Recherswil

Die Schule stösst auf grosses Interesse

Die Kindergartenkinder und die 1.- und 2.-Klässler besuchen künftig die Schule der Wohngemeinde. Im Bild das Primarschulhaus Recherswil.

Die Kindergartenkinder und die 1.- und 2.-Klässler besuchen künftig die Schule der Wohngemeinde. Im Bild das Primarschulhaus Recherswil.

Nachdem in Recherswil die Motion, dass alle Schüler bis zur 6. Klasse die Schule in ihrer Wohngemeinde besuchen, abgelehnt wurde, lud Schulleiter Rolf Caccivio die Eltern zum Informationsanlass ein. Dabei wurde angeregt über die Schule diskutiert.

«Wer von Ihnen war in der Schule?» Schulleiter Rolf Caccivio begrüsste die rund 150 Personen, die der Einladung zum Elterninformationsanlass in der IGU-Halle gefolgt waren, mit einer irritierenden Frage, an der er zeigte: natürlich alle. «Und daher hat jeder eine eigene Vorstellung von einer guten Schule.»

Wie der Schulleiter, der sein Amt erst seit einem Jahr innehat, am Rande erzählte, hatte er sowieso einen solchen Anlass geplant. «Das Thema war jetzt aber durch die Motion vorgegeben.» Die Motion, die für viel Aufsehen gesorgt hatte, aber an der Gemeindeversammlung in Recherswil nicht erheblich erklärt wurde, forderte einen Schulbesuch im Dorf bis in die 6. Klasse.

An ihrer Stelle wird nun ein Gegenvorschlag umgesetzt, den Caccivio präsentierte: Die Kindergartenkinder und die 1.- und 2.-Klässler besuchen künftig die Schule der Wohngemeinde. «Ab der 3. Klasse sehen wir es als zumutbar an, dass die Kinder ins jeweils andere Schulhaus gehen.» Dies, solange der Schulweg sicher sei, worum die Schule besorgt sei.

Dabei werde auf eine Durchmischung geachtet, Gruppen, sprich Halbklassen, blieben aber möglichst zusammen. So die jetzigen 2.-Klässler, die in einer gemischten 1./2. Klasse sind und in ihrem dritten Schuljahr mit einer anderen Halbklasse zusammengebracht werden.

Eine Ausnahme bilden die jetzigen ersten Klassen. Da in diesen Kinder aus beiden Gemeinden vertreten sind, werden die entsprechenden Klassen auseinandergenommen und nach Wohngemeinden neu zusammengesetzt. Womit einige Kinder von ihren Freunden getrennt werden – ein Problem, das am Rande des Anlasses besprochen wurde.

Zahlreiche Vorgaben für Schule

«Die Schule macht, was sie will.» So haben wohl einige Eltern reagiert, als die Klassenzuteilung für das jetzige Schuljahr bekannt worden war. Caccivio führte den Anwesenden daher vor Augen, wie eine heutige Schule funktioniert und dass sowohl Lehrer als auch Schulleitung eine ganze Menge zu beachten haben. Seine Präsentation hätte zeitweise die eines KMUs sein können: Organigramm, Qualitätsmanagement, Kontrollorgane, gesetzliche Grundlagen. Dabei machte der Schulleiter vor allem klar: «Die Schule hat sich gewandelt.» Spezielle Förderung, Teilzeitangestellte, Teamteaching – solches verlange heute mehr Personal. Weiter habe die Schule sehr viele Vorgaben, die von der Bundesverfassung, über die kantonalen Gesetze bis hin zu den schulinternen Richtlinien reichen. Caccivios Fazit: «Die Schule kann also nicht einfach machen, was sie will.»

Natürlich aber habe man als Eltern das Recht, sich aufzuregen. Einige Bitten hatte der Schulleiter aber an die Erziehungsberechtigten: Wer mit einem Entscheid nicht zufrieden sei, solle mit der zuständigen Person einen Termin abmachen, «Telefonate sind immer etwas schwierig.» Weiter sollten sich Eltern nicht vor den Kindern über eine Lehrperson oder die Schule ärgern. Gleichzeitig lud Caccivio die Eltern ein, vorbeizukommen und sich selbst ein Bild der Schule zu machen.» Denn, wie Mario Petiti vom Amt für Volksschule später erklärte: «Schule und Eltern sind Partner.» Beide seien selbständig, hätten aber gleichermassen Rechte und Pflichten, sowie einen gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Weiter müsse die Schule im Sinne des Gemeinwesens handeln, nicht im Auftrag der Eltern.

Was nicht heisst, dass die Eltern kein Mitspracherecht haben. Denn die Kommunikation zwischen Schule und Erziehungsberechtigten wolle man verbessern, so Caccivio. Es werde daher weitere Informationsanlässe geben. Zudem wurden die Anwesenden nach ihrer Meinung gefragt: auf Flipchart-Blättern konnten sie sich zu verschiedenen Bereichen das aktuellen Schulbetriebs äussern und Verbesserungsvorschläge anbringen. Davon machten einzelne Gebrauch. Dass das Thema Schule bewegt, zeigten aber vor allem die angeregten Diskussionen beim anschliessenden Apéro.

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