Pfarrkreis Selzach-Lommiswil
Die «ruhige, humorvolle und überlegte Art» des Pfarrers will niemand mehr missen

Der 61-jährige Otfried Pappe, der bereits seit zwei Jahren im «Schänzli» wirkt, ist mit einem Installationsgottesdienst würdevoll in sein Amt eingesetzt worden. Er hat sich mit seiner humorvollen und überlegten Art einen Namen gemacht.

Agnes Portmann-Leupi
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Otfried Pappe

Otfried Pappe

Hansjörg Sahli

Feierlich stimmten Klavier und Saxofon in den Installationsgottesdienst ein. «Es ist ein Freudentag für uns. Du bist schon lange nicht mehr der Neue, du bist unser Pfarrer und ab heute offiziell.» So ehrte die Präsidentin des Pfarrkreises Selzach-Lommiswil, Ariane Zellweger, Otfried Pappe, der bereits seit Anfang September 2014 als Pfarrer wirkt.

«Deine ruhige, humorvolle und überlegte Art wollen wir nicht mehr missen», untermauerte Barbara Fankhauser, Präsidentin der reformierten Kirchgemeinde Solothurn. In seiner Predigt betonte Pfarrer Donald Hasler, der den Gottesdienst zelebrierte, den von Gott gegebenen Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Pfarrer Pappe sei beseelt davon. Aber auch die Kirchgemeinde solle ihren Pfarrer lieben und dabei bedenken, dass er keine telepathischen Eigenschaften besitze. «Melden Sie sich, wenn Sie etwas brauchen», sagte er. Der neu installierte Pfarrer hob sichtlich gerührt ein Wort hervor: «Danke.»

Pfarrerskind in der DDR

Warum aber zog es ihn mit seiner Ehefrau nach Selzach? «Nach dem Auszug unserer beiden Kinder stellte sich die Frage, ob auch wir etwas ändern wollen», sagte der 61-Jährige. Dies nach 12 Jahren beglückender Tätigkeit in Erfurt. Schneller als vorgesehen habe sich dann die Anstellung in Selzach ergeben. «Für mich war dieser Neuanfang wichtig», bekräftigte er.

Bereits Otfried Pappes Vater war Pfarrer. In Thüringen aufgewachsenen standen ihm als Pfarrerskind in der kirchenfeindlichen DDR nicht alle Bildungswege offen. Ohne sicher zu sein, dass er diesen Beruf dereinst ausüben würde, nahm er an einer kircheneigenen Hochschule das Theologiestudium auf. Seine Begeisterung dafür wuchs und im Jahr 1991, im ersten Jahr der deutschen Wiedervereinigung, begann er, als Pfarrer zu arbeiten. Viel Aufbauarbeit sei wegen des schlechten Zustandes der Kirchen und der geschrumpften Gemeinden nötig gewesen.