Gerlafingen

Die Schulraumnot wird bald beendet sein – Bauprojekt kann beginnen

Der Schulunterricht während der Umbauzeit bedeutet eine erhebliche organisatorische Herausforderung.(Symbolbild).

Der Schulunterricht während der Umbauzeit bedeutet eine erhebliche organisatorische Herausforderung.(Symbolbild).

Der Gemeinderat genehmigt den Kredit und die Arbeitsvergabe für das Schulbauprojekt «Rochade». Bei den Kulturbeiträge war der Entscheid um einiges knapper: Der Präsident sorgte mit seinem Stichentscheid für ein Ja.

Das Projekt «Rochade» umfasst die Aufstockung des Schulgebäudes Kirchacker für die Oberstufenschulen. Die unterrichteten Primarschulklassen werden im Schulkomplex «Gländ» konzentriert. Die Gemeindeversammlung hatte dem Umbau- und Sanierungsprojekt für 8,4 Mio. Franken Ende 2014 zugestimmt.

Inzwischen sind umfassende Planungen und Vorbereitungen abgeschlossen, damit dem Baustart nichts mehr im Weg steht.

Es sei gelungen, durch den Preiswettbewerb in den Submissionen, durch eine konsequente Sparoptimierung in allen Positionen und durch Verhandlungserfolge bei freihändigen Vergaben insgesamt rund 940 000 Franken einzusparen, sagte Bauverwalter Ewald Kaiser. «Es ging uns darum, die Kostenwahrheit möglichst früh zu erkennen.»

Die Submissionsunterlagen wurden an 270 Unternehmer versandt; der Rücklauf der Offerten für 45 Arbeitsgattungen betrug 70 Prozent. Einstimmig beschloss der Rat die Bau- und Kreditfreigabe für das Schulraumprojekt, das drei Jahrzehnte Diskussionen zur Schulraumnot beendet.

Gerlafingen hofft, dass die vom Kanton in Aussicht gestellten Investitionsbeiträge von 640 000 Franken gewährt werden. In der Präsentation des Finanzplans für 2016 bis 2020, der mit strukturellen Problemen in Gerlafingen rechnet, legte SVP-Sprecher Thomas Wenger Wert auf die Feststellung, dass «Rochade» nicht zu einer Steuererhöhung führen dürfe.

Rechtzeitig bereit sein

Der Schulunterricht während der Umbauzeit bedeutet eine erhebliche organisatorische Herausforderung. Deshalb erarbeitete eine Arbeitsgruppe ein Grundlagenpapier zur Klassenbildung, das eine ausgewogene Zusammensetzung erzielen will. Laut Pascal Hunziker, Schulleiter Primarschule und Kindergarten, werden die Eltern informiert.

Gleichzeitig wählte der Rat die fünfköpfige Arbeitsgruppe «Schulweg», die Konzepte für die veränderten Wege der Schuljugend während des Provisoriums und zum künftig neuen Schulstandort entwickelt. Eine Anregung aus dem Rat betraf die Verhinderung von «Mamitaxis», die dem Nachwuchs häufig den Schulweg abnehmen wollen.

Stichentscheid für Kultur

Nach längerer Debatte mit gegensätzlichen Meinungen mandatierte der Gemeinderat seine beiden Repla-Delegierten Christian Holderegger und Peter Jordi einstimmig, den Ratsentscheid zu «Kostenbeteiligungen an den Kulturinstitutionen im Raum Solothurn» an der Delegiertenversammlung zu vertreten.

An der Vereinbarung, die Gerlafingen jährlich 71 745 Franken kostet, schieden sich die Geister. Das Abstimmungs-Patt 5:5 konnte nur durch den präsidialen Stichentscheid in ein «Ja» gewandelt werden. Peter Jordi zeigte auf, dass das Kulturangebot in der Agglomeration auch Interessenten in die neuen Wohnungen nach Gerlafingen bringe. «Ein vielfältiges Kulturangebot bedeutet Lebensqualität.»

Wenger gab zu bedenken, dass in Gerlafingen quasi ein Investitionsstopp herrsche. «Wir vermögen keine weiteren Ausgaben, die wir bekämpfen werden.» Werner Rutsch (FDP) verwies auf die einheimischen Kulturträger, die jährlich mit 40 000 Franken unterstützt werden.

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