Zur sechsten Ausgabe der Sommerausstellung im idyllischen Unterramsern haben die beiden Galeristen Alfred Maienfisch und Thomas Gantner ganz unterschiedliche Künstler eingeladen. Es sind vorwiegend Skulpturen zu entdecken.

Jean Mauboulès braucht nicht mehr lange vorgestellt zu werden. Dem seit Jahren im Solothurnischen heimischen gebürtigen Franzosen (1943*) gelingt es wie keinem Zweiten, mit schlichten Formen wie Kreisen, Linien und Kuben und klassischen Materialien wie Stahl und Glas Objekte zu kreieren.

Mauboulès, der Meister des Raumes. Der Berner Max Roth (1954*) zeigt farbige Holzskulpturen und zeichnerisch-fotografische Arbeiten. Bei seinen Holzarbeiten nimmt er die vorgefundene Form des Materials auf und lässt sich davon inspirieren. Es entstehen Gebilde wie Röhren, Verschachtelungen, Barken, Gefässe. An den Wänden hängen/stehen als eine Art Ergänzung Fotografien, mit Motiven, welche seine Holzformen im weitesten Sinn aufnehmen. Darüber legt Roth Glasflächen, denen er mystische Figuren «entlockt» und so seinen Arbeiten eine weitere Dimension schenkt.

Erfüllt von Farben

Ebenfalls aus Bern stammt Sandro Zimmermann (1948*). Er ist ein Konkreter, ein ausgebildeter Kunstglaser. Frösche, Fliegen, Käfer – alle aus Stahl und Glas geschaffen - sind bei ihm zu entdecken. Manche wirken in ihrem unglaublichen Farbenreichtum so lebensecht, dass man meint, sie brummen gleich davon.

Ganz anders, aber nicht weniger farbenreich sieht die Welt von Heinrich Bobst (1946*) aus. Als gebürtiger Balsthaler lebt er seit vielen Jahren in Zürich und als Künstler ist er ein Spätberufener. Zunächst Chemiker und Unternehmer, widmet er sich seit rund zehn Jahren der Kunst. Er verwendet dichroitisch beschichtetes Acrylglas, das alle Farben widerspiegelt. Seine architektonisch gestalteten Objekte scheinen so je nach Lichteinfall immer wieder anders zu sein und wirken wie aus einer anderen Dimension.

Christine Aebi-Ochsner aus Biel ist eine Sammlerin. Sie zeigt in der Alten Brennerei neuere und ältere Kästchen und Fundstücke aus der ganzen Welt, die sie zu ganz eigenen und unerwarteten Geschichten zusammenstellt. Einzelne Figuren setzt sie aus Schnallen, Broschen, Behältern zusammen. Ihrer Kunst liegt eine Fleiss- und Gedankenarbeit zugrunde, die spielerisch und mit einer Prise schwarzem Humor den Betrachter fasziniert.

Bis Sonntag, 10. Juli. Fr 17–20 Uhr; Sa 14–19 Uhr; So 11–17 Uhr. Rahmenprogramm: Night-Open Freitag, 3. Juli 20–02 Uhr; Brunch@Artgarden Sonntag, 26. Juni 10–14 Uhr; Dinner@Art Freitag, 8. Juli ab 19 Uhr. www.diealtebrennerei.ch.