Aeschi
Die Ortsplanung liegt auf — mit einer Einzonung soll Wohnraum für Senioren geschaffen werden

Ein Jahr nach der ersten Mitwirkung liegt die Ortsplanung Aeschi auf. Die Gemeinde darf eine Parzelle einzonen, auf der auch seniorenengerechte Wohnungen erstellt werden sollen.

Rahel Meier
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Die Parzelle in der Längmatt wird von der Reservezone in die Bauzone umgezont.

Die Parzelle in der Längmatt wird von der Reservezone in die Bauzone umgezont.

Hanspeter Bärtschi

Vor rund einem Jahr wurde die Ortsplanung in Aeschi der Bevölkerung zum ersten Mal an einer Mitwirkungsveranstaltung vorgestellt. Das Interesse war gross, viele haben sich in die laufende Planung eingebracht. Im September dieses Jahres fand die zweite Mitwirkung statt und nun ist die Ortsplanung öffentlich aufgelegt.

Gemeindepräsident Stefan Berger ist erfreut über das Resultat. «Wir haben das Beste herausgeholt, das in der heutigen Zeit noch möglich ist», meint er auf Anfrage. Dafür habe man auch viel Zeit aufgewendet und die weiteren Schritte immer in Absprache mit den kantonalen Behörden gemacht. «Im stetigen Dialog konnten wir doch einiges erreichen.» Alle Wünsche der Bevölkerung konnten nicht umgesetzt werden. «Aber ich denke, wir sind aus einem guten Weg für Aeschi.» Ganz speziell freut sich Berger, dass die Gemeinde mit der Einzonung in der Längmatt die Möglichkeit bekommt, Wohnraum für Senioren anbieten zu können. «Nur so finden junge Familien noch ein Haus in Aeschi.»

Seniorengerechten Wohnraum schaffen

Weil die Bevölkerung in Aeschi durchschnittlich immer älter wird, möchte die Gemeinde vorsorgen. Im Rahmen der Ortsplanung soll eine innere Verdichtung nicht nur durch bauliche Massnahmen erreicht werden, sondern auch dadurch, dass bestehende Einfamilienhäuser an junge Familien übergeben werden können. Das ist aber nur möglich, wenn seniorengerechter Wohnraum zur Verfügung steht. Eine private Initiative hat es im Lörenacker vorgemacht. 18 seniorengerecht Wohnungen waren im Nu verkauft. Die Hälfte davon ging an Aescher.

Der Gemeinderat hat mit der Ortsplanung beschlossen, die Reservezone Längmatt in die Wohnzone W2a umzuzonen und das Gebiet mit einer Gestaltungsplanpflicht zu belegen. Das betroffene Grundstück gehört der Gemeinde selbst und darum sollen dort seniorengerechten Wohnungen erstellt werden. Da das Gebiet mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen ist und Läden und Dienstleistungsbetriebe in der Nähe liegen, ist das Grundstück bestens geeignet. Die Aescher haben die Idee in der Mitwirkung unterstützt. Es gab keine Einwände gegen die Einzonung. Der Kanton hat dieser Einzonung von kantonaler Bedeutung zugestimmt. Er knüpft diese allerdings an die Bedingung, dass dem Wohnen im Alter auch tatsächlich erste Priorität eingeräumt wird.

Bauverpflichtungen unterschrieben

Aeschi wird im Richtplan des Kantons Solothurn als ländliche Gemeinde eingestuft. In den letzten 20 Jahren wurden in Aeschi 85 Parzellen überbaut. 39 Grundstücke sind heute noch frei. In Zukunft steht in der Gemeinde also weniger Bauland zur Verfügung. Berechnungen zeigen, dass das künftige Fassungsvermögen mit diesem Bauland bei 1'368 Einwohnern liegen würde. Das sind weitaus weniger, als der Kanton in seinen Szenarien, die bis fast 2'000 Einwohner gehen, prognostiziert.

Im räumlichen Leitbild definierte Aeschi, dass die Gemeinde langfristig auf 1'500 Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen soll. Auch dieses Wachstum kann aber ohne Einzonungen nicht erreicht werden. Grundsätzlich sollen die Ortsteile Burgäschi und Steinhof nicht mehr weiterwachsen. Gebaut werden soll künftig vor allem in Aeschi selbst.

Während der Erarbeitung der Ortsplanung wurden Gespräche mit den Besitzern der unüberbauten Grundstücke geführt. So erreichte der Gemeinderat, dass eine Reihe von Bauverpflichtungen unterschrieben wurden. Mindestens 60 Prozent der Grundstücke dürften innerhalb der nächsten 10 Jahre überbaut werden.

Bereits seit dem Jahr 2011 darf entlang der Luzern- und der Gallishofstrasse verdichtet gebaut werden. Auch im Lörenacker wurde die Ausnützungsziffer erhöht. Insgesamt wurden so 64 Wohnungen erstellt. Die verdichtete Bauweise soll entlang der grossen Strassen auch künftig möglich sein. Zusätzlich ist die innere Verdichtung ein wichtiges Thema in der Ortsplanungsrevision.

Wohnzone für kleine Mehrfamilienhäuser

Im Ortsteil Aeschi wird die Wohnzone W1 komplett aufgehoben. Ein Grossteil der Gemeinde ist heute in der Wohnzone W2 eingeteilt. Neu wird die Wohnzone W2a – eine zweigeschossige Wohnzone in der verdichtet gebaut werden darf, eingeführt. Konkret sind das die Käsereimatte, der Bereich der südlichen Bauzonengrenze entlang der Gallishofstrasse, und der Gallishof selbst.

Änderungen ergeben sich auch in der Kernzone. Dort sollen künftig Bauten mit einer Fassadenhöhe von neun Metern möglich sein. Die Dachneigung wird verbindlich vorgegeben. So können sich Neu-, Um- und Anbauten besser in die bereits heute vorherrschenden Gebäude anpassen.

Zusätzlich wir die bisherige Erhaltungszone an der Luzernstrasse in Richung Niederönz in die Wohnzone W2E umgezont. So können die dortigen alten Bauten ersetzt oder massvoll erweitert werden, ohne dass es zu einer Zersiedelung kommt. Das Siedlungsgebiet der Gemeinde Aeschi wird mit der Ortsplanung von bisher 43,12 Hektaren auf 42,97 Hektaren verkleinert.

Hinweis:

Die Ortsplanung liegt bis zum 4. Dezember öffentlich auf. Alle Unterlagen sind auch online einsehbar.

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