Am 1. Oktober 1964 wurden die Postleitzahlen in der Schweiz eingeführt. Als «D-Day» wurde diese Umstellung für die Post bezeichnet. Mit der Einführung der Postleitzahlen warb die PTT schweizweit mit dem Slogan «Jedes Mal Postleitzahl» für einen Aufbruch in ein neues Zeitalter. Die Schweiz war neben Amerika und Deutschland weltweit das dritte Land, welches die Postleitzahl einführte.

Die Postleitzahl war jedoch der Todesstoss für die legendäre «Pöstler-Geografie», also die Kenntnis der Schweizer Pöstler, die Dörfer bis in jeden Winkel auswendig zu kennen. Zudem befürchtete man mit der Einführung der Postleitzahl einen Verlust des Heimatgefühls. Dies war aber nicht der Fall, denn viele Schweizerinnen und Schweizer definierten eine Gemeinde innert kurzer Zeit mit der neuen Postleitzahl.

Pferdepost in den Bucheggberg

Die Einführung hatte auch maschinelle Vorteile. An der damaligen Expo 1964 stellte die Post erstmals eine entsprechende Sortierungsmaschine vor. Sie ermöglichte das automatisierte Lesen von Postleitzahlen.

Die Post Ammannsegg bekam die Postleitzahl 4572, Lohn 4573. Um die Postleitzahlen bekannt zu machen, wurde damals der PLZ-Blitz entwickelt. Die Erfindung sollte das Suchen der zur Ortschaft gehörenden Postleitzahl beschleunigen. Heute lassen sich Postleitzahlen jedoch bequem per Computer oder Smartphone ausfindig machen.

Nach dem Gemeindezusammenschluss von Lohn-Ammannsegg 1993 wurde per Ende 1993 die Post Ammannsegg geschlossen und ab 1994 wurde die Post im Ortsteil Lohn mit 4573 Lohn-Ammannsegg angeschrieben. Geschichtlich war es jedoch schon umgekehrt, denn von 1862 bis 1880 hatte nur Ammannsegg eine Post, Lohn musste in dieser Zeit ohne Poststelle auskommen. Einige Fotos geben Einblick in die Entwicklung der Poststellen im Dorf. Erwähnenswert ist, dass von der Bahnstation Lohn-Lüterkofen von 1916 bis 1925 sogar eine Pferdepost in den Bucheggberg und zurück betrieben wurde.

Trotz grossen Umstellungen und Modernisierungen bei der Post, ist die Postleitzahl für die Briefsortierung auch heute noch unersetzbar. Die modernsten computergesteuerten Hightech Anlagen in den heutigen drei Sortierzentren in Frauenfeld, Härkingen und Daillens basieren noch immer auf dem System der Postleitzahlen. In vielen Ländern sind die Postleitzahlen fünfstellig. Ein solcher Ausbau ist in Zukunft in der Schweiz noch kein Thema, nur postintern wurden die Leitzahlen auf sechs Ziffern erhöht, damit betriebliche Abläufe verbessert werden konnten.