Biberist

Die Skeptiker wurden eines Besseren belehrt

Edith Loosli-Bussard liest aus ihrer Siegergeschichte.

Edith Loosli-Bussard liest aus ihrer Siegergeschichte.

Lesung zum Schreibwettbewerb «Biberist liest – Biberist schreibt», den die Kulturkommission ausgeschrieben hatte.

«Biberist liest – Biberist schreibt», so lautete das Motto, unter dem das Team des Bücherschranks Biberist zusammen mit der Kulturkommission im März – anlässlich des einjährigen Bestehens der kostenlosen Büchertauschbörse beim Coop-Kreisel – einen Schreibwettbewerb initiiert hat. Bis Ende Juni war die Bevölkerung aufgerufen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und eine selbst geschriebene Geschichte einzusenden. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt. Von der Kriminalgeschichte über eine Romanze bis hin zu Kinder- und Jugendgeschichten war alles erlaubt. Die Geschichte konnte dabei in Biberist spielen – musste aber nicht.

Vereinzelte Stimmen seien zunächst skeptisch gewesen, ob überhaupt irgendjemand etwas einsenden werde, sagte Kulturkommissionspräsidentin Marianne Westermeier Hug. Letzten Endes kamen aber acht Geschichten zusammen. Eine fünfköpfige Jury beurteilte die Werke der Schreiberlinge anschliessend nach persönlichen Gesichtspunkten. Die einen Jurymitglieder liessen die Geschichten auf sich wirken und bewerteten sie aufgrund ihrer Stimmigkeit, während andere nach einem klaren Kriterienkatalog vorgingen. Damit niemand bevorzugt werden konnte, wurde den Juroren im Vorfeld nicht mitgeteilt, von wem die einzelnen Geschichten sind. Die Schreibenden machten es der Jury indes nicht einfach: «Die Geschichten waren super geschrieben, sprachlich wirklich gut und teilweise sogar ein bisschen literarisch», sagte Westermeier Hug.

«Schnägg sucht eine Freundin»

Die Werke werden später in laminierter Ausgabe im Bücherschrank hinterlegt und für Interessierte zu lesen sein. Dort fand am Freitagabend auch die Lesung der drei Gewinnergeschichten statt. Von Jung bis Alt kamen viele Einwohnerinnen und Einwohner, um gespannt den prämierten Siegergeschichten zu lauschen. Gewonnen hat die einfallsreich geschriebene und mit ausgefallenen Mundart-Dialogen gespickte Geschichte «Schnägg sucht eine Freundin» von Edith Loosli-Bussard.

Die Redaktorin des Biberister Kuriers suchte dabei bewusst den Bezug zum Dorf. So ist die Hauptfigur ihrer Erzählung die «Schnägg»-Statue, welche unmittelbar neben dem Bücherschrank steht. Während seines Abenteuers helfen dem Protagonisten zudem lokale Persönlichkeiten wie etwa eine Angestellte des Coops, eine Beamtin der Biberister Poststelle oder der örtliche Physiotherapeut.

Als Loosli-Bussard zum ersten Mal von der Idee hörte, eine Geschichte zu erfinden, hat dies bei ihr alte Kindheitserinnerungen hervorgerufen. «Als ich ein Kind war, hat mein Vater Geschichten mit meinen Lieblingsplüschtieren in der Hauptrolle erfunden», erklärte die Erstplatzierte. Deshalb war der Grundgedanke hinter ihrem Werk, den jungen Biberisterinnen und Biberistern auch etwas mit auf den Weg zu geben, was ihre eigene Fantasie für weitere Geschichten anregt.

Auf dem zweiten Platz landete die «Gute-Nacht-Geschichte» von Christa Meister-Utzinger. Den dritten Platz ergatterte die Geschichte «Fee entführt» von Yuna Bühler. Die 11-Jährige vermochte die Jury vor allem mit ihrem erfrischenden Erzählstil, der guten Wortwahl sowie ihrer spannenden Art zu schreiben zu überzeugen.

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