Interview

«Die Sanierung des Bellacher Weihers ist einzigartig»

Adrian Nufer ist Umweltnaturwissenschafter und begleitet den Versuch im Bellacher Weiher seit 2004.

Adrian Nufer ist Umweltnaturwissenschafter und begleitet den Versuch im Bellacher Weiher seit 2004.

Seit 2004 arbeitet man an der Verbesserung der Wasserqualität des Bellacher Weihers. Adrian Nufer, ein Umweltnaturwissenschaftler, begleitet das Projekt seit dem Anfang.

Adrian Nufer, was fällt Ihnen am Bellacher Weiher am meisten auf, wenn Sie ihn heute betrachten?

Adrian Nufer: Mir fällt sofort auf, dass der Weiher frei von Wasserpflanzen und Algen ist. Zudem hat der Schlamm am Weihergrund seine Farbe von Schwarzgrau nach Braun geändert. Dies zeigt klar, dass auch am Grund keine Sauerstoffarmut mehr herrscht.

Worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen?

Da ich bisher nirgends einen vergleichbaren Sanierungserfolg bei einem Weiher beobachtet habe, führe ich den Erfolg auf die regelmässig durchgeführten Weiherbehandlungen und das Landwirtschaftsprogramm mit den Plocher-Produkten zurück.

Haben die Messungen der Bachelorarbeit Ihre Beobachtungen bestätigt?

Teilweise ja. Die Feststellungen bezüglich des stabilen Sauerstoffgehalts und Rückgang des Nährstoffeintrags sind sehr positiv. Da es sich um eine Momentaufnahme handelt, wurde jedoch kein Vergleich zum Zustand vor der Sanierung gezogen, als sich der Weiher noch in einem völlig überdüngten Zustand befand. Die Bachelorarbeit zeigt zudem auf, dass der Sanierungsvorgang noch nicht abgeschlossen ist und daher einige Defizite in Bezug auf die Artenvielfalt vorhanden sind, welche schlussendlich verschwinden sollten.

Wie sehen Sie das Potenzial dieser Sanierungsmethode für die Zukunft?

Die Chancen dieser Methode, zukünftig bei weiteren Sanierungsprojekten angewendet zu werden, stehen sehr gut. Im Gegensatz zum Ausbaggern eines Weihers handelt es sich um eine nachhaltige Vorgehensweise, welche nicht nur Symptome bekämpft. Sieht man von den Kosten der wissenschaftlichen Begleitung ab, ist die Methode auch sehr kostengünstig. Voraussetzung für weitere Einsätze ist jedoch eine klare wissenschaftliche Bestätigung der Wirkung. (rm)

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