«Senta» wird interpretiert von der schwedischen Sopranistin Liine Carlsson und ihrer russischen Kollegin Alexandra Lubchansky. «Sentas» Vater «Daland» wird von dem vom Opernhaus Zürich bekannten ukrainischen Bass Pavel Daniluk gesungen. Für «Eric» konnte der tschechische Tenor Ladislav Elgr gewonnen werden und die in Selzach aus früheren Produktionen bekannte und beliebte Astrid Pfarrer übernimmt die Rolle der «Mary».

Die Ausstattung besorgt wie bei allen bisherigen Selzacher Produktionen Oskar Fluri. Thomas Dietrich hat diesmal die Leitung des künstlerischen Betriebsbüros inne. Und wie bis anhin verantworten René Gehri und Pia Bürki die Produktionsleitung.

«Der Fliegende Holländer» wurde 1843 in Dresden uraufgeführt. Der Holländer, ein Seefahrer, ist mit seiner Mannschaft zur Unsterblichkeit auf hoher See verdammt. Alle sieben Jahre bietet sich die Hoffnung auf Erlösung durch eine Frau, die ihm ewige Treue schwört. Senta, die Tochter des Seefahrers Daland, bringt dem Holländer die ersehnte Erlösung.

Vom 2. bis 21. August finden insgesamt zehn Vorstellungen des leidenschaftlichen Dramas statt. Erstmals bieten die Sommeroper Selzach in diesem Zeitraum zudem eine eigene Opernproduktion für Kinder und Schüler.

www.sommeroper.ch

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