Bellach

Die Pfarrerin ist weder Showmasterin noch Moderatorin

..

Gabi Wartmann wurde in der reformierten Kirche als Pfarrerin installiert.

«Bellach heisst Bäuch, Berg bedeutete Weissenstein und mit Knörzli ist ein Schokoladestängel gemeint. Diese drei Begriffe habe ich in mein Vokabular aufgenommen», schmunzelte Gabi Wartmann. Sie offenbarte, bei der Stellenanzeige habe man explizit eine Dorfpfarrerin gesucht, dies habe sie spontan angezogen. Koen De Bruyker, Pfarrkollege in Solothurn, erinnerte sich an den ersten Gottesdienst, den Gabi Wartmann gestaltete: «Damals dachte ich, die passt zu uns. Hoffentlich bleibt sie.» Sie ist geblieben, arbeitet nun seit zwei Jahren in Bellach, ist kürzlich ins neu gebaute Pfarrhaus eingezogen und ist gestern in der reformierten Kirche Bellach von Amtskollege Roland Stach, Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser und Hans Stricker, Präsident des Kirchenkreisteams Bellach, feierlich in ihr Amt als Gemeindepfarrerin von Bellach installiert worden.

Gut verwurzelt

Roland Stach gestaltete die Liturgie und stellte das Jeremia-Wort «Gesegnet der Mensch, der auf Gott vertraut und dessen Zuversicht Gott ist; er wird sein wie ein Baum, und zum Bach hin streckt er seine Wurzeln aus» als Leitgedanken über die Amtseinsetzung. Glaube sei auch Vertrauen. Er wünschte Gabi Wartmann ein Umfeld mit Menschen, die einander vertrauen, in offenen Gesprächen bereit seien, gemeinsam Gegenwart und Zukunft zu gestalten, eine Vertrauenskultur zu schaffen. Er bat Gabi Wartmann, ihre Wurzeln nach der Quelle auszurichten, anderen ein «stützender Baum» zu sein und so dem Auftrag, Gottes Wort eine Stimme zu geben, nachzukommen. Gabi Wartmann gelobte, den Dienst an Gottes Wort zu erfüllen und das Band mit der Gemeinde zu schnüren.

Auch Barbara Fankhauser hiess Gabi Wartmann willkommen. Hans Stricker, selber ehemaliger Pfarrer und promovierter Theologe, freute sich über die Zusammenarbeit: «Gibt es einmal verschiedene Ansichten, suchen wir einen gemeinsamen Weg. Ich wünsche Dir offene Türen und offene Herzen, sodass das Reich Gottes bei uns schon jetzt ein Stück Realität wird.»

Sich beschränken

Roland Stach nahm den Faden auf und betonte, eine Pfarrerin sei weder Showmasterin noch Moderatorin, sondern Verkünderin von Gottes Wort. «Da werden Erwartungen geschürt, die sie erhören wird und solche, die sie weder erhören kann noch darf. Pfarrerin sein heisst eben nicht, alles zu verstehen und zu dulden. Pfarrerin sein bedeutet, sich zu beschränken, Zeugnis abzulegen und die frohe Botschaft im Heute zu reflektieren.»

Neu installierte Pfarrerin zu sein, bedeutete für Gabi Wartmann auch, den Festsonntag mit Familie, Freunden und Gläubigen ausklingen zu lassen und sich über den Willkommens-Blumenstrauss seitens Gemeindepräsident Roland Stadler zu freuen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1