Messen
Die Rolle als Stützpunktgemeinde bleibt erhalten

Mit einem Grossaufgebot von Vertretern der lokalen Wirtschaft und der Behörden fand der Jahresstartanlass der Gemeinde Messen in der Pfarrschüür deutliches Interesse.

Gundi Klemm
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«Wir betreiben mit diesem Anlass Bestandspflege für unser Dorf», erklärte Gemeindepräsidentin Marianne Meister den über 60 Teilnehmenden.

«Wir betreiben mit diesem Anlass Bestandspflege für unser Dorf», erklärte Gemeindepräsidentin Marianne Meister den über 60 Teilnehmenden.

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Das Referat von Bernard Staub, Chef kantonales Amt für Raumplanung, zu den Auswirkungen des neuen Raumplanungsgesetzes und die Vorstellung des örtlichen Medizentrums durch seinen Gründer Christoph Cina fanden viel Beifall.

«Wir betreiben mit diesem Anlass Bestandspflege für unser Dorf», erklärte Gemeindepräsidentin Marianne Meister den über 60 Teilnehmenden. «Mit unseren Möglichkeiten wollen wir die vorhandene Qualität in den 70 Gewerbebetrieben mit 459 Beschäftigten in den vier Ortsteilen unterstützen.» Anlässlich eines Workshops habe sich der Gemeinderat Gedanken zur örtlichen Weiterentwicklung gemacht, die ins politische Leitbild einfliessen. Als Beispiel für antizyklisches Verhalten stellte sie das Medizentrum vor, das bedarfsgerecht aus der Hausarztpraxis der beiden Mediziner Christoph und Katharina Cina entstanden ist und einen enormen Gewinn für Messen und Umgebung darstelle.

Christoph Cina bettete seinen Vortrag in statistische Daten zur Gesundheitsentwicklung ein, beleuchtete die infolge Hausarztsterben auf dem Land schwieriger werdende Situation, und sprach zum Wandel der Tätigkeit des Arztes wegen der zunehmenden Technisierung. Aus diesen sich verändernden sozioökonomischen Bedingungen habe er die Konsequenz gezogen und eine von vier Medizinpersonen getragene Aktiengesellschaft als neue Rechtsform mit Geschäftsführung gebildet. «Wir sind jetzt als Team tätig», berichtet er von den Neuerungen, die auch jungen Ärztinnen in der Familienphase attraktive Arbeitszeiten ermöglichen. Mit dem Umbau der bisherigen Praxis bildete sich ein Gesundheitszentrum auf dem Land, das Spezialärzte im Konsiliardienst zuziehen kann und über weitere Fachkräfte in der Rehabilitation und in der Gesundheitspflege verfügt.

«Ihr packt das»

Die Wirtschaftsvertreter wiederum zeigten sich beeindruckt von den Ausführungen von Bernhard Staub. Der Planer erläuterte die Raumplanungsstrategie von Bund und Kanton sowie die Auswirkungen auf Messen. «Ihr Dorf behält Gewicht in seiner Rolle als Stützpunktgemeinde im ländlichen Raum», vertrieb er die Sorge, dass nur grosse Zentren künftig in ihrer Entwicklung bevorzugt würden. 87 Prozent des 57,2 Hektaren umfassenden Messener Gemeindegebiets in Wohn-, Misch- und Zentrumszonen seien bereits bebaut, nur 5 Hektaren noch verfügbar.

Daher wäre gemäss kantonaler Wachstumsprognose ein Bauzonenbedarf durchaus begründbar. Nun gelte es, die Rolle der Ortsteile zu überprüfen und dann Schwerpunkte zu setzen. «Tragt weiter Sorge zu eurer Siedlungsqualität, denn ihr habt hier Perlen im Ortsbild.» Ermutigend betonte Bernard Staub: «Ihr seid gut aufgestellt, Ihr packt das.»