Kriegstetten
Die Oeschbrücke wird ersetzt — «Die Lage ist nicht unkompliziert»

Ab nächstem März wird etwa ein Jahr lang auf der Haltenstrasse gebaut. In dieser Zeit soll die Oeschbrücke vollständig abgebrochen und doppelt so breit wieder aufgebaut werden.

Lea Reimann
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Die Oeschbrücke auf der Haltenstrasse soll ersetzt werden.

Die Oeschbrücke auf der Haltenstrasse soll ersetzt werden.

Hanspeter Bärtschi

Auf der Haltenstrasse muss der Abschnitt vom Coop Kriegstetten bis zur Dorfstrasse in Halten saniert werden, die Oeschbrücke wird ersetzt. Peter Portmann vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau erläuterte dem Gemeinderat zusammen mit Thomas Mühlethaler vom zuständigen Planungsbüro BSB das Projekt «Belagssanierung Kreuzung Dorfplatz Richtung Halten».

Während sich vom Strassensystem her kaum etwas ändere, seien die Hochwasserschutzmassnahmen bezüglich Oesch wesentlich. Die Oeschbrücke muss nämlich vollständig abgebrochen und neu aufgebaut werden. Sie wird etwa doppelt so breit, damit der Durchfluss rund vervierfacht werden kann.

«Die Brücke ist ein Knackpunkt», erklärte Thomas Mühlethaler. Da sie komplett abgerissen werden muss, und die Querung in dieser Zeit verunmöglicht wird, sei sie quasi Taktgeberin. Diese Situation wolle man nutzen und während der Brückenbauphase intensiv Strassenbau betreiben. Der Verkehr wird voraussichtlich über eine Alternativroute umgeleitet.

«Man muss sicher mit einem ganzen Baujahr rechnen», so Mühlethaler. Die Lage sei nicht unkompliziert, da sich alles auf engem Raum bewege, und viele Liegenschaften an der Haltenstrasse nicht rückwärtig erschlossen werden können. Die Zufahrt soll für Anwohner aber stets gewährleistet sein.

Weiteren Bedarf prüfen

Zuerst können Baukommission und Gemeinderat nun den weiteren Sanierungsbedarf prüfen. Sollten gleichzeitig auch Wasser- und Abwasserleitungen oder Beleuchtungen ersetzt werden? Gemeindepräsident Simon Wiedmer sprach bereits an, ob denn das Trottoir nicht bis zur Post verlängert werden könnte. Ebenfalls stellt sich die Frage, ob der Fussgängerstreifen in diesem Zusammenhang versetzt werden müsste. Vor dem Coop fehle ein Fussgängerstreifen zur Querung der Haltenstrasse, so Wiedmer.

Sogar der Wunsch nach einer Fussgängerzone kam auf, was aber gemäss Peter Portmann auf einer Kantonsstrasse kaum zu realisieren sei. Vor den Sommerferien soll das Projekt in die Vernehmlassung kommen, Anfang März 2019 möchte man mit den Bauarbeiten starten. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 2,2 Millionen Franken. Kriegstettens Anteil betrage rund 500'000 Franken, wovon ein Teil bereits bezahlt wurde – im Idealfall bleibt es sogar bei diesem kleinen Anteil, falls nämlich die Revision des Strassengesetzes dazwischen käme, welche die Gemeinden allenfalls von ihrer Beitragspflicht befreien würde.

Provisorischen Kreisel behalten?

Zur Sprache kam auch der aktuelle provisorische Kreisel auf der Hauptstrasse, welchen der Gemeinderat am liebsten definitiv behalten möchte. «Es ist unglaublich, wie dieser Kreisel die vorherige Situation verbessert hat», so Wiedmer. Auch Peter Portmann räumte ein, dass man über den Kreisel tatsächlich nur Gutes höre. Die Sache habe aber einen Haken: «Momentan gibt es für Velos und Fussgänger noch eine Umleitung – würden sie den Kreisel auch benützen, wäre das gefährlich, man bräuchte deutlich mehr Platz und müsste ihn vergrössern.» Somit wären Landerwerb und ein Eingriff in die bestehende Mauer nötig.

Der Gemeinderat hat:

- darüber beraten, ob es die Kulturkommission noch braucht und ob eine Finanzkommission allenfalls wieder eingeführt werden sollte. Dies soll nun geprüft werden;

- ein Merkblatt über «Finanzielle Unterstützung für Sport, Freizeit und Kultur» genehmigt;

- beschlossen, dem Verein Spielgruppe Schnäggehus die jährliche Raummiete von 1200 Franken zu erlassen. (lrb)

Ortsplanung und Legislaturziele

Angepackt wird in Kriegstetten nun auch die Ortsplanungsrevision – die letzte ist nämlich bereits 25 Jahre her. Es gehe darum, überdimensionierte Bauzonen zu reduzieren, Reservezonen zu überprüfen und Verdichtungspotenziale zu ermitteln. Der Gemeinderat hat einstimmig einen Planungsausschuss eingesetzt, bestehend aus dem Gemeindepräsidenten, der Gemeindeschreiberin Margrit Jaggi und Peter Siegenthaler, dem Präsidenten der Bau- und Werkkommission. Die Ortsplanung wird den Gemeinderat in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen.

Ausserdem hat der Gemeinderat die Legislaturziele bis 2021 besprochen und einstimmig genehmigt. Angegangen wird neben der Ortsplanung auch die Neugestaltung der Website oder die Projektierung von Schulhaussanierung und Turnhallenneubau. Zudem sollen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Halten und Oekingen geprüft werden, was den Standort der Verwaltung betrifft bis hin zur Prüfung der Fusion. Die Alterswohnungen «Linde» sollen ebenfalls bis 2020 realisiert werden – dort ist man startklar für den Baubeginn. Das Baugesuch wurde vor kurzem ohne Einsprachen genehmigt. Auch Erhalt und Stärkung der Zusammenarbeit mit HOEK sind Themen, zudem der Aufbau der Jugendarbeit oder der Dorfplatz – idealerweise mit Kreisel.