Günsberg

Die Rechnung schliesst besser ab als erwartet

In den Vorjahren gab es zusätzliche Steuereinnahmen. Das resultiert nun in einem besseren Ergebnis.

In den Vorjahren gab es zusätzliche Steuereinnahmen. Das resultiert nun in einem besseren Ergebnis.

Steuernachzahlungen sorgen für einen unerwarteten Ertragsüberschuss. Aber Investitionen drücken auf das Ergebnis.

Die Jahresrechnung 2018 wurde von den 27 Anwesenden einstimmig genehmigt. Anstatt des erwarteten Aufwandüberschusses von fast 300'000 Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 242'087 Franken. «Das positive Ergebnis ist insbesondere auf die zusätzlichen Steuereinnahmen der Vorjahre zurückzuführen», erklärte Andreas Bühler, Ressortchef Finanzen. Dort sei sehr vorsichtig budgetiert worden.

2018 wurden grössere Investitionsprojekte realisiert, etwa die Hofstatt West, die zweite Etappe Buchenrain oder der Leitungsersatz Weingartenstrasse. Bühler verdeutlichte, dass die Nettoinvestitionen mit 781'548 Franken sehr hoch seien. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden netto rund 307'000 Franken investiert. «Wir haben also einen Happen mehr ausgegeben und müssen uns künftig gut überlegen, was wirklich wichtig ist», so Bühler. Wenn man weiter so viel investieren würde, hätte man bald ein Finanzproblem. Die Nettoschuld pro Einwohner hat sich auf 1410 Franken erhöht, der Ertragsüberschuss erhöht das Eigenkapital.

Wasserreglement genehmigt

In der Spezialfinanzierung besteht das Problem, dass im Bereich der Wasserversorgung ein grosser Aufwandüberschuss besteht, bei der Abwasserbeseitigung hingegen ein deutlicher Ertragsüberschuss. Um diesen Missstand zu beheben, wurde einerseits beim Kanton ein Gesuch für eine Umschichtung beantragt, andererseits hat man das Wasserreglement revidiert. Neu wird die Anschlussgebühr nach dem Gebäudeversicherungswert erhoben, nicht mehr nach zonengewichteter Fläche. «Mit einer Anschlussgebühr von 0,75 Prozent des Gebäudeversicherungswerts liegen wir sehr tief, in Nachbarsgemeinden wird bis zu zwei Prozent verlangt», erläuterte Gemeindepräsident Rolf Sterki. Neu gilt pro Haushalt eine fixe Grundgebühr von 50 Franken.

Um den Anforderungen der ausgeglichenen Spezialfinanzierung gerecht zu werden, werden der Abwasser- und Wasserpreis nun jährlich neu berechnet und definiert. Dieser Betrag liegt zwischen 1.50 Franken und 3 Franken pro Kubikmeter und wird jeweils an der Budgetgemeindeversammlung festgelegt.

Neues Tanklöschfahrzeug

Während das Wasserreglement bei einer Gegenstimme grossmehrheitlich genehmigt wurde, war die Versammlung einstimmig dafür, ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr anzuschaffen. Das aktuelle Tanklöschfahrzeug der gemeinsamen Feuerwehr Günsberg, Balm, Kammersrohr hat mit einem Alter von 27 Jahren fast die maximale Lebenserwartung erreicht. Eine Ersatzbeschaffung für 2023 wurde bereits in den Finanzplan aufgenommen.
Da die Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV) nun ein Spezialangebot in Form einer Sammelbestellung lancierte, will man die günstige Gelegenheit beim Schopf packen. Kantonsweit will die SGV 10 bis 14 Fahrzeuge bestellen und sich dabei an den Fahrzeugkosten von 350'000 Franken mit einer Pauschale von 135 000 Franken beteiligen. Die verbleibenden 215'000 Franken werden nach dem üblichen Kostenverteiler zwischen Günsberg (76,6 Prozent), Balm (18,6 Prozent) und Kammersrohr (4,8 Prozent) aufgeteilt. Für Günsberg beträgt die Kostenbeteiligung also 164 700 Franken.

Balm hat dem neuen Fahrzeug auch bereits zugestimmt, Kammersrohr wird erst an der Budgetgemeindeversammlung entscheiden. «Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass im neuen Fahrzeug nicht mehr bloss drei, sondern sechs Personen Platz finden werden», so Daniel Kaufmann.

Gemeindepräsident Rolf Sterki gratulierte dem Turnverein zu den herausragenden Resultaten am Eidgenössischen Turnfest in Aarau. Zudem informierte er, dass das reformierte Kirchgemeindehaus, in dem auch die Versammlung stattfand, von der reformierten Kirchgemeinde zum Kauf angeboten werde. Dieses Angebot gilt es zu prüfen, wobei die finanziellen Mittel der Gemeinde eigentlich keine grossen Investitionen erlauben. Auch das Projekt «altes Schulhaus» müsse man angehen, insbesondere weil man nicht möchte, dass es in fremde Hände gelange.

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