Recherswil

Die Reorganisation der Gemeindeführung kommt erneut vors Volk

Der Gemeinderat Recherswil beschloss, die Überprüfung der Organisationsstruktur fortzusetzen.

Der Gemeinderat Recherswil will die Reorganisation der Verwaltungsstruktur erneut vors Volk bringen. Bei der Gemeindeversammlung vom letzten Juni lehnte es dieses nämlich ab, auf das Geschäft einzutreten.

Die Gemeindeversammlung hatte im letzten Juni mit 59 zu 57 Stimmen beschlossen, nicht auf das Geschäft Reorganisation der Gemeindeführung einzutreten. Die vorgestellte Vorlage sei zu wenig ausgereift und nicht breit abgestützt, hatte Jörg Aebischer als Vertreter der FdP moniert. Es ging darum, die Verwaltungsstruktur neu zu organisieren und die Stellenprozente der Verwaltung aufzustocken, um damit Gemeinderat, Präsidium und Kommissionen zu entlasten.

Dementsprechend sollten Gemeindeordnung und Dienst- und Gehaltsordnung angepasst werden. Nach der Ablehnung durch das Volk hat sich eine Arbeitsgruppe mit der Reorganisation auseinandergesetzt und ein neues Ressort- und Kommissionssystem ausgearbeitet. Mit diesen neuen Grundlagen will der Gemeinderat das Anliegen erneut vor den Souverän bringen.

Erster Schritt im Juni

In einem ersten Schritt soll die Gemeindeversammlung im Juni über das neue System befinden. Eine Zeiterfassung der Verwaltungsangestellten wird bis im Winter Klarheit darüber schaffen, wie viel Arbeitsaufwand tatsächlich anfällt. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird die Gemeindeversammlung im Dezember über eine allfällige Aufstockung der Verwaltungskapazität befinden können. Bis dann werden auch Gemeindeordnung, Dienst- und Gehaltsordnung und die Stellenbeschriebe überarbeitet und dem Volk zur Abstimmung unterbreitet.

Der Gemeinderat beschloss mit vier Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen, die Überprüfung der Organisationsstruktur fortzusetzen. Desgleichen genehmigte das Gremium einen Nachtragskredit über 15'000 Franken für die weitere Mandatsführung der AGET Consult.

Nur elektronische Schliessung

Der Gemeinderat wies den Antrag der Arbeitsgruppe Schulraum für einen Nachtragskredit von 17'150 Franken für ein elektronisches Schliesssystem im neuen Doppelkindergarten zurück. «Nicht weil wir dieses Schliesssystem nicht wollen», stellte der Gemeindepräsident Hardy Jäggi explizit klar. Der Gemeinderat wolle seinem Beschluss treu bleiben, sämtliche Gemeindebauten zukünftig mit einer elektronischen Schliessanlage auszustatten.

In der Ausschreibung für den neuen Doppelkindergarten wurde die Anlage jedoch fälschlicherweise mit einem normalen Kaba-System beschrieben. Der Gemeinderat gibt das Geschäft an die Arbeitsgruppe zurück, mit dem Auftrag abzuklären, ob diese zusätzlichen Kosten, nicht über die Reserve für Unvorhergesehenes von 105'000 Franken beglichen werden könnten, anstatt über einen Nachtragskredit. Ausserdem soll sie das Gespräch mit dem Architekturbüro suchen, denn der Gemeinderat ist nicht damit einverstanden, dass die Firma 15 Prozent Honorar für die Umrüstung auf ein elektronisches System verlangt, obwohl Gemeinderat Christian Erzer die ganze Arbeit gemacht hat.

Mehr Steuereinnahmen

Unerwartete Steuereinnahmen und Sparmassnahmen bescherten der Gemeinderechnung 2017 einen Ertragsüberschuss von knapp 440'000 Franken. Das Ressort Finanzen beantragte, mit diesen Mitteln zusätzliche Abschreibungen auf das Verwaltungsvermögen vorzunehmen. Das alte Verwaltungsvermögen könne damit vollkommen getilgt werden, führte Finanzverwalterin Annelise Schütz aus.

200'000 Franken sind für Abschreibungen am Umbau der Gemeindeverwaltung vorgesehen. Der verbleibende Überschuss soll dem Eigenkapital zugewiesen werden. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, der Gemeindeversammlung einen Antrag auf einen Nachtragskredit für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen von 305'676 Franken zu unterbreiten.

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