Oberdorf
Die Rechnung fällt weitaus besser aus, als erwartet

Der Gemeinderat Oberdorf freute sich über einen Überschuss von einer knappen halben Million. Dazu sollen Vorfinanzierungen gemacht werden.

Rahel Meier
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Die Gemeinde Oberdorf hat in den letzten beiden Jahren viel ins Hallenbad investiert.

Die Gemeinde Oberdorf hat in den letzten beiden Jahren viel ins Hallenbad investiert.

Hanspeter Bärtschi

Die Rechnung 2018 weist bei einem Aufwand von 8,716 Mio. und einem Ertrag von 10,155 Mio. Franken einen Ertragsüberschuss von 1,439 Mio. Franken aus. Deshalb beantragt der Gemeinderat Oberdorf, dass Vorfinanzierungen von insgesamt 950'000 Franken getätigt werden. 800'000 Franken sollen für die Sanierung des Gemeindehauses beiseitegelegt werden. 80'000 Franken dienen der Vorfinanzierung der neuen IT für die Gemeindeverwaltung und mit 70'000 Franken sollen sechs öffentliche Brunnen saniert werden. Konkret bleiben damit 488'867 Franken übrig, die dem Eigenkapital zugewiesen werden. Dieses beläuft sich neu auf 2,024 Mio. Franken. Werden die Spezialfinanzierungen und die Vorfinanzierungen dazugerechnet, sind es 4,721 Mio. Franken.

«Einmalige Geschichten»

Hauptgrund für den unerwarteten Überschuss sind, wie Gemeindepräsident Patrick Schlatter an der letzten Gemeinderatssitzung erklärte, fast ausschliesslich «einmalige Geschichten», mit denen man nicht jedes Jahr rechnen könne. Mit rund 600'000 Franken schlagen beispielsweise die «Sondersteuern Kapitalabfindungen» (Auszahlungen aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge) zu Buche. Ebenso gingen zusätzliche Steuererträge aus den Vorjahren ein. Zusätzlich konnten 150'000 Franken Erschliessungsbeiträge in der Erfolgsrechnung verbucht werden. «Wir haben auch Mehreinnahmen bei den normalen Steuererträgen», so Schlatter. Und dank der Bautätigkeit in Oberdorf dürfte sich dieser Trend in den kommenden Jahren verstärken. Explizit erwähnt wurde weiter, dass die Spezialfinanzierungen ebenfalls alle einen Überschuss erzielt haben und dass dort kein Handlungsbedarf bestehe. Der Gemeindeversammlung müssen zudem keine Nachtragskredite vorgelegt werden. Es handle sich bei allen Beträgen um dringliche und gebundene Kredite, welche der Gemeinderat in seiner Kompetenz sprechen konnte. Insgesamt beläuft sich der Betrag auf 498'245 Franken.

Positive Entwicklung

Speziell erwähnte Schlatter weiter, dass die Gemeinde einen Finanzierungsüberschuss erzielt habe, und der Selbstfinanzierungsgrad statt bei 19 Prozent nun bei 103 Prozent liege, was ebenfalls sehr erfreulich sei. Auch die Nettoschuld falle tiefer aus, als im Finanzplan errechnet wurde. «Die Rechnung hat sich über mehrere Jahre hin positiv entwickelt. Das ist erfreulich.»
In der Gemeinderatssitzung wurde das Thema zwar nicht angesprochen, es ist aber in der Rechnung nachzulesen. Dort steht, dass die «Einwohnergemeinde Oberdorf das nötige Polster hat, um in der Budgetierungsphase für 2020 über eine Steuersenkung diskutieren zu dürfen». Dies dürfte die Einwohner sicher freuen. Insbesondere weil der Steuerfuss von 125 Punkten seit 2009 unter anderem auch wegen der Investitionen ins Hallenbad nicht mehr gesenkt werden konnte.

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